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Tierlexikon für Kinder

Das "Grüne Buch" - Archiv

Steckbrief
Verhalten
Pflege

Kartoffelkäfer

Alltag
Kartoffelkäfer auf einer Kartoffelpflanze (Bild: SWR)
Weil sich Kartoffelkäfer sehr schnell vermehren, können sie zu gefürchteten Schädlingen werden.

Die erwachsenen Käfer und die Larven sind in der Lage, das Laub ganzer Kartoffelfelder in kurzer Zeit abzufressen, so dass die Pflanzen absterben und keine Kartoffel-Knollen mehr entwickeln.

Bei einem starken Kartoffelkäfer-Befall sind Ernteausfälle von 50 Prozent keine Seltenheit.
Kartoffelkäferlarve beim Fressen (Bild: SWR)
Ursprünglich futterten die Kartoffelkäfer in ihrer Heimat Colorado die Büffelklette, eine Pflanze, die ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen gehört. Damals waren die Käfer noch harmlos. Aber nachdem etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Nordamerika Kartoffeln auf großen Feldern angebaut wurden, änderte sich das.

Die Käfer fanden Geschmack an ihnen und stellten sich auf diese neue Nahrungspflanze um. Seit dieser Zeit haben sich die Kartoffelkäfer unaufhaltsam ausgebreitet und sind zu Schädlingen geworden.

In Europa konnten sie sich besonders leicht breit machen, weil hier all ihre natürlichen Feinde fehlen.
Einzelner Kartoffelkäfer auf einer Kartoffelpflanze (Bild: SWR)
Außerdem kommt es, sobald auch nur ein einzige Käfer zu einem Kartoffelfeld gefunden hat, zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion: Die vom Käfer angefressene Pflanze gibt verschiedene Duftstoffe ab, die von weiter entfernten Kartoffelkäfern mit den Fühlern wahrgenommen werden.
Dadurch werden viele weitere Käfer angelockt und das Feld wird in kürzester Zeit von Kartoffelkäfern erobert.

Im Herbst verkriechen sich die erwachsenen Käfer im Boden und überwintern dort. Im Frühsommer krabbeln sie dann wieder aus ihren Verstecken hervor und suchen sich Kartoffelpflanzen.
Freunde und Feinde
Kartoffelkäfer hebt seine Flügel (Bild: SWR)
Die auffällige Färbung der Kartoffelkäfer ist eine Warnung für Fressfeinde und bedeutet: Achtung, wir schmecken nicht gut.

In ihrer Heimat Nordamerika gibt es trotzdem einige Vögel und große Laufkäfer, die Kartoffelkäfer und ihre Larven fressen.

Weil diese natürlichen Fressfeinde aber in Europa fehlen, konnten sie sich hier besonders gut vermehren.

Hauptfeind der Kartoffelkäfer ist heute der Mensch: Um die Kartoffelfelder vor dem Befall durch die Käfer zu retten, werden die Tiere mit Insektenvernichtungsmitteln bekämpft. Man erprobt aber auch biologische Bekämpfungsmethoden. Dabei versucht man, natürliche Krankheitserreger der Käfer wie Bakterien und Pilze einzusetzen, um sie zu vernichten, ohne nützlichen Insekten zu schaden und um die Umwelt weniger mit giftigen Chemikalien zu belasten.
Nachwuchs
Die Eier werden an der Blatt-Unterseite abgelegt (Bild: SWR)
Kartoffelkäfer können sich bis zu dreimal im Jahr fortpflanzen.

Nach der Paarung legen die Weibchen etwa 20 bis 80 Eier auf der Unterseite der Kartoffelblätter ab. Insgesamt legt ein Weibchen pro Sommer bis zu 2.500 Eier. Aus ihnen schlüpfen nach fünf bis zwölf Tagen die Larven.

Sie sind dunkel orangefarben und tragen schwarze Flecken.
Frisch geschlüpfte Kartoffelkäferlarven (Bild: SWR)
Ihr Appetit auf Kartoffelblätter ist riesengroß und deshalb wachsen sie auch sehr schnell. Die Larven häuten sich insgesamt dreimal.

Zwei bis vier Wochen, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, verpuppen sie sich im Boden. Nach etwa vierzehn Tagen schlüpfen die Käfer.
Sie bleiben noch mindesten eine Woche im Boden, bis sie hervorkriechen und sich auf Kartoffelfeldern breit machen.
Dort sind sie zunächst zwei Wochen lang ausschließlich mit Fressen beschäftigt, bevor sie zur Fortpflanzung bereit sind.
Autorin: Barbara Kiesewetter