Alltag

Obwohl die Tiere ziemlich groß sind, wurden sie von europäischen Forschern erst spät entdeckt. Eine Spur der stillen, scheuen Bewohner der Bambuswälder fiel zuerst im Jahr 1869 dem französischen Jesuitenpater und Forscher Armand David auf, als er am Hof des Kaisers von China eine auffällig gemusterte Felldecke sah: Es war der Pelz eines Großen Pandas.
Erst rund 50 Jahre später bekam der deutsche Biologe Hugo Weigold bei einer China-Expedition einen lebenden Pandabären zu Gesicht. Und weitere 20 Jahre später gelangte der erste Panda nach New York, noch später nach Europa.

Große Pandas leben überwiegend am Boden. Sie können aber auch ganz gut auf niedrige oder mittelhohe Äste klettern. Außerdem sind sie gute Schwimmer.
Sie sind meist in der Dämmerung und in der Nacht aktiv, am Tag ziehen sie sich in ihre mit Laub ausgepolsterte Schlafhöhle zurück.

Die Tiere sind richtige Einzelgänger. Jeder Bär bewohnt ein bis zu sechs Quadratkilometer großes Revier, das er mit einem Stoff aus speziellen Duftdrüsen markiert. Vor allem die Weibchen sind strenge Revierbesitzer: Sie dulden in einem 30 bis 40 Hektar großen Kerngebiet ihres Reviers keine anderen Weibchen, sondern vertreiben diese ohne Ausnahme.
Die Männchen sind gegenüber Artgenossen etwas verträglicher, doch auch sie gehen sich lieber aus dem Weg. In ihren Revier legen die Tiere richtige Wanderwege an, die sie immer wieder benutzen, um von ihren Schlafplätzen zu den Futterplätzen zu gelangen.

Große Pandas sind ziemlich beschauliche Zeitgenossen: Ihre Nahrung ist sehr nährstoffarm und schwer verdaulich, deshalb verbringen sie rund 14 Stunden pro Tag mit Fressen. Weil sie - anders als die andere Bären - sich nicht auf die Hinterbeine aufrichten können, sitzen sie dabei auf dem Po und greifen den Bambus mit den Vorderpfoten.

Mit ihren Pseudodaumen halten sie die Triebe fest und streifen geschickt die Blätter von den Zweigen ab.
Nach ihren ausgiebigen Mahlzeiten lehnen sie sich zum Ausruhen gern an Baumstämme an und halten einen Verdauungsschlaf.
Nachwuchs
Zur Paarungszeit von März bis Mai werden die Großen Pandas etwas geselliger: Oft kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen. Zu schweren Verletzungen kommt es dabei aber selten. Wer den Kampf und das begehrte Weibchen gewinnt, kann sich schließlich mit dem Weibchen paaren.
Wie bei anderen Bären nistet sich die befruchtete Eizelle aber erst 45 bis 120 Tage nach der Paarung in der Gebärmutter ein. Erst im August oder September bringt eine Panda-Bärin dann ein oder zwei Junge zur Welt. Meist wird nur ein Jungtier von der Mutter aufgezogen.
Panda-Babys sind richtige Winzlinge: Sie bringen gerade mal 90 bis 130 Gramm auf die Waage, ihr Fell ist weiß und noch ziemlich spärlich. Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren besitzen sie noch einen ziemlich langen Schwanz. Die Kleinen sind noch ganz hilflos und auf ihre Mutter angewiesen.

Nach vier Wochen zeigen sie die typische Fellzeichnung und erst nach 40 bis 60 Tagen öffnen sie die Augen. Feste Nahrung nehmen sie mit etwa fünf Monaten zu sich, und erst wenn sie acht oder neuen Monate alt sind, werden sie nicht mehr von der Mutter gesäugt.
Panda-Bären werden erst mit eineinhalb Jahren selbstständig und verlassen dann ihre Mutter.
Mit fünf bis sieben Jahren sind sie geschlechtsreif.
Sprache
Große Pandas lassen ein dumpfes Brüllen hören - allerdings nur selten, und wenn, dann meist zur Paarungszeit.