Aussehen
Der Vorfahr unserer Hühner ist das wilde Bankivahuhn (Gallus gallus) aus Indien. Es ist kleiner als die Haushühner und sein Gefieder ist rebhuhnfarben.
Unsere Haushühner wiegen 1,8 bis 2,2 Kilogramm. Typisch sind der rote Kamm und die Kehllappen am Kopf. Vor allem bei den Hähnen ist der Kamm sehr groß.
Hühner gehören zur Familie der Fasanenartigen; sie sind Vögel, die die meiste Zeit auf dem Boden leben. Sie können zwar nicht besonders gut fliegen, aber dafür können sie mit ihren kräftigen Beinen umso schneller rennen. Bei den Haushühnern werden die Flügel meist gestutzt, damit die Tiere nicht davon flattern. Hühner können nur in der Nähe gut sehen, alles, was mehr als 50 Meter weit entfernt ist, können sie nicht mehr erkennen.
Der Körper des Haushuhns ist ziemlich massiv, der Kopf ist klein. Die Füße der Hühner haben vier Zehen: Drei große Zehen sind nach vorne gerichtet, eine kleinere Zehe nach hinten.
Über dieser Zehe sitzt ein spitzer Sporn. Ihn setzen die Hähne bei den Hahnen-Kämpfen als gefährliche Waffe ein.
Die Füße tragen keine Federn; sie sind mit gelben Hornschuppen bedeckt.
Das Gefieder der Hühner kann unterschiedlich gefärbt sein. Einmal im Jahr wird es bei der Mauser gewechselt.
Die heutigen Hühner-Rassen sind meist entweder weiß oder braun, es gibt aber auch wunderschön gefärbte Rassen: schwarzweiß meliert, braun gesprenkelt oder schwarz.
Die Hähne können richtig bunt sein, z. B. schwarz mit rotbraun und beige sowie blau oder grün schillernden Schwanzfedern. Außerdem sind Hähne deutlich größer als die Hennen.
Lebensraum
Die Bankivahühner leben im Dschungel in den trockenen Wäldern bis in 1500 m Höhe. Unsere Haushühner lieben Wiesen, wo sie nach Futter suchen können. Nachts brauchen sie einen Stall, um vor Kälte und Feinden geschützt zu sein.
Rassen und Arten
Vom wilden Bankivahuhn gibt es fünf Unter-Arten; von unserem Haushuhn gibt es heute etwa 150 verschiedene Rassen. Seit dem 19. Jahrhundert haben die Menschen versucht, Hühner zu züchten, die besonders viele Eier legen. Daraus entstand das weiße Leghornhuhn. Außerdem wurden Rassen gezüchtet, die besonders viel Fleisch lieferten, wie zum Beispiel das Brahmahuhn. Wilde Verwandte des Haushuhns sind Auerhuhn, Birkhuhn, Rebhuhn sowie Fasan und Wachtel.
Einige Hühnerrassen werden jedoch weniger zum Eierlegen, sondern wegen ihres Aussehens als Zierrassen gehalten. Zu den schönsten gehören die Seidenhühner.
Diese besondere Rasse entstand bereits vor über 800 Jahren in China. Der erste Europäer, der sie zu Gesicht bekam, war der Händler Marco Polo. Er berichtete im Jahr 1292 nach einer China-Reise von diesen Hühnern. Heute wird diese Rasse auch bei uns gezüchtet.
Seidenhühner sind etwas kleiner als normale Hühner und besitzen ein ganz anderes Gefieder als diese: Weil die feinen Seitenäste der Federn keine Widerhaken haben, bilden sie keine stabilen Federn, sondern wirken eher wie Haare.
Das ganze Gefieder erinnert eher an ein weiches, flauschiges, langes Fell als an ein gewöhnliches Federkleid. Seidenhühner können deshalb auch nicht fliegen. Das Gefieder kann ganz unterschiedlich gefärbt sein: Die Farbpalette reicht von rotbraun über silbergrau bis zu schwarz, weiß, gelblich und sogar dunkelblau.
Seidenhühner besitzen außerdem an den Füßen fünf Zehen anstatt vier und haben eine schwarzblaue Haut.
Seidenhühner gibt es in mehreren Varianten: Neben dem Chinesischen Seidenhuhn gibt es das Japanische und das Siamesische Seidenhuhn sowie das noch kleinere Zwerg-Seidenhuhn.
Lebenserwartung
Hühner können 15 bis 20 Jahre alt werden. Hennen, die in modernen Legebatterien leben, legen allerdings schon nach 10 bis 18 Monaten keine Eier mehr und werden deshalb geschlachtet.