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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kranich

Die Reise der "Glücksvögel"

Jedes Jahr im Herbst legen Tausende von Kranichen einen Zwischenstopp an der Müritz ein. Sie kommen aus Skandinavien und rasten einige Wochen in Norddeutschland. Gut gestärkt geht es dann weiter in den Süden.
Drei Kraniche stehen auf einem Feld (Bild: picture alliance / dpa)

Grus grus

Der Name Kranich bedeutet "Krächzer" oder "heiserer Rufer" und ahmt die Laute nach die der Vogel macht. Mit ihrer rot-weiß-schwarzen Zeichnung am Kopf sind die majestätischen Vögel unverkennbar.
Aussehen
fliegende Kraniche (Bild: SWR)
Kraniche sind auf den ersten Blick gut zu erkennen: Von der Gestalt her gleichen sie mit ihren langen Beinen und dem langen Hals einem Storch.
Sie sind aber ein ganzes Stück größer und werden ca. 120 Zentimeter groß. Vom Schnabel bis zum Schwanz sind sie ca. 115 Zentimeter lang und haben eine Flügelspannweite von bis zu 240 Zentimetern.

Für ihre Größe sind sie erstaunlich leicht: Sie bringen maximal sieben Kilogramm auf die Waage.
Kraniche haben einen roten Fleck auf Kopf (Bild: SWR)
Kraniche sind grau gefärbt, Kopf und Hals sind schwarz mit einem weißen Streifen auf der Seite. Oben auf dem Kopf tragen sie einen leuchtend roten Fleck, den so genannten Scheitelfleck. Ihr Schnabel ist etwa so lang wie ihr Kopf.

Sieht man Kraniche auf den Wiesen umher schreiten, sieht es oft so aus, als ob sie einen buschigen Federschwanz hätten. Dieser besteht aber nicht aus Schwanzfedern: Es handelt sich dabei um die ungewöhnlich langen Federn der Flügel!

Die eigentlichen Schwanzfedern sind dagegen ziemlich kurz. Kranich-Männchen sind etwas größer als die Weibchen, ansonsten sehen sie gleich aus. Solange Kraniche noch jung sind, sind sie graubraun gefärbt und der Kopf ist rötlich braun.

Kraniche sind die einzigen Vögel, die sich nur alle zwei Jahre mausern: Im Sommer sind sie in den Wochen, in denen sie die Federn wechseln, deshalb flugunfähig.
Heimat
fliegende Kraniche (Bild: SWR)
Früher waren Kraniche in fast ganz Europa verbreitet. Weil sie immer seltener geeignete Lebensräume finden, kommen sie heute nur noch in Nord- und Osteuropa sowie in Russland bis Ostsibirien vor. Im Westen und Süden Europas sind sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden.

Ein paar wenige Tiere findet man noch in Ost- und Norddeutschland, ansonsten kann man sie bei uns nur auf dem Durchzug von den Brutplätzen zu den Winterquartieren in Spanien, Südfrankreich und Nordwestafrika beobachten: Dann ziehen im Frühjahr und Herbst etwa 40.000 bis 50.000 Kraniche über Mitteleuropa hinweg.

Wer Glück hat, kann sie dann auf ihren Rastplätzen in Norddeutschland sehen.
Lebensraum
Kraniche am Wasser (Bild: SWR)
Kraniche brauchen offene Flächen mit Sümpfen, Mooren und Feuchtwiesen, wo sie nach Nahrung suchen können.
In ihren Überwinterungsgebieten suchen sie Plätze mit Feldern und Bäumen. Kraniche sind sie nicht nur im Tiefland zu finden, sondern auch in den Bergen - teils sogar in mehr als 2000 Metern Höhe.
Rassen und Arten
Heute soll es noch etwa 340.000 Kraniche geben. Aber in Europa brüten nur 45.000 Paare und in Deutschland nur etwa 3000 Paare.
Es gibt etwa 15 verschiedene Kranich-Arten. Verwandte des europäischen Kranichs sind der Kronenkranich, der Jungfernkranich, der Weißnackenkranich und der Mandschurenkranich. In Nordamerika und Nordostsibirien lebt der Kanadakranich und in Afrika der Klunkerkranich.
Lebenserwartung
Es ist nachgewiesen, dass ein in Gefangenschaft gehaltener Kranich 42 Jahre alt wurde. In der Natur erreichen sie wohl kein so hohes Alter: Forscher vermuten, dass sie nur 25 bis 30 Jahre alt werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter