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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Dornschwanzagame

Alltag
Dornschwanzagame (Bild: SWR)Dornschwänze sind tagaktive Tiere und leben auf dem Boden. Sie graben gerne Höhlen und Gänge, von denen sie sich nur selten weit entfernen.
Auch ihr Futter suchen sie meist in der Nähe ihrer Wohnhöhlen; wenn sie sich einmal zu weit von ihrer schützenden Höhle entfernt haben, werden sie nervös und unruhig.

Sobald Gefahr droht, sind sie blitzschnell in ihrer Höhle verschwunden. Dabei haben sie eine besondere Technik, um sich zu schützen: Sie blasen ihren Körper so stark mit Luft auf, dass sie sich richtig in ihrer Höhle verkeilen und verschließen den Eingang mit dem Schwanz. Gegen Feinde setzen sie sich auch mit ihrem Schwanz zur Wehr, indem sie heftig peitschend mit ihm zuschlagen.
Zwei Dornschwanzagamen (Bild: SWR)Dornschwanzagame müssen sich wie alle Kriechtiere regelmäßig häuten und sind wechselwarm, das heißt die Temperatur ihres Körpers hängt von der Temperatur der Umgebung ab. Die Tiere können sogar Temperaturen von etwa 55 °C aushalten.
Ihr Körper ist außerdem darauf eingerichtet, mit sehr wenig Wasser auszukommen.
Dornschwanzagame verständigen sich untereinander mit Gesten und optischen Signalen. Einem Gegner drohen sie, indem sie mit weit aufgerissenem Maul fauchen.
Dornschwanzagamen-Arten, die aus den nördlichen Regionen ihres Verbreitungs-Gebietes stammen, brauchen zwei bis drei Wochen Winterruhe bei etwa 10 bis 15 °C.

Dornschwanzagame (Bild: SWR)Das ist besonders wichtig, wenn man die Tiere züchten will, weil sie durch die Winterruhe gesünder bleiben. Vor der Winterruhe bekommen sie zwei bis drei Wochen nichts mehr zu fressen, die Beleuchtungsdauer im Terrarium wird immer kürzer und die Temperatur sollte etwas niedriger sein als sonst.
Um trotzdem Salz aus dem Körper ausscheiden zu können, haben sie spezielle Drüsen an den Nasenöffnungen, über die sie das überschüssige Salz, das sie mit der Pflanzennahrung aufgenommen haben, wieder ausscheiden können. Deshalb sind an ihren Nasenöffnungen häufig kleine, weiße Hügel zu sehen.
Freunde und Feinde
Jungen Dornschwanzagamen können vor allem Raubtiere und Greifvögel gefährlich werden.
Nachwuchs
Zwei Dornschwanzagamen (Bild: SWR)Paarungszeit bei den Dornschwanzagamen ist meist im März und April. Die Männchen werben um ein Weibchen, indem sie Bewegungen machen, die wie Liegestützen aussehen. Dann folgt der so genannte Kreiseltanz: Das Männchen läuft in ganz engen Kreisen umher, manchmal sogar auf dem Rücken des Weibchens.

Ist das Weibchen nicht bereit zur Paarung, wirft es sich auf den Rücken, und das Männchen zieht sich daraufhin zurück. Will sich das Weibchen paaren, beißt sich das Männchen im Hals des Weibchens fest, und schiebt seine Kloake - die Körperöffnung - unter die des Weibchens.

Nach der Paarung wird das Weibchen immer dicker und legt schließlich bis zu 20 Eier in die Erde ab. Nach 80 bis 100 Tagen Brutzeit schlüpfen die sechs bis zehn Zentimeter langen Jungtiere. Erst im Alter von drei bis fünf Jahren sind sie geschlechtsreif.
Autorin: Barbara Kiesewetter