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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kaninchen

Alltag
Eingang eines Kaninchenbaus (Bild: SWR)
Kaninchen sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Sie leben meist in einem festen Gebiet mit etwa einem Quadratkilometer Durchmesser. Dort haben sie ihren unterirdischen Bau, in dem sie sicher und vor Feinden geschützt sind. Diese Baue bestehen aus bis zu 2,7 Meter tiefen, verzweigten Gängen.

Manchmal leben sie aber auch in Felsspalten und Mulden an der Erd-Oberfläche.
Kaninchenfamilie (Bild: SWR)
Kaninchen sind sehr gesellige Tiere: Eine Kaninchenfamilie besteht aus bis zu 25 Tieren.

Meist leben ein erwachsenes Männchen, mehrere Weibchen und viele Jungtiere zusammen. "Chef" der Familie ist das Männchen.

Fremde Tiere aus einer anderen Familie werden nicht geduldet sondern verjagt.

Ein Kaninchen springt davon, ein anderes sitzt in einiger Entfernung (Bild: SWR)
Wenn Sie nach Nahrung suchen, wandern sie schon mal bis zu fünf Kilometer weit. Dabei benutzen sie immer die gleichen Wege: Manchmal kann man diese Pfade im Gras entdecken, weil sie richtig ausgetreten sind. Solche Wege werden auch Wechsel genannt.
Kaninchen haben eine ganz typische Fortbewegungsart: Sie springen und hoppeln.

Wenn sie gejagt werden, können sie auch Haken schlagen; das heißt, sie ändern blitzschnell die Richtung und schütteln so ihre Verfolger ab.
Ein Kaninchen hat sein Ohr gespitzt (Bild: SWR)
Kaninchen können sehr gut hören. Das ist wichtig, damit sie in freier Wildbahn rechtzeitig auf Gefahren aufmerksam werden und fliehen können.
Da sie in der Lage sind, beide Ohren unabhängig voneinander zu bewegen, können sie gleichzeitig mit dem einen Ohr nach vorne und mit dem anderen nach hinten hören - so entgeht ihnen kein Geräusch.
Außerdem können Kaninchen sehr gut sehen, vor allem in die Ferne und in der Dämmerung, und sie können sehr gut riechen.

Nahaufnahme einer Kaninchenschnauze (Bild: SWR)
Als Haustiere wurden Kaninchen schon von den Römern vor etwa 2000 Jahren gehalten. Sie schätzten diese Tiere vor allem als Fleischlieferanten.

Wildkaninchen lassen sich nur schlecht in einem Gehege halten, weil sie nicht so zahm werden und sehr scheu sind. Die heutigen Kaninchen-Rassen sind meist viel größer und ruhiger als die Wildkaninchen. Wenn zahme Kaninchen aber ausreißen, verwildern sie rasch und leben wieder wie ihre wilden Vorfahren.
Freunde und Feinde
Kaninchen haben viele Feinde: Alle Raubtiere vom Hermelin, Marder und Fuchs bis zu Wolf, Luchs und Bär machen Jagd auf sie. Aber auch große Eulen und Greifvögel sowie Kolkraben können ihnen gefährlich werden. Weil sie sich so stark vermehren, wurden sie in manchen Regionen auch stark vom Menschen gejagt.
Nachwuchs
In warmen Gegenden wie Südeuropa und Afrika vermehren sich die Kaninchen das ganze Jahr über. In den kühleren Regionen wie Mittel- und Nordeuropa ist nur zwischen Februar und Oktober Paarungszeit. Vor der Paarung jagt das Männchen das Weibchen im Kreis herum.
Kaninchenmutter mit ihren Jungen (Bild: SWR)
Meist paaren sie sich im Bau, und dort kommen auch die Jungen zur Welt. Das Weibchen baut hier ein Nest aus trockenem Gras und Wolle von ihrem Bauchfell, in dem die Jungen warm und geschützt sind.
Kaninchen können vier bis fünfmal pro Jahr Junge bekommen. Nach etwa 31 Tagen kommen bis zu 15 Junge zur Welt.
Im Durchschnitt sind es aber meist nur sechs. Sie wiegen nur 35 Gramm und sind noch nackt und blind.

Kaninchenjunges mit Mutter (Bild: SWR)
Erst nach zehn Tagen öffnen sie die Augen, und wenig später verlassen sie zum ersten Mal ihr Nest.
Kaninchen-Babys werden etwa drei Wochen von der Mutter gesäugt und sind schon mit vier bis fünf Wochen selbstständig.

Geschlechtsreif werden sie mit drei bis vier Monaten, und mit acht bis zehn Monaten sind sie ganz ausgewachsen.
Sprache
Junger "Zwergteddy" sitzt aufmerksam da und schnüffelt (Bild: SWR)Kaninchen sind meistens sehr still.
Nur wenn sie bedroht werden, geben sie schrille Warnlaute von sich.
Wenn Gefahr droht, klopfen sie mit den Hinterbeinen auf den Boden.

Autorin: Barbara Kiesewetter