SWR Kindernetz
ProgrammvorschauNewsletter

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Großer Abendsegler

Alltag
Anders als die meisten Fledermaus-Arten leben die Großen Abendsegler sowohl im Sommer als auch im Winter in Baumhöhlen. Weil sie bei uns immer weniger alte Bäume mit Höhlen finden, weichen sie manchmal in Gebäude aus.

hängende Fledermaus (Bild: SWR)Tagsüber schlafen Fledermäuse. Dabei hängen sie - wie auch im Winterschlaf - mit dem Kopf nach unten in ihrer Baumhöhle und halten sich mit den Krallen ihrer Hinterbeine fest.

Kurz nach Sonnen-Untergang werden die Großen Abendsegler munter und gehen in der Dämmerung auf Insektenjagd. Große Abendsegler jagen bis zu sechs Kilometer von ihrem Quartier entfernt und fliegen bis zu 50 Stundenkilometer schnell.

Sie fliegen ziemlich hoch: in zehn bis 50 Metern Höhe. Im Flug kann man sie daran erkennen, dass sie sehr schnell und gerade fliegen und sich dann immer wieder im Sturzflug in die Tiefe stürzen.

Ähnlich wie Zugvögel wandern die Abendsegler im Lauf des Jahres. Im Herbst ziehen sie zum Beispiel von ihren Fortpflanzungs-Gebieten im Norden Deutschlands und in Süd-Schweden zu ihren Überwinterungs-Plätzen weiter im Süden. Dabei legen sie Strecken von über 2000 Kilometern zurück. Während der Wanderung im Frühjahr und Herbst kann man die Tiere besonders häufig sehen und gut beobachten.
Kopf eines Großen Abendseglers (Bild: SWR)Wie alle Fledermäuse orientieren sich Abendsegler mit Hilfe der so genannten Echo-Ortung. Das heißt, sie senden Laute aus, die so hoch sind, dass wir Menschen sie nicht hören können.
Diese so genannten Ultraschallwellen prallen an Hindernissen oder Beutetieren ab und werden zurückgeworfen.

Durch die Art der Wellen und die Zeit, die sie brauchen, um zurückzukommen, wissen die Fledermäuse, wo und wie weit entfernt ein Hindernis ist. Dies geschieht so schnell, dass sie auch im Flug mühelos Gefahren und Hindernissen ausweichen können.
Fledermaus an der Wand (Bild: SWR)Im Winter halten die Großen Abendsegler in den Höhlen dicker Bäume oder in tiefen Felsspalten, wo sie vor der Kälte etwas geschützt sind, ihren Winterschlaf.
Nur ganz selten suchen sie in Kirchen oder anderen Gebäuden Schutz.

Wer eine Fledermaus im Winterschlaf entdeckt, darf sie auf keinen Fall aufwecken - sie kann dann leicht sterben.
Freunde und Feinde
Meist können die schnellen und geschickten Flieger ihren Feinden entkommen. Nur Greifvögel und Marder können ihnen gefährlich werden.
Jagd
Abendsegler jagen vor allem über Gewässern, Wiesen, Waldrändern und über den Baumwipfeln der Wälder. Sie spüren ihre Beute mit Hilfe von Ultraschall-Wellen auf. Haben sie ein Insekt erbeutet, fressen sie es noch im Flug.
Nachwuchs
Nach der Paarungszeit im Frühjahr kommen im Mai und Juni meist zwei Junge zur Welt. Sie sind noch nackt und blind. Erst nach etwa zwei Wochen haben sie ein richtiges Fell. Mit vier bis sechs Wochen können sie bereits fliegen. Bis dahin müssen sie sich gut am Fell der Mutter festklammern. Mit etwa neun Wochen sind sie selbstständig.
Sprache
Während der Jagd geben die Großen Abendsegler Laute von sich, die sogar wir Menschen hören können: Es ist ein metallisch klingendes "zick, zick".
Autorin: Barbara Kiesewetter