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Kleiner Igeltanrek  (Bild: SWR)

Kleiner Igeltanrek


Echinops telfairi

Auch wenn sie auf den ersten Blick aussehen wie die Miniaturform unserer Igel: Die Igeltanreks sind nur entfernt mit ihnen verwandt und gehören zu einer anderen Tier-Familie.
Aussehen
Schnauze mit Schnurrhaaren  (Bild: SWR)
Igeltanreks sehen aus wie sehr kleine, schlanke Europäische Igel: Sie messen von der Schnauzenspitze bis zum Po maximal 18 Zentimeter und wiegen gerade mal 230 Gramm.

Ihr Körper ist walzenförmig, die Beine kurz und kräftig. Der Kopf mit der spitzen Schnauze und den kurzen Schnurrhaaren sitzt auf einem gedrungenen Hals.
Die Ohren liegen dicht am Kopf  (Bild: SWR)
Die Augen sind klein, die runden Ohren liegen dicht am Kopf an. Der Schwanz ist kurz und abgeflacht.

Vom Kopf bis zum Po ist ihr Rücken mit einem dünnen Stachelkleid aus langen, weißlichen bis grauen Stacheln bedeckt. Gesicht, Bauch und Beine tragen ein kurzes, hellgraues bis weißes Fell
Heimat
Der Kleine Igeltanrek kommt wie alle anderen 20 Tanrek-Arten ausschließlich auf der östlich von Afrika liegenden Insel Madagaskar vor. Dort lebt er vor allem im Süden und Südwesten der Insel.
Lebensraum
Der Kleine Igeltanrek hält sich vor allem in trockenem Buschland auf. Dort lebt er nicht nur auf dem Boden, sondern klettert zur Nahrungssuche auch auf Sträucher und Bäume.
Rassen und Arten
Igeltanrek zwischen Blättern  (Bild: SWR)
Die Kleinen Igeltanreks sind mit unseren Igeln genauso nah verwandt wie mit Spitzmäusen und Maulwürfen und gehören wie diese zur Ordnung der Insektenesser.

Dort zählen sie aber zur Familie der Tanreks und wiederum zur Unterfamilie der Borstenigel.

Insgesamt gibt es zehn verschiedene Gattungen mit 30 Arten wie dem Großen Tanrek und dem Streifentanrek.
Lebenserwartung
Kleine Igeltanreks werden ziemlich alt: In Gefangenschaft können sie ein Alter von 13 Jahren, im Extremfall von bis zu 17 Jahren erreichen. Im Durchschnitt leben sie aber nur sechs bis neun Jahre lang.
Alltag
Kleine Igeltanreks sind nachtaktiv. Den Tag verbringen sie schlafend in ihren Verstecken, wo sie zu einer Kugel zusammengerollt oft zu mehreren liegen. Erst mit der Dämmerung werden sie munter und gehen auf Nahrungssuche. Dabei halten sie sich meist am Boden auf.
Igeltanrek unter einem Stein  (Bild: SWR)
Sie klettern aber auch auf Sträucher oder niedrige Bäume, wo sie Vogelnester ausplündern.

Bei Gefahr versuchen die Igeltanreks zunächst zu fliehen. Ist das nicht möglich, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen und sind dann durch ihr Stachelkleid gut vor Angriffen geschützt.
Igeltanrek auf Nahrungssuche  (Bild: SWR)
Das Gewicht der Tiere kann sehr unterschiedlich sein und schwankt zwischen 110 und 230 Gramm, je nach Ernährungszustand des Tiers.

Igeltanreks haben eine relativ niedrige Körpertemperatur, die zwischen 24 und 28°C liegt. Um sie zu erhöhen, müssen sie ab und zu ein Sonnenbad nehmen.
Igel in einem Blätternest  (Bild: SWR)
Wenn in der kühleren Jahreszeit im Südwinter die Temperaturen nur 17 bis 19 °C erreichen, es nur wenig regnet und es außerdem auch wenig Nahrung gibt, halten die Igeltanreks für zwei bis drei Monate eine Winterruhe.

Diese Zeit verbringen sie in einem Nest in Asthöhlen oder im Boden.
Freunde und Feinde
Wenn sie von Raubtieren angegriffen werden und nicht fliehen können, stoßen die Igeltanreks schnaufende und blasende Laute aus. Außerdem stellen sie ihre Stirnstacheln auf und versuchen, den Angreifer damit zu stoßen und abzuwehren. Nützt das nichts, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen und sind durch ihre Stacheln geschützt.

Einer der Haupt-Feinde der Kleine Igeltanreks ist der Mensch: Sie werden zum Teil gefangen und gegessen.
Nachwuchs
In der Paarungszeit produzieren die Männchen ein weißliches Sekret, das an den Augen aus der Haut austritt. Wozu dies dient, ist aber nicht bekannt.

Die Paarung kann über eine Stunde dauern. Dabei quiekt das Weibchen meist und das Männchen gibt schnaufende Laute von sich. Die Paarung wird mehrmals wiederholt. Nach der Paarungszeit trennen sich Männchen und Weibchen wieder.
Igeltanrek am Boden  (Bild: SWR)
Die trächtigen Weibchen bauen ein Nest, in dem sie nach 60 bis 65 Tagen Tragzeit zwei bis zehn Junge zur Welt bringen.

Die Neugeborenen sind noch blind und nackt. Sie wiegen bei der Geburt nur fünf bis zehn Gramm. Nach ein paar Tagen wachsen Fell und Stacheln.
Etwa am neunten Tag öffnen sie die Augen. Zwei Wochen nach der Geburt krabbeln sie zum ersten Mal aus dem Nest. Zuerst werden sie nur von der Mutter gesäugt. Mit etwa drei Wochen fangen sie an, auch feste Nahrung zu fressen. Im Alter von fünf Wochen hören sie auf, an der Mutter zu trinken.

Nach der ersten Überwinterung werden sie schließlich geschlechtsreif. Sie können sich bis zu einem Alter von etwa sieben Jahren fortpflanzen.
Ernährung
Kleiner Igeltanrek beim Fressen  (Bild: SWR)
Die Kleinen Igeltanreks haben einen abwechslungsreichen Speiseplan: Sie ernähren sich vor allem von Insekten, Spinnen, Würmern und Vogeleiern, manchmal auch von jungen Mäusen.

Ab und zu fressen sie aber auch Pflanzen und Früchte.