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Das Grüne Buch

Tierlexikon

Steckbrief
Verhalten
Pflege

Kea


Nestor notabilis
Alltag
Kea untersucht einen Schuh (Bild: SWR)
Keas sind sehr ungewöhnliche Vögel: Sie sind so verspielt und neugierig, wie man es sonst nur zum Beispiel von Affen kennt. Sobald sie nicht mit der Nahrungssuche oder der Aufzucht der Jungen beschäftigt sind, untersuchen sie alles in ihrer Umgebung. Dabei machen sie nicht einmal vor Gegenständen von Menschen Halt.

Autos, Dichtungsgummis an Türen und Fenstern, aber auch alles, was man liegen lässt, untersuchen sie mit ihren scharfen Schnäbeln.
Zwei Keas (Bild: SWR)
Kein Wunder, dass dabei meist einiges beschädigt wird und auch der Lack von Autos oder Türen kräftige Kratzer bekommt.

Außerdem spielen sie gerne miteinander, toben herum, werfen sich auf den Rücken und schlagen beinahe Purzelbäume.
Kea mit einem Joghurt im Schnabel (Bild: SWR)
Keas gelten als sehr intelligent. Sie können Werkzeuge benutzen und Mülltonnen öffnen - natürlich nur, um alles zu stibitzen, was fressbar ist.

Außerdem können sie von ihren Artgenossen lernen und schauen sich von ihnen ab, wie das Leben so funktioniert.
Kea auf einem Ast (Bild: SWR)
Oder sie arbeiten mit ihnen zusammen, um etwas bestimmtes zu erreichen. Forscher haben herausgefunden, dass Keas ab dem Alter von zwei Jahren ältere Artgenossen bei der Futtersuche beobachten und von ihnen lernen.

Keas sind auch sehr soziale Vögel. Sie leben meist in Gruppen.

Die Männchen sind außerdem polygam, das heißt, sie paaren sich mit mehreren Weibchen.
Freunde und Feinde
Der größte Feind der Keas ist der Mensch: Weil viele Farmer glauben, dass Keas Schafe töten, wurden sie vor allem in der Vergangenheit gejagt. Wer ein Tier abgeschossen hatte, wurde sogar dafür belohnt.
Nachwuchs
Keas sind das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig, sie brüten aber vor allem im Frühjahr. Das ist in Neuseeland die Zeit, in der bei uns Herbst ist. Ist das Nahrungsangebot sehr knapp, kann sich die Brutzeit aber auch verschieben oder einmal ganz ausfallen. Manchmal brüten sie sogar bis zu vier Jahre lang gar nicht.
Das Nest bauen Keas zwischen Felsen oder in hohlen Baumstümpfen. Es wird mit Pflanzenmaterial ausgepolstert. Ein Weibchen legt zwei bis vier Eier, die sie alleine ausbrütet. Sind nach drei bis vier Wochen die Jungen geschlüpft, hilft das Männchen beim Füttern mit. Die jungen Keas bleiben etwa zwei Wochen lang im Nest.
Sprache
Der Ruf der Keas ist ein langgezogenes "kiiiaah" - daher kommt auch der Name der Vögel: Kea.