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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Hase, Feldhase

Alltag
Ein Feldhase sitzt auf einer Wiese in einer Sasse  (Bild: www.colourbox.com)Feldhasen sind sehr scheu, man bekommt sie nur selten zu Gesicht. Sie sind die meiste Zeit des Jahres fast nur in der Dämmerung und nachts aktiv. Nur zu Beginn der Paarungszeit kann man sie manchmal auch am Tag beobachten. Außerhalb der Paarungszeit sind Feldhasen - anders als Kaninchen - richtige Einzelgänger.
Den Tag verbringen sie in einer flachen Mulde im Boden, einer so genannten Sasse. Hier ruhen und schlafen sie und verstecken sich vor eventuellen Feinden.

Ein Feldhase sitzt mit angelegten Ohren auf einer Wiese (Bild: www.colourbox.com)Selbst den Winter verbringen sie in der Sasse und lassen sich sogar einschneien. Sie graben also, anders als Kaninchen, keine unterirdischen Bauten.
Wenn Gefahr droht, legen sie die Ohren an und drücken sich ganz fest in die Sasse. Erst im allerletzten Moment fliehen sie. Auf der Flucht können sie das unglaubliche Tempo von 72 Kilometern pro Stunde erreichen und bis zu zwei Meter hoch springen. Bei ihrer Flucht schlagen sie außerdem Haken. Das heißt, sie ändern blitzschnell die Richtung und lassen so ihre Verfolger oft hinter sich.
Zwei Feldhasen auf einer Wiese (Bild: www.colourbox.com)Auch Bäche, Seen und Flüsse überwinden Feldhasen ohne Mühe, denn sie sind gute Schwimmer.
Dank ihrer langen, beweglichen Ohren, die man auch Löffel nennt, hören Feldhasen sehr gut und können feststellen, woher ein Geräusch kommt.
Die Tiere halten dann die Ohren steil aufgerichtet und drehen sie in die Richtung, aus der das Geräusch kommt. So können sie viele Gefahren rechtzeitig wahrnehmen und fliehen.
Freunde und Feinde
Feldhasen haben viele Feinde. Gefährlich sind für sie Raubtiere wie Fuchs, Dachs, Marder sowie Greifvögel und Rabenkrähen, aber auch Hunde und Katzen. Viele Hasen kommen im Straßenverkehr ums Leben. Außerdem werden die Tiere in vielen Ländern vom Menschen gejagt.
Nachwuchs
Zwei Feldhasen kämpfen auf einer verschneiten Wiese miteinander (Bild: www.colourbox.com)Zur Fortpflanzungszeit sind die Feldhasen sehr aktiv. Dann werden die scheuen Tiere zu kleinen Draufgängern. Die Männchen, auch Rammler genannt, kämpfen um die Weibchen, indem sie sich gegenseitig jagen und sogar miteinander boxen: Dabei schlagen die Rivalen mit den Vorderpfoten aufeinander so lange ein, bis einer von beiden aufgibt.
In der Fortpflanzungszeit, die in Mitteleuropa von Januar bis Oktober dauert, können Feldhasen-Weibchen drei- bis viermal pro Jahr Junge bekommen. Nach 42 Tagen Tragzeit bringt die Häsin in der Sasse zwei bis fünf Junge zur Welt.

Feldhasen-Babys wiegen 100 bis 150 Gramm und sind schon ziemlich fit: Sie tragen ein Fell und können von Geburt an sehen. Schon nach acht bis zehn Tagen sind sie selbstständig. Sie verlassen dann ihre Eltern und suchen sich ein eigenes Revier.
Autorin: Barbara Kiesewetter