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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Flusskrebs

Krebsjagd am Rhein

Ein Beitrag von Aurelia Amann
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Europäische Flusskrebse sind selten geworden in unseren Flüssen. Ist der amerikanische Signalkrebs schuld? (Quelle: ARD Tagesthemen, 30.10.2012)
Der Roter Amerikanischer Sumpfkrebs ist eine nordamerikanische Flusskrebsart (Bild: www.colourbox.com)

Astacus astacus

Früher gab es riesige Mengen Europäischer Flusskrebse in unseren Gewässern; deshalb waren sie ein billiges Nahrungsmittel.
Heute sind sie aber sehr selten geworden.
Aussehen
Flusskrebs (Bild: SWR)
Krebse sind unverwechselbar: Mit ihren großen Scheren, den langen Antennen, den vielen Beinen und ihrem Panzer sehen sie ein bisschen aus wie Tiere aus der Urzeit. Und das ist auch nicht falsch:

Ihre Vorfahren schwammen schon vor beinahe 600 Millionen Jahren durch Meere, Seen und Flüsse.

Der Europäische Flusskrebs gehört zur Tiergruppe der Gliederfüßer, wird bis zu 18 Zentimeter lang und bis zu 300 Gramm schwer.

Kopf eines Flusskrebses (Bild: SWR)
Die Weibchen sind etwas kleiner als die Männchen.
Ihr Körper ist in Kopf, Brust (Vorderkörper) und Hinterleib gegliedert und wird von einem dicken Panzer bedeckt. Dieser Panzer ist meistens braun gefärbt, bei manchen Tieren aber auch bläulich.
Flusskrebse haben fünf Paar Laufbeine, die am Vorderkörper sitzen.

Das erste Laufbein-Paar ist zu großen Scheren umgebildet, mit denen der Krebs seine Beute packt und Artgenossen aus seinem Revier vertreibt.
Bein eines Flusskrebses (Bild: SWR)
An den Laufbeinen hängen außerdem Kiemen, mit denen der Flusskrebs atmet.
Am Hinterleib befinden sich fünf weitere, kleinere Beinpaare (beim Weibchen nur vier).

Ein weiteres Beinpaar und der Schwanz bilden zusammen den Schwanz-Fächer.
Heimat
Der Flusskrebs kommt in ganz Europa vor, außer in Spanien, Portugal, Irland und Nordengland.
Lebensraum
Kopf eines Flusskrebses (Bild: SWR)
Flusskrebse leben in sauberen fließenden und stehenden Gewässern.

Sie mögen vor allem Bäche, Flüsse und Seen mit einem abwechslungsreichen Untergrund, da sie unter Steinen oder überhängenden Uferböschungen und Baumwurzeln gute Verstecke finden.
Rassen und Arten
Es gibt rund 35 000 verschiedene Krebsarten auf der Welt. Nahe Verwandte im Süßwasser sind der Signalkrebs und der Steinkrebs.

Nachdem die Flusskrebse zwischen 1860 und 1880 durch eine schwere Krankheit - die Krebs-Pest - fast ausgerottet waren, wurde bei uns der sehr ähnliche Amerikanische Flusskrebs, der gegen die Krebs-Pest immun ist, ausgesetzt.

Andere Verwandte des Flusskrebses leben im Meer, zum Beispiel Langusten, Hummer, Garnelen oder Einsiedlerkrebse.
Lebenserwartung
Flusskrebs-Männchen können über 20 Jahre alt werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter