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Dachs

Alltag
Dachs im Laub (Bild: SWR)Dachse sind sehr scheu und fast nur in der Nacht aktiv. Nur selten überqueren sie Straßen, so dass man sie so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Höchstens ihre Baue kann man finden:

Es sind in die Erde gegrabene Höhlen, in deren Eingangsröhren die "Rutschrinnen" zu sehen sind.

Wenn der Dachs in seinen Bau kriecht, graben seine Krallen in der Erdröhre typische Furchen in den Boden.

Dachsbau (Bild: SWR)
Die Röhren der Dachsbaue führen bis zu fünf Meter tief in die Erde und können bis zu 100 Meter lang sein. Oft leben viele Dachs-Generationen nacheinander in einem Bau - das heißt, dass erst die Urgroßeltern, dann die Eltern eines Dachses und schließlich seine Nachkommen in dem selben Bau wohnen.

Sie legen nach und nach richtige Labyrinthe und Höhlen in verschiedenen Tiefen an, so dass die Erde schließlich so durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. In so einem großen Bau leben neben den Dachsen oft auch Füchse oder Marder.

Ihre Höhlen polstern die Dachse mit Gras und Laub. Damit alles sauber bleibt, wechseln die Dachse jedes Frühjahr dieses Polster aus und bringen neues Gras und neue Blätter in die Höhle.

Wenn es kalt und ungemütlich wird, bleiben Dachse oft wochenlang in ihrer Höhle. Im Winter halten sie zwar keinen Winterschlaf, aber eine Winterruhe. In dieser Zeit schlafen sie viel und zehren von ihrer dicken Speckschicht. Im Frühjahr, wenn sie das erste Mal wieder aus ihrem Bau kommen, schlottert das Fell dann ein bisschen, weil sie soviel abgenommen haben.
drei Dachse (Bild: SWR)
Dachse haben eine gute Nase: Mit ihrem Geruchssinn spüren sie nicht nur ihre Beute auf, sondern erkennen auch ihre Familienmitglieder am Duft.

Ihre Reviere markieren sie mit Duftmarken. Damit sagen sie ihren Konkurrenten: Das ist mein Revier, hier wohne ich.

Dachse leben entweder allein, als Paar oder als Familie.
Freunde und Feinde
Natürliche Feinde des Dachses sind Wolf, Luchs und Braunbär. Bei uns werden sie vom Menschen gejagt. Als vor ca. 30 Jahren Füchse in ihren Bauen mit Gas getötet wurden, um die Tollwut zu bekämpfen, starben mit ihnen viele Dachse, die in den selben Bauen lebten.
Jagd
Richtig auf die Jagd gehen Dachse kaum. Sie suchen mit ihrer Schnauze im Boden und Laub nach Insekten und Würmern oder fressen Aas.
Nachwuchs
Dachse paaren sich vor allem im Hochsommer, und dabei sind sie ziemlich temperamentvoll: Das Männchen (Rüde) jagt das Weibchen (Fähe) kreuz und quer durch das Revier. Manchmal führt das Weibchen den so genannten Rolltanz auf: Es dreht sich fast zehn Minuten lang abwechselnd nach rechts und links im Kreis. Kommt es schließlich zur Paarung, beißt sich das Männchen in Hals und Ohren seiner Partnerin fest.

Damit die Jungen nicht im Winter geboren werden, ruht das befruchtete Ei zunächst einmal im Bauch der Dachsmutter und wächst erst zwei Monate vor der Geburt zu einem kleinen Dachs heran. Im Februar oder März kommen dann zwei bis fünf Junge zur Welt. Sie sind nur zwölf Zentimeter lang. Wenn sie vier bis fünf Wochen alt sind, öffnen sie zum ersten Mal die Augen.

Zwei bis zweieinhalb Monate trinken sie bei der Mutter. Mit zwei Monaten machen sie die ersten Ausflüge aus der Höhle. Meist bleiben junge Dachse bis zum Herbst bei ihrer Mutter, manchmal aber auch den Winter über. Spätestens im Frühjahr müssen sie dann aber den Bau verlassen und ihre eigenen Wege gehen.
Sprache
Wenn Dachse vor etwas warnen, quieken sie laut, ansonsten können sie brummen, winseln, fauchen und seufzen.