
Dachse sind sehr scheu und fast nur in der Nacht aktiv. Nur selten überqueren sie Straßen, so dass man sie so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Höchstens ihre Baue kann man finden:
Es sind in die Erde gegrabene Höhlen, in deren Eingangsröhren die "Rutschrinnen" zu sehen sind.
Wenn der Dachs in seinen Bau kriecht, graben seine Krallen in der Erdröhre typische Furchen in den Boden.
Die Röhren der Dachsbaue führen bis zu fünf Meter tief in die Erde und können bis zu 100 Meter lang sein. Oft leben viele Dachs-Generationen nacheinander in einem Bau - das heißt, dass erst die Urgroßeltern, dann die Eltern eines Dachses und schließlich seine Nachkommen in dem selben Bau wohnen.
Sie legen nach und nach richtige Labyrinthe und Höhlen in verschiedenen Tiefen an, so dass die Erde schließlich so durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. In so einem großen Bau leben neben den Dachsen oft auch Füchse oder Marder.
Ihre Höhlen polstern die Dachse mit Gras und Laub. Damit alles sauber bleibt, wechseln die Dachse jedes Frühjahr dieses Polster aus und bringen neues Gras und neue Blätter in die Höhle.
Wenn es kalt und ungemütlich wird, bleiben Dachse oft wochenlang in ihrer Höhle. Im Winter halten sie zwar keinen Winterschlaf, aber eine Winterruhe. In dieser Zeit schlafen sie viel und zehren von ihrer dicken Speckschicht. Im Frühjahr, wenn sie das erste Mal wieder aus ihrem Bau kommen, schlottert das Fell dann ein bisschen, weil sie soviel abgenommen haben.
Dachse haben eine gute Nase: Mit ihrem Geruchssinn spüren sie nicht nur ihre Beute auf, sondern erkennen auch ihre Familienmitglieder am Duft.
Ihre Reviere markieren sie mit Duftmarken. Damit sagen sie ihren Konkurrenten: Das ist mein Revier, hier wohne ich.
Dachse leben entweder allein, als Paar oder als Familie.