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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kormoran

Alltag
Kormorane setzen zur Landung auf dem Wasser an (Bild: SWR)So plump Kormorane beim Fliegen aussehen, so geschickt sind sie bei der Jagd nach Fischen unter Wasser: Sie können bis zu 16 oder 20 Meter tief tauchen; meist tauchen sie aber nur einen bis drei Meter tief.

Zunächst schwimmen sie auf der Wasseroberfläche und tauchen den Kopf bis über die Augen ins Wasser.
Haben sie einen Fisch erspäht, tauchen sie schnell in die Tiefe, schnappen sich die Beute und halten sie mit ihrem Hakenschnabel fest.
Kormorane auf Steinen und im Wasser an einer Küste (Bild: SWR)Beim Tauchen legen sie ihre Füße zusammen und benutzen sie als Paddel, der Schwanz dient als Höhen-Ruder.

Kormorane sind so gute Fischer, dass sie zum Beispiel in Ost-Asien zum Fischfang eingesetzt werden.
Dazu bindet man die Vögel an eine lange Leine. Um ihren Hals bekommen sie einen engen Ring gelegt, so dass sie die Beute nicht verschlucken können.
Die Fischer fahren nachts mit den Kormoranen aufs Meer hinaus und locken mit leuchtenden Fackeln Fische an. Dann beginnen die Kormorane mit der Jagd; ihre Beute liefern sie bei den Fischern ab. Sobald die Kormorane genügend Fische gefangen haben, wird der Ring um ihren Hals entfernt und die Vögel dürfen für sich selbst jagen.
Kormorane an einem Seeufer (Bild: SWR)Wenn sie brüten und ihre Jungen aufziehen, fischen Kormorane bis zu einem Umkreis von zehn Kilometer vom Nest entfernt. Ist die Brutzeit vorbei, haben sie keinen festen Standort, sondern ziehen von Ort zu Ort.

Die Kormorane, die bei uns leben, verbringen den Winter oft im Mittelmeerraum.
Die Tiere, die zum Beispiel in England zu Hause sind, bleiben dagegen das ganze Jahr über da, weil dort die Winter milder sind.
Freunde und Feinde
Kormoran (Bild: SWR)Kormorane wurden und werden von Menschen verfolgt, weil sie für Konkurrenten der Fischer und Angler gehalten werden. Sie wurden zum Teil so stark gejagt, dass sie bei uns fast ausgestorben waren.

Wissenschaftler konnten aber zeigen, dass die Zahl der Fische durch die Kormorane nicht zurückgeht - oder nur in ganz wenigen Fällen. Trotzdem werden sie manchmal immer noch verfolgt.

Man sieht sie heute bei uns meistens nur, wenn sie von ihren Brutgebieten in die Winterquartiere ziehen oder wenn sie bei uns überwintern.
Erst, seit sie unter Schutz stehen, sind Kormorane wieder häufiger bei uns zu sehen. Seit etwa 20 Jahren brüten auch wieder einige Kormoran-Paare in Deutschland.
Jagd
Kormorane jagen gerne auch in Gruppen, vor allem, wenn sie hinter Fischschwärmen her sind.
Nachwuchs
Brutkolonie von Kormoranen (Bild: SWR)Wenn Kormorane brüten, dann tun sie das gemeinsam: In großen Kolonien bauen sie ihre Nester auf felsigen Inseln oder hoch oben auf Bäumen.

Zu einer solchen Brutkolonie können Hunderte oder sogar Tausende von Kormoran-Paaren gehören. Oft brüten sie auch gemeinsam mit anderen Vogel-Arten, etwa mit Graureihern.

Durch den Kot der vielen Vögel sind die Bäume oder Felsen bald von einer weißen Schicht überzogen, und weil der Kot sehr ätzend wirkt, sterben die Bäume, auf denen regelmäßig Kormorane brüten, nach ein paar Jahren ab.

Nest mit frisch geschlüpften Kormoranen (Bild: SWR)Wenn der Winter zu Ende geht, färben sich die Federn der Kormorane am Schnabelansatz und an der Bauchseite hell und am Hinterkopf bekommen sie einen Federschopf. Dies ist der Beginn der Paarungszeit.
Ihre Nester bauen Kormorane aus Zweigen, die sie mit Schilf und Wasserpflanzen auspolstern.

Kormorane werben um ihren Partner, indem sich die Männchen auf einen Nistplatz setzen und langsam mit beiden Flügeln winken. So versuchen sie, ein Weibchen anzulocken.
Nest mit jungen Kormoranen (Bild: SWR)Nach der Paarung - zwischen April und Juni - legt das Weibchen vier bis fünf hellblaue Eier.

Die Kormoran-Eltern müssen 23 bis 30 Tage brüten, bis die Küken schlüpfen. Die Kleinen mit dem dunkelbraunen Dunenkleid bleiben 50 Tage im Nest und lernen erst mit 60 Tagen richtig fliegen.
Doch auch dann werden sie immer noch von ihren Eltern versorgt. Nach weiteren drei Monaten sind sie selbstständig. Erst im vierten Lebensjahr werden sie erwachsen und können sich fortpflanzen.
Sprache
Kormorane lassen ein lautes "Chrochrochro" hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter