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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Gans, Haus-/Graugans

Nah dran: Gänse

Redaktion: Katrin Grünewald
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Die OLIcam zeigt, wie man weibliche und männliche Gänse voneinander unterscheiden kann. Gar nicht so einfach!
Eine Großfamilie von Gänsen schwimmt durch einen schützenden Schilfwald (Bild: picture alliance / dpa)

Anser anser

Schon Griechen, Römer und Germanen hielten Hausgänse als Haustiere.
Ihre Ahnen sind die wilden Graugänse, die ihren Namen wegen der Farbe ihres Gefieders tragen.
Aussehen
Graugans  (Bild: SWR)
Haus- und Graugänse gehören wie alle Gänse zur Familie der Entenvögel und sind ganz schön große Brocken:

Hausgänse werden 75 bis 90 Zentimeter lang und wiegen, wenn sie gemästet werden, viereinhalb bis fünfeinhalb, manchmal sogar bis sechseinhalb Kilogramm.

Die Rasse der Emdener Gänse wird sogar zehn bis zwölf Kilogramm schwer. Wildgänse sind im Vergleich zu den Hausgänsen meistens leichter und wiegen, wie etwa die Graugänse, nur drei bis vier Kilo.
Füße einer Hausgans  (Bild: SWR)
Das Gefieder der Hausgänse ist weiß. Die Federn der Graugänse sind hellgrau bis bräunlich. Haus- und Graugänse gehören zu den Schwimmvögeln. Das heißt, sie leben im und auf dem Wasser und ihre fleischfarbenen Füße besitzen Schwimmhäute, damit sie besser schwimmen können. Die Beine sind rötlich gefärbt.
Männchen und Weibchen sind an äußeren Merkmalen so gut wie gar nicht zu unterscheiden. Ungefähr im Juli beginnen sich die Gänse zu mausern: Das heißt, sie bekommen nach und nach ein neues Federkleid.
Heimat
Die weißen Hausgänse sind heute durch den Menschen auf der ganzen Welt verbreitet.
Graugänse im Schnee  (Bild: SWR)
Die meisten Wildgänse leben auf der Nordhalbkugel. Viele brüten in der Arktis, überwintern aber in milderen Regionen. Graugänse beispielsweise gibt es in Europa, Nordamerika und Asien.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Island bis Westsibirien und von Portugal über Nordafrika bis nach Afghanistan.

Einige Graugänse brüten noch bei uns, die meisten jedoch in Nord- und Osteuropa sowie in Asien.

In Deutschland sind Graugänse hauptsächlich im Donau-Gebiet und in Norddeutschland zu sehen. Zum Überwintern ziehen viele Tiere weiter nach Süden in den Mittelmeerraum und sogar bis Nordafrika. Da bei uns nur wenige Tiere brüten, bekommt man Graugänse meist nur auf dem Durchzug zu sehen.
Lebensraum
Graugans im Wasser  (Bild: SWR)
Graugänse brauchen, wie fast alle Wildgänse, einen Lebensraum mit Seen und Flüssen, die dicht von Schilf, Binsen oder Wald umgeben sind, so dass die Tiere sich beim Brüten gut verstecken können.

Auch in Sumpfgebieten sind sie anzutreffen. Wichtig ist, dass sie in der Nähe dieser Feuchtgebiete Äcker und Wiesen finden. Dort kann man die Graugänse am besten beobachten, wenn sie nach Futter suchen.
Mittlerweile finden sich Graugänse aber auch auf Seen in Parks ein.
Rassen und Arten
Weiße Hausgans  (Bild: SWR)
Es gibt heute zahlreiche Hausgans-Rassen. Zu den wichtigsten gehören die Diepholzer Gans, die Emdener Gans, die Pommersche Gans und die Rheinische Gans.
Die Wildgänse unterteilt man in zwei Gruppen: In die Feldgänse mit zehn Arten, zu denen zum Beispiel die Graugans gehört sowie in die Meergänse mit sechs Arten.
Von der wilden Graugans gibt es eine östliche und eine westliche Rasse. Der Schnabel der westlichen Rasse ist stärker orangerot. Eine nahe Verwandte der Graugans ist die Saatgans. Sie ist genauso groß, aber an Kopf, Hals und Vorderflügel dunkler gefärbt. Die Kurzschnabelgans ist kleiner als die Graugans und kommt nur im Winter nach Großbritannien und in ein paar wenige Flecken Westeuropas.
Rothalsgans (Bild: SWR)Zu den Meergänsen gehören beispielsweise die Kanadagans, die Ringelgans, die Nonnengans und die Hawaiigans.
Während die ersten drei Arten ähnlich wie die Graugans am und auf dem Wasser leben und Zugvögel sind, hat die Hawaiigans eine ganz besondere Lebensweise.
Hawaiigans (Bild: SWR)
Diese etwa zwei Kilogramm schwere Gans mit bräunlichem Gefieder lebt ausschließlich auf einigen Inseln Hawaii-Insel-Gruppe, und zwar auf Hawaii, Maui und Kauai. Sie bewohnt dort jedoch nicht die Küste, sondern das Innere der Insel.
Auf Hawaii findet man sie beispielsweise auf dem Vulkankegel des Mauna Loa. Dort lebt sie auf Lavafeldern in 1500 bis 2500 Metern Höhe.
In dieser Gegend gibt es weit und breit weder Seen noch Bäche. Doch weil die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist und es häufig regnet, gibt es reichlich Gräser, Sträucher mit Beeren und viele andere Pflanzen. Brutzeit ist von November bis Februar. Die Gänse bauen auf dem Lavaboden ein Nest und legen es mit Daunen aus.
Etwa einen Monat lang werden die Eier ausgebrütet. Die Jungen sind aber nicht, wie bei den anderen Gänsen, Nestflüchter, sondern verlassen erst mit zwei bis drei Monaten das Nest.
Zwei Hawaiigänse auf einer Wiese (Bild: SWR)
Hawaiigänse gehören zu den seltensten Gänsen, und sie sind stark bedroht: Sie wurden früher gejagt, und sie fielen vom Menschen eingeführten Tieren wie Hunden, Katzen oder auch Ratten zum Opfer.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatten nur noch etwa 30 Hawaiigänse überlebt.
In einem Auswilderungsprogramm wurden jedoch Vögel aufgezogen und ausgesetzt, und heute gibt es schätzungsweise wieder 1000 frei lebende Hawaiigänse. Sie gelten jedoch immer noch als gefährdet.
Lebenserwartung
Graugänse können etwa 17 Jahre alt werden. Hausgänse können sogar noch älter werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter