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Gürteltiere


Dasypodidae
Alltag
Ein Braunborsten-Gürteltier wühlt mit seiner Schnauze in der Erde (Bild: SWR)Alle Gürteltiere sind Einzelgänger und meistens in der Nacht aktiv. Erst wenn es dunkel wird, machen sich auf zur Nahrungssuche. Mit ihrer langen, klebrigen Zunge fangen sie Insekten und andere kleine wirbellose Tiere. Größere Gürteltierarten fressen manchmal aber auch Eidechsen und Mäuse, selten auch Pflanzen.
Ein Braunborsten-Gürteltier streckt seine Nase in die Luft (Bild: SWR)Gürteltiere können nicht gut sehen, haben aber einen hervorragenden Geruchssinn: Mit ihrer Nase spüren sie Tiere auf, die 20 Zentimeter tief im Erdboden versteckt sind. Die Beute graben sie mithilfe ihrer starken Krallen aus. Riesengürteltiere können mit ihren bis zu 15 Zentimeter langen Krallen sogar Termitenbauten aufbrechen.
Ein Braunborsten-Gürteltier kommt aus einem Erdloch gekrochen (Bild: SWR)Gürteltiere wirken etwas plump, sie sind aber erstaunlich flink. Auch vor Gewässern machen sie nicht Halt: Sie sind gute Schwimmer. Damit sie wegen ihres schweren Panzers nicht untergehen, schlucken sie Luft und speichern sie in Magen und Darm. Manchmal durchqueren Gürteltiere Bäche, indem sie auf dem Grund laufen.
Den Tag verbringen Gürteltiere schlafend in Erdhöhlen.
Freunde und Feinde
Ein Braunborsten-Gürteltier wird von jemandem festgehalten (Bild: SWR)Gürteltiere haben nicht sehr viele Feinde, weil ihr Panzer ein prima Schutzschild ist. Lediglich Jaguare schaffen es, den Panzer der Gürteltiere zu knacken.
Bei Gefahr krümmen sich die meisten Gürteltiere zusammen. Das Kugelgürteltier etwa rollt sich zu einer perfekten Kugel zusammen, wenn es angegriffen wird. Die Beine werden im Inneren der Kugel versteckt. Die Panzerplatten des Kopfs und des Schwanzes bilden den Verschluss der Kugel.
Ein Braunborsten-Gürteltier wühlt mit der Schnauze tief in der Erde (Bild: SWR)Das Braunborsten-Gürteltier hat eine etwas andere Verteidigungsstrategie: Es presst sich fest an den Boden und gräbt sich in die Erde ein. Dabei kann es bis zu sechs Minuten die Luft anhalten - meist ist die Gefahr dann vorbei. Diese Fähigkeit, lange die Luft anhalten zu können, hilft den Tieren auch beim Graben nach Nahrung.
Auch Menschen sind eine Gefahr für Gürteltiere: Weil ihr Fleisch gut schmeckt, werden sie in Südamerika in manchen Regionen gejagt.
Nachwuchs
Je nach Art dauert die Tragzeit bei Gürteltieren bis zu vier Monate. Die Jungen werden in einer unterirdischen Höhle zur Welt gebracht und von der Mutter gesäugt. Die Haut der Gürteltierbabys ist am Anfang noch weich und ledrig, erst nach einigen Wochen verwandelt sie sich in einen harten Panzer.
Die Anzahl der Jungen ist je nach Art unterschiedlich: Kugelgürteltiere bringen nur ein Junges zur Welt. Bei Braunborstengürteltieren gebären die Weibchen meist zwei, bei Neunbinden-Gürteltiere dagegen vier Junge.
Sprache
Gürteltiere geben kaum Laute von sich. Wenn sie sich bei Gefahr zusammenrollen und ausatmen, lassen manche ein Zischen hören.