Alltag

Flusspferde sind am Tag und in der Nacht aktiv. Tagsüber verschlafen sie viele Stunden oder dösen im Wasser, wobei nur Ohren, Augen und Nasenlöcher über die Oberfläche ragen.
Beim Schlafen sinken sie auf den Grund und tauchen zum Atmen regelmäßig automatisch an die Oberfläche auf.

Nachts wandern die Tiere auf die umliegenden Weiden zum Grasen. Dabei können sie mehrere Kilometer zurücklegen.
Weil sie immer wieder dieselben Weideflächen aufsuchen, entstehen regelrechte Trampelpfade, auf den ganze Nilpferd-Gruppen zur Futtersuche ziehen.

Obwohl Flusspferde gut an das Leben im Wasser angepasst sind, sind sie ziemlich schlechte Schwimmer. Sie laufen vielmehr auf dem Gewässergrund. Zum Atmen stoßen sie sich vom Boden zur Wasseroberfläche ab. Meist tauchen sie nur drei bis fünf Minuten. Dabei verschließen sie die Ohren und Nasenlöcher.
An Land sind die Tiere überraschend schnell: Für ein paar hundert Meter können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde erreichen.

Die Haut der Flusspferde ist etwa fünf Zentimeter dick. Sie wirkt wie eine Isolierschicht und dient sowohl im Wasser als auch an Land dem Temperaturausgleich.
Wenn die Tiere an Land sind, trocknet sie jedoch rasch aus, und außerdem reagiert sie empfindlich auf die starke afrikanische Sonne.

Um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen, produzieren Flusspferde quasi ihre eigene Sonnencreme: Hautdrüsen sondern eine farblose Flüssigkeit ab, die sich rötlich-braun verfärbt.
Sie hält die gefährlichen Sonnenstrahlen ab, hält die Haut feucht und schützt sie obendrein vor Infektionen.
Meist leben zehn bis 15 Tiere in einer Herde zusammen, es können sich aber auch Gruppen von bis zu 150 Tieren bilden.

Vor allem die Weibchen mit ihren Jungtieren schließen sich zu Herden zusammen, die Männchen sind eher Einzelgänger.
Die Männchen versuchen, im Wasser ein Revier zu bilden, in dem eine Gruppe mit mehreren Weibchen lebt. Diese Reviere verteidigen sie ein Leben lang.

Ihre Reviergrenzen markieren sie mit großen Dunghaufen. Außerdem verteilen sie Kot, indem sie ihn mit schnellen Schwanzbewegungen wie mit einem Quirl verteilen.
Die Bullen akzeptieren zwar Männchen, die kein eigenes Revier besitzen, in ihrem Territorium, diese dürfen sich aber nicht mit den Weibchen paaren.

Die Männchen achten genau darauf, dass keine anderen Revierinhaber in ihr Territorium eindringen. Meist verlaufen die Begegnung friedlich.
Die Bullen verschaffen sich Respekt, indem sie den Kopf aus dem Wasser heben, das Maul weit aufreißen oder sich gegenseitig anstarren.
Gelingt es nicht, einen Nebenbuhler mit diesem Imponiergehabe einzuschüchtern, kann es zu heftigen Kämpfen kommen. Dabei dienen die unteren Eckzähne als gefährliche Waffen, und oft kann man Bullen sehen, die große Narben von solchen Kämpfen tragen. Manche Auseinandersetzungen enden sogar tödlich.
Flusspferde können auch Menschen gefährlich werden. Es gibt Berichte, nach denen vor allem Mütter mit Jungen manchmal Boote angreifen.
Nachwuchs
Flusspferde paaren sich im Wasser. Nach etwa acht Monaten kommt ein Junges zur Welt. Meist werden die Jungen zwischen Oktober und März oder April geboren, dies variiert jedoch von Region zu Region.
Flusspferd-Weibchen bekommen etwa alle zwei Jahre Nachwuchs. Die Geburt findet im Wasser oder auf dem Land statt.
Ein Flusspferd-Baby wiegt rund 50 Kilogramm. Es kann sofort laufen und schwimmen, in tieferem Wasser trägt die Mutter sie oft auf dem Rücken.

Gesäugt werden die Kleinen im Wasser. Sie bleiben immer in der Nähe der Mutter und folgen ihr nachts auch auf das Land.
Nach etwa einem Jahr werden sie entwöhnt und ernähren sich nur noch von Gras. Sie bleiben aber rund sieben Jahre in der Nähe der Mutter.
Mit etwa sechs Jahren werden die Tiere geschlechtsreif.