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Esel


Equus asinus asinus
Alltag
Poitou-Esel mit Halfter (Bild: SWR)Esel gehören zu den ältesten Haustieren des Menschen: Sie wurden schon vor 6000 Jahren in Ägypten als Last- und Reittiere gehalten.

Nach Europa kamen die ersten Esel vermutlich vor 4000 Jahren.

Weil sie vielseitig einsetzbar waren, wurden sie als Arbeitstiere genutzt:
Eselreiten (Bild: SWR)Sie trugen Menschen über die höchsten Berge und weitesten Wege, zogen Wagen und trieben Brunnen und Mühlen an.

Auch bei uns hatte früher jeder Müller einen Esel zum Schleppen schwerer Getreidesäcke. Überall, wo es steile Wege gibt - etwa im Gebirge und auf kleinen bergigen Inseln - waren Esel früher das wichtigste Transportmittel: weil Esel viel schmaler als Pferde sind, können sie auch auf den engsten Wegen im Gebirge noch sicher gehen.
Junger Esel (Bild: SWR)
Esel gelten als störrisch und dumm. Deshalb werden sie von Menschen oft sehr schlecht behandelt und geschlagen. Doch in Wirklichkeit haben sie nur ihren eigenen Kopf und ordnen sich nicht einfach unter. Esel sind sehr klug, tapfer und vorsichtig.

In einer gefährlichen Situation bleiben sie erst mal stehen und überlegen, wie sie am besten reagieren, anstatt kopflos davon zu rennen wie ein Pferd.
Esel auf der Koppel (Bild: SWR)
Sie lernen schnell, und wenn man mit kurzen, einfachen Worten zu ihnen spricht, verstehen sie rasch, was man meint. Aggressiv und bissig werden Esel nur, wenn man sie schlecht behandelt.

Esel sind nicht gerne allein. Am liebsten leben sie in einer Herde.

Sie vertragen sich aber auch gut mit Schafen, Rindern oder Ziegen.
Junger Esel ruht sich aus (Bild: SWR)
Bei den wilden Eseln bilden jeweils mehrere Eselstuten mit ihren Töchtern Gruppen, die Hengste leben in Hengstgruppen.

Esel lieben es, den ganzen Tag zu grasen, dazwischen ruhen sie und wandern zur Tränke.
Freunde und Feinde
Nur Raubtiere können wilden Eseln gefährlich werden. Wird aber eine ganze Eselherde angegriffen, bildet sie einen Kreis und schlägt selbst große Raubtiere mit heftigen Huftritten in die Flucht.
Nachwuchs
Trächtiger Poitou-Esel mit dickem Bauch (Bild: SWR)Wenn Eselhengste vor der Paarung um eine Stute streiten, geht es richtig laut zu: Einer schreit und stöhnt lauter als der andere, um ihn zu übertreffen. Außerdem liefern sie sich mit Huftritten und Bissen heftige Kämpfe.
Auch die Stuten wehren sich manchmal mit Tritten und Bissen gegen einen gar zu temperamentvollen Esel.
Ein kleiner Poitou-Esel (3 Monate) hat sich auf dem Boden langgestreckt (Bild: SWR)Etwa zwölf bis dreizehn Monate nach der Paarung kommt schließlich ein Junges zur Welt: Es kann sofort laufen und hat ein dichtes Fell, das vor Kälte und zu großer Hitze schützt.
Ein Eselfohlen wird bis zu acht Monate von seiner Mutter gesäugt, doch schon nach einer Woche beginnt es nach und nach, auch Gras und Heu zu fressen.
Sprache
Ein Somali-Wildesel ruft sein typisches I-AHH (Bild: SWR)Jeder kennt das typische "I-AHH" eines Esels. Daneben können sie noch ohrenbetäubend schreien und stöhnen.