Alltag
Weil sich die Larven der Florfliegen von Blattläusen ernähren, sind sie wichtige Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung.
Sie werden extra gezüchtet und beispielsweise in Gewächshäusern ausgesetzt, um dort schädliche Blattläuse zu fressen.
So können Gärtner auf den Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln verzichten.
Und weil sie so tüchtige Blattlaus-Fresser sind, haben es die Larven sogar zu einem eigenen Namen gebracht: Man nennt sie Blattlauslöwen.
Florfliegen sind hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv. Oft kommen sie deshalb in Wohnungen geflogen, weil sie abends vom Licht unserer Lampen angezogen werden.
Nachts kann man sie in Massen an beleuchteten Schaufensterscheiben entdecken. Tagsüber halten sie sich an schattigen Stellen auf Bäumen und im Gebüsch versteckt.
Florfliegen können als erwachsenen Tiere, als Larven oder auch als Puppen überwintern.
Vor allem die erwachsenen Tiere verstecken sich oft in Häusern, um dort die kalte Jahreszeit zu überdauern. Draußen verbergen sie sich in Laub- und Heuhaufen oder hinter Baumrinden.
Wenn es zu kalt wird und gefriert, überleben die Florfliegen den Winter jedoch nicht, und so erleben etwa nur 50 Prozent der Florfliegen den nächsten Frühling. Manche Gärtner helfen den Florfliegen beim Überleben: Es gibt spezielle Behälter zu kaufen, die man als Winterquartiere für die Florfliegen im Garten aufhängen kann, so dass man im Frühjahr gleich wieder viele der nützlichen Helfer im Garten hat.
Freunde und Feinde
Florfliegen werden von vielen Tieren gefressen, z. B. von Vögeln. Sie haben aber auch einen wirksamen Schutz vor Feinden: Wenn man sie berührt, strömen sie aus Stinkdrüsen einen sehr unangenehmen, fauligen Geruch aus, der die Feinde abschrecken soll.
Jagd
Florfliegen haben zwar große Augen, bei der Jagd auf Blattläuse und Milben sind aber ihre Fühler wichtiger: Es sind Tastorgane, mit deren Hilfe sie ihre Beute aufspüren.
Nachwuchs
Im Frühjahr ist bei den Florfliegen Paarungszeit. Um einen Partner anzulocken, versetzen sie den Untergrund, auf dem sie sitzen, durch rhythmische Bewegungen ihres Hinterleibs in Schwingungen. Haben auf diese Art und Weise ein Männchen und ein Weibchen zusammen gefunden, paaren sie sich.
Das Weibchen legt Eier ab, die auf etwa fünf Millimeter langen dünnen Stielen sitzen und in Reihen an Pflanzenstängel und auf die Unterseite von Blättern geklebt werden. Dazu tippt das Weibchen mit dem Hinterleib auf das Blatt und gibt einen Tropfen klebriger Flüssigkeit - ein so genanntes Sekret - ab.
Dann krümmt es den Hinterleib schnell aufwärts und zieht so das Sekret zu einem Stiel, der rasch trocknet und auf den das ovale Ei aufgesetzt wird. Manchmal legen sie die Eier auch auf Ästen oder sogar auf Fenstern ab. Jedes Weibchen produziert auf diese Weise etwa 20 Eier, im Lauf seines Lebens legt es bis zu 700 Stück.
Nach zwei bis 20 Tagen schlüpfen die Larven. Sie sind etwa acht Millimeter lang, gelblich-grau gefärbt und sehen aus wie kleine Raupen.
Sie besitzen keine After-Öffnung. Ihr Darm ist hinten geschlossen und unverdaute Nahrungs-Reste werden wieder nach vorne ausgewürgt.
Aktiv sind die Larven vor allem in der Nacht. An den Körperseiten tragen sie kleine behaarte Warzen.
Sie durchlaufen drei Entwicklungs-Stadien, zwischen denen sie sich jeweils häuten. Nach etwa 18 Tagen spinnen die Larven einen runden, weißen Kokon und verpuppen sich.
Drei Wochen später schlüpft die fertige Florfliege.
Die gesamte Entwicklungszeit vom Ei bis zum erwachsenen Tier kann je nach Temperatur bis zu 60 Tage dauern.
Florfliegen pflanzen sich zweimal im Jahr fort, d. h. es gibt zwei Generationen pro Jahr. Die Larven der ersten Generation fressen vor allem Milben und kleine Fliegen.
Erst die Larven der zweiten Generation machen sich über Blattläuse her.