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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Eichhörnchen

Alltag
Eichhörnchen klettert an einem Baumstamm herunter (Bild: SWR)Das Leben der Eichhörnchen spielt sich meist hoch oben in den Bäumen ab: Dort klettern und turnen sie blitzschnell über die Äste.

Der Schwanz dient dabei als Balancierstange und bei ihren waghalsigen Sprüngen von Baum zu Baum als Steuer.

An dieses Leben sind Eichhörnchen hervorragend angepasst: Sie können sehr gut sehen und Entfernungen genau abschätzen.
Ein Eichhörnchen steht auf den Hinterfüßen (Bild: SWR)Außerdem besitzen sie richtige Sensoren: Tasthaare am Kopf, an den Körperseiten. an Vorder- und Hinterbeinen und am Schwanz helfen ihnen, immer den richtigen Abstand zu halten und Äste und Zweige genau zu spüren.
Läuft ein Eichhörnchen auf dem Boden, ist es besonders vorsichtig: Es richtet sich immer wieder auf und hält aufmerksam nach Gefahren Ausschau.
Eichhörnchen sind tagaktiv. Morgens verlassen sie ihre Schlafnester und machen sich auf Nahrungssuche. Dabei bewegen sie sich in einem Umkreis von 10 bis 50 Hektar.

Am Abend kehren sie in ihre Nester, die man auch Kobel nennt, zurück. Dort verkriechen sie sich auch gerne für ein paar Tage, wenn es draußen zu sehr regnet und stürmt.
Ein Eichhörnchen sitzt im Schnee und frisst (Bild: SWR)Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf - selbst bei Kälte und Schnee kann man sie manchmal bei der Futtersuche beobachten.
Bei großer Kälte schlafen manchmal mehrere Eichhörnchen zusammen in einem Nest - eng aneinander gekuschelt und warm zugedeckt mit ihren buschigen Schwänzen.
Freunde und Feinde
Zu den Feinden der Eichhörnchen zählen, Greifvögel wie Habichte, Bussard und Uhu, aber auch Baummarder und Zobel. Eichhörnchen können ebenso für andere Tiere gefährlich werden, denn manchmal fressen sie Vogeleier und Jungvögel.
Nachwuchs
Ende Dezember beginnt die Paarungszeit der Eichhörnchen. Die Männchen jagen die Weibchen. Dabei regt sich das Weibchen manchmal ziemlich auf. Das Männchen versucht dann, das Weibchen zu beruhigen, indem es die Rufe junger Eichhörnchen nachmacht. Es kann einige Tage dauern, bis das Weibchen schließlich paarungsbereit ist.
Ziemlich genau 38 Tage nach der Paarung bringt das Weibchen zwei bis fünf nackte, blinde Junge zur Welt. Die Neugeborenen wiegen gerade einmal zehn Gramm. Drei Monate lang werden sie von der Mutter versorgt. Sie füttert die Jungen, verteidigt sie und zieht mit ihnen sogar in ein anderes Nest um, wenn sie sich bedroht fühlt. Danach können sich die Jungtiere selbst ernähren. Sie verlassen ihre Mutter etwa einen Monat später.
Rund drei Viertel der Jungen sterben schon im ersten Lebensjahr, weil sie Feinden zum Opfer fallen oder nicht genug zu fressen finden. Eichhörnchen können zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die ersten Würfe finden im späten Januar statt, die letzten im August.
Sprache
Wenn Eichhörnchen aufgeregt sind, rufen sie "tjuk-tjuk-tjuk". Oft trommeln sie dabei mit den Vorderfüßen auf dem Boden oder dem Baumstamm.
Autorin: Barbara Kiesewetter