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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Gottesanbeterin

Eine Gottesanbeterin (Bild: www.colourbox.com)

Mantis religiosa

Fangheuschrecke. Die Gottesanbeterin hat ihren Namen von ihrer Körperhaltung.
Sie hat ihre Vorderbeine oft angewinkelt; das sieht aus, als würde sie beten.
Aussehen
Gottesanbeterin auf einem Ast (Bild: SWR)Der Körper der Gottesanbeterin ist 5 bis 7,5 Zentimeter lang und dünn. Am Hinterleib hat sie vier dünne Beine, mit denen sie über Zweige und durchs Gebüsch krabbelt.

Die zwei Vorderbeine sind kräftiger und dienen als Fangbeine. Sie sind oft zusammengefaltet und haben Dornen und Haken.
An ihrem dreieckigen Kopf fallen sofort die großen Facettenaugen auf: sie sitzen seitlich am Kopf.
Damit hat sie einen guten Überblick.

Gottesanbeterin (Bild: SWR)Zudem kann sie ihren Kopf sehr gut drehen und so ihre Beute mit den Augen verfolgen.
Die Gottesanbeterin kann grün, gelblich oder braun gefärbt sein. Die Weibchen werden größer und dicker als die Männchen.
Beide haben als Erwachsene lange Flügel. Die Weibchen fliegen damit aber gar nicht mehr. Die Männchen tun es sehr selten und fliegen dann nur ganz kurze Strecken. Bei den Männchen ragen die Flügel über den Hinterleib hinaus, bei den Weibchen nicht.
Heimat
Zwei Gottesanbeterinnen auf Weintrauben (Bild: SWR)Die Gottesanbeterin lebt in bestimmten Gebieten in Mittel- und Südeuropa. In Deutschland kommt sie nur noch in Baden-Württemberg, in der Gegend um den Kaiserstuhl, vor.

In Österreich leben noch einige Fangschrecken am Neusiedler See. In Südeuropa - wie z.B. in Italien, Kroatien oder der Türkei - sind sie aber stellenweise häufig anzutreffen.
Lebensraum
Eine Gottesanbeterin auf Weintrauben (Bild: SWR)Die Gottesanbeterin bewohnt Büsche und Sträucher, aber man findet sie auch auf dem Boden des Graslandes.

Sie liebt besonders sonnige Hänge und Waldränder. Dort krabbeln die erwachsenen Tiere hauptsächlich von August bis Oktober herum.
Rassen und Arten
Die Fangschrecken oder Gottesanbeterinnen (Ordnung Mantodea) teilen sich in acht Familien mit insgesamt rund 2150 Arten auf. Damit bilden sie unter den Insekten, die fast eine Million Arten umfassen, nur eine sehr kleine Gruppe.

Gottesanbeterin (Bild: SWR)Manche Fangschrecken in den Tropen sind bunt gefärbt. Sie sehen dann manchmal aus wie Blütenblätter. Dadurch tarnen sie sich in einer Umgebung mit vielen Blumen gut.

Einige dieser Arten können bis zu 15 Zentimeter groß werden. Die großen Fangschrecken können auch junge Mäuse, Vögel und Eidechsen fangen und auffressen.

Die nächsten Verwandten der Fangschrecken sind die Schaben und die Termiten. Mit ihnen zusammen bilden sie die Überordnung der Schabenähnlichen (Blattoidea).
Lebenserwartung
Die Gottesanbeterin lebt nur ein Jahr. Die Larven, die auch Nymphen heißen, schlüpfen im Frühjahr. Die erwachsenen Tiere, die Imagines genannt werden, sterben im Spätjahr, wenn die kalte Jahreszeit beginnt.
Autorin: Barbara Kiesewetter