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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Igel

Igel im Winter

Autorin: Sandra Goller
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Wenn es langsam kalt wird, bereiten sich Igel auf den Winterschlaf vor. In dieser Jahreszeit werden viele Igel in Wildtierpflegestationen abgegeben. Und das schadet den Tieren meistens mehr, als dass es ihnen nützt.
Igel im Herbstlaub (Bild: picture alliance / dpa)

Erinaceus europaeus

Der Igel erhielt seinen Namen wegen einer seiner Lieblingsspeisen, denn "Igel" bedeutet "der zur Schlange gehörende" oder auch "Schlangenfresser".
Aussehen
Eine Hand auf den Stacheln eines Igels (Bild: SWR)An den braunen Stacheln mit weißer Spitze sind Igel ganz leicht zu erkennen. 8000 von diesen Stacheln, die eigentlich umgewandelte Haare sind, tragen sie auf dem Rücken.
Nur am Bauch und im Gesicht, rund um die immer feuchte Nase, die dunklen Knopfaugen und um die Ohren, wachsen Haare.
Von der Schnauze bis zum kurzen Stummelschwanz misst ein Igel 22 bis 30 Zentimeter.
Ein ausgewachsenes Tier wiegt ein bis anderthalb Kilo.
Heimat
Das Verbreitungsgebiet des Igels erstreckt sich von Europa über Vorderasien und reicht bis weit in den Osten Chinas. Hier bevölkert der Igel alle Regionen, sofern ihm das Klima nicht zu heiß oder zu kalt ist.

Der Europäische Igel bewohnt ganz Süd- und Mitteleuropa. Er lebt nicht nur im Tiefland, sondern kommt auch in höheren Gebieten, teils sogar im Hochgebirge, vor.
Lebensraum
Ein Igel auf einer Wiese (Bild: SWR)Am liebsten treiben sich Igel an Waldrändern und Hecken sowie im Gestrüpp und Unterholz herum.
In der Stadt trifft man die Stacheltiere meistens in Gärten und Parkanlagen. Denn dort finden sie genug Verstecke.
Igel verkriechen sich tagsüber nämlich gerne in Felsspalten, Erdhöhlen, Scheunen, Reisighaufen oder im Gebüsch. Dann können sie ungestört schlummern.

Der Igel kann große Entfernungen zurücklegen. Das Gebiet, das ein Igel durchstöbert ist bis zu 100 Hektar groß. Das entspricht etwa der Größe von 130 Fußballfeldern! Obwohl Igel Einzelgänger sind, verteidigen sie ihr Gebiet nicht gegen andere Igel.
Rassen und Arten
Die Familie der Igel (Erinaceidae) zählt zu den Insektenfressern. Die Familie setzt sich aus drei Gruppen zusammen: die Ratten- oder Haarigel, die Großohr- oder Steppenigel und die Stacheligel oder echten Igel. Dazu gehört auch der europäische Igel, weil er ja Stacheln hat.
Ein Weißbauchigel (Bild: SWR)Ein afrikanischer Verwandter unseres Igels ist der Afrikanische Weißbauchigel. Er ist etwas kleiner als der Europäische Igel: Er wird höchstens 20 Zentimeter lang und wiegt nur 500 Gramm. Außerdem haben die Tiere etwas längere Beine.
Zuhause ist der Afrikanische Weißbauchigel in Afrika von Kenia bis zum Senegal. Dort ist er vor allem in der Savanne und im Buschland zu finden. Wie die anderen Igelarten ist er in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Am Tag, wenn es sehr heiß ist, schlafen die Tiere in Erdhöhlen.
Ein Weißbauchigel versteckt sich unter einem Ast (Bild: SWR)Seit etwa 20 Jahren werden Afrikanische Weißbauchigel auch als Haustiere gehalten.
Damals begann man, die Tiere in den USA zu züchten, heute werden die Tiere auch bei uns angeboten. Tierschützer warnen jedoch:
Weißbauchigel sind als Haustiere nicht geeignet. Zum einen sind sie nur in der Nacht aktiv, zum anderen haben sie ganz besondere Ansprüche an die Pflege und Fütterung.
Ein Weißbauchigel wird von zwei Händen gehalten (Bild: SWR)Weil die Tiere außerdem von Natur aus daran gewöhnt sind, sich viel zu bewegen, leiden sie sehr, wenn sie in Käfigen oder Terrarien - auch wenn sie noch so groß sind - gehalten werden. Während Weißbauchigel in der Natur etwa sechs Jahre alt werden können, sterben sie in Gefangenschaft meist schon mit zwei Jahren.

Der Braunbrust- oder Westigel hat einen ganz nahen Verwandten, den Weißbrust- oder Ostigel. Wie der Name schon sagt, lebt dieser mehr in Osteuropa und hat einen weißen Hals. Früher kam er auch in östlichen Regionen Deutschlands vor. Heute gilt er dort als ausgestorben.
Lebenserwartung
Durchschnittlich erreichen Igel in freier Wildbahn ein Alter von nur zwei bis vier Jahren, obwohl sie bis zu sieben Jahre alt werden können.
Autorin: Barbara Kiesewetter