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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Falke

Zu Besuch bei einer Falknerin

Autorin: Mirjam Wörnle
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Schon als kleines Mädchen wollte Vanessa einen Beruf mit Tieren ausüben. Heute ist sie Falknerin. Das bedeutet, sie pflegt und trainiert Vögel und jagt mit ihnen. Wie das aussieht, siehst du hier!
Ein europäischer Wanderfalke verspeist eine kurz zuvor gefangene Krähe (Bild: picture alliance / dpa)

Falco

Falken sind perfekte Jäger: Mit ihrer speziellen Flugtechnik jagen sie in der Luft andere Vögel oder stürzen sich auf Beutetiere am Boden herab.
Aussehen
Buntfalke  (Bild: SWR)
Falken gehören zu den Greifvögeln. Sie besitzen einen relativ kleinen Kopf, große Augen und den für Greifvögel typisch gekrümmten Hakenschnabel.

Ihr Körper ist schlank, ihre Flügel lang und spitz, der Schwanz dagegen relativ kurz.
Die Zehen an ihren Füßen sind lang und kräftig, so dass sie geschickt ihre Beute greifen können.

Bei den Falken sind die Weibchen meist deutlich größer als die Männchen. Diese werden auch "Terzel" genannt, das kommt vom lateinischen "tertium", was "Drittel" heißt.
Buntfalken sind sehr kleine Falken  (Bild: SWR)
Der Buntfalke ist zum Beispiel einer der kleinsten Falken. Er wird nur 20 bis 28 Zentimeter groß und wiegt gerade einmal 100 bis 200 Gramm. Seine Flügelspannweite beträgt 50 bis 60 Zentimeter. Die Buntfalken-Männchen haben einen rostroten Rücken und graublaue, am Ende schwarze Flügel. Der Bauch ist hell und gesprenkelt.
Die Kappe auf dem Kopf ist graublau. An der Kopfseite besitzt der Buntfalke drei schwarze Streifen. Die Weibchen haben rostrote Flügel und mehrere schwarze Bänder am Schwanz, während die Männchen nur ein schwarzes Band haben.
Gezähmter Würgfalke  (Bild: SWR)
Der Würgfalke dagegen ist einer der größten Falken. Er gehört zu den Jagdfalken und ist ein kompakter, kräftiger Vogel. Männchen und Weibchen des Würgfalken sehen fast gleich aus und sind deshalb kaum voneinander zu unterscheiden.

Die Körperoberseite ist dunkelbraun gefärbt, der Schwanz ist auf der Oberseite hellbraun. Auch der Kopf sowie der Bauch sind heller gefärbt als der Körper. Die Körperoberseite ist stärker dunkel gefleckt und gebändert als die Körperunterseite.

Der Würgfalke wird zwischen 46 und 58 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von 104 bis 129 Zentimeter. Seine Flügel sind lang und spitz, aber breiter als z. B. beim Wanderfalken.
Die Fänge des Würgfalken  (Bild: SWR)
Die Würgfalken-Männchen wiegen nur 700 bis 900 Gramm, während die Weibchen 1000 bis 1300 Gramm auf die Waage bringen. Die Füße - auch Fänge genannt - sind bei erwachsenen Tieren gelb, bei jungen blau.
Würgfalken können mit jungen Wanderfalken verwechselt werden, haben aber einen helleren Kopf.
Kopf eines Wanderfalken (Bild: SWR)
Einer der größten Falken, die bei uns heimisch sind, ist der Wanderfalke.
Das Männchen wiegt 580 bis 720 Gramm, das Weibchen bis zu 1090 Gramm.

Sein Rücken ist schiefergrau. Nacken und Kopf sind schwarzgrau gefärbt. Auf der hellen Kehle und der weißen Wange zeichnet sich ein dunkler Bartstreifen ab. Die Flügel sind extrem lang. Der Schwanz dagegen sehr kurz.
Heimat
Die verschiedenen Falkenarten sind auf der ganzen Welt verbreitet. Buntfalken sind in ganz Nord- und Südamerika Zuhause. Es sollen sich aber einzelne Tiere sogar schon nach Europa verirrt haben.

Würgfalken kommen vor allem von Osteuropa bis Nordchina und Indien vor. Das ganze Jahr über sind sie in der Türkei zu finden. Zum Brüten ziehen sie auch in die Regionen nördlich des Schwarzen Meeres bis in die Ukraine. In Mitteleuropa findet man sie nur in den österreichischen Donauwäldern. Seit Ende der 90er Jahre wurden aber auch ein paar Brutpaare im Elbsandsteingebirge in Sachsen beobachtet.

Ein richtiger Weltenbummler ist dagegen der Wanderfalke: Er ist auf allen Kontinenten der Erde zu finden.
Lebensraum
Würgfalke im Flug  (Bild: SWR)
Falken besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. Buntfalken können sich an viele verschiedene Lebensräume anpassen: Man finden sie in Parks ebenso wie auf Feldern, in Wäldern und von der Wüste bis ins Hochgebirge.

Würgfalken leben vor allem in Wald- und Trockensteppen sowie in Halbwüsten. Sie kommen bis in 1300 Metern Höhe vor. Würgfalken brauchen große Jagdreviere mit offenem Gelände.

Auch Wanderfalken lieben offenes Gelände wie Flusstäler und Steppen. Zum Brüten lassen sie sich aber auch auf Kirchtürmen in Städten nieder. Wichtig ist, dass der Lebensraum viele Vögel beherbergt, die dem Falken als Beute dienen.
Rassen und Arten
Weltweit gibt es etwa 60 verschiedene Falken-Arten. Zu den bekanntesten bei uns zählen der Wanderfalke, der Turmfalke, der Baumfalke, der Merlin, der Rötelfalke, der Rotfußfalke, der Lannerfalke, der Eleonorenfalke und der Gerfalke. Besonders geschickte Jäger sind der Wüstenfalke und der Berberfalke in Nordafrika. Im Südwesten der USA und in Mexiko lebt der Präriefalke.

Vom Würgfalken selbst gibt es sechs verschiedene Rassen. Vom Buntfalken gibt es etwa 20 Unterarten, die in Amerika von Alaska im Norden bis nach Feuerland im Süden Zuhause sind. Diese Unterarten können sehr unterschiedlich gefärbt sein.
Autorin: Barbara Kiesewetter