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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kreuzspinnen

Alltag
Eine Kreuzspinne sitz auf einem Finger (Bild: SWR)Auch wenn manche Menschen Angst vor Spinnen haben und diese Spinnen mit ihrem Kreuz auf dem Rücken vielleicht etwas unheimlich aussehen: Unsere einheimischen Kreuzspinnen sind für den Menschen harmlos, auch wenn sie, wie fast alle Spinnen, giftig sind. Zu einen können sie mit ihren kurzen Giftklauen die Haut des Menschen kaum durchdringen, zum anderen ist ihr Gift für uns zu schwach. Höchstens bei kleinen Kindern kann die Bissstelle etwas jucken, ähnlich wie bei einem Mückenstich, und nur bei Menschen, die allergisch reagieren, könnte ein Biss problematisch sein.
Eine Kreuzspinne baut ihr Netz (Bild: SWR)Kreuzspinnen gehören zu den Radnetzspinnen. Ihre großen Radnetze sind faszinierend und je nach Art unterschiedlich gebaut. Ein Netz kann aus rund 20 Metern Spinnfaden bestehen, und die Spinne kann es in rund 45 Minuten weben. Meist findet man es knapp über dem Boden an Zweigen von Bäumen und Sträuchern. Zunächst produziert die Spinne einen sogenannten Brückenfaden, der vom Wind weitergetragen wird und sich an einem benachbarten Zweig verfängt. Von der Mitte dieses Fadens aus spinnt sie einen weiteren Faden nach unten, den sie ebenfalls an einem Zweig befestigt.
Eine Kreuzspinnen baut ein Netz (Bild: SWR)Dann spinnt sie zwischen diesen Punkten die Rahmenfäden sowie die Stützfäden (Radialspeichen), die von der Netzmitte zu den Rahmen-fäden führen. Schließlich baut sie von der Netzmitte aus die Hilfsspirale und vom Netzrand zur Netzmitte die Fangspirale. Diese besteht aus dem Fangfaden, der mit Klebetröpfchen besetzt ist. Beim Spinnen der Fangspirale löst die Spinne die Hilfsspirale auf und frisst den Faden. Das Netz oder Teile davon werden jeden Morgen neu gewebt oder repariert, da die Fäden durch Staub etc. nicht mehr so klebrig sind und das Netz beschädigt wird, wenn sich Beute darin verfängt.
Die Seidenfäden der Kreuzspinnen gehören zu den festesten und elastischsten Materialien, die es gibt: Sie können um das Dreifache ihrer Länge gedehnt werden, ohne zu reißen. Die Fäden bestehen aus verschiedenen Eiweißen und werden in den Spinndrüsen im Hinterleib der Spinne hergestellt und dann durch die sechs Spinnwarzen am Hinterleib ausgeschieden.
Freunde und Feinde
Spinnen haben viele Feinde: Sie stehen auf dem Speiseplan von Vögeln, Amphibien und Reptilien.
Jagd
Eine Kreuzspinne im Netz (Bild: SWR/Stösser)Um ihrer Beute aufzulauern, sitzt die Spinne entweder in der Mitte des Netzes oder am Rand in den oberen Ecken. Dann ist sie über einen Signalfaden mit dem ganzen Netz verbunden. So kann sie, sobald sich ein Insekt im Netz verfängt, die Bewegungen der zappelnden Beute wahrnehmen. Nun umwickelt die Spinne die Beute mit einem Spinnfaden, indem sie sie ständig dreht. Wenn sich die Beute nicht mehr wehren kann, injiziert sie ihr mit einem Biss ihr lähmendes Gift. Anschließend transportiert die Spinne ihre Beute in eine ungestörte Ecke und frisst sie, oder sie bewahrt sie als Vorrat auf.
Nachwuchs
Paarungszeit bei unserer Gartenkreuzspinne ist der Spätsommer. Etwas ab August machen sich die Männchen auf die Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen. Zuerst spinnen sie ein kleines Netz, auf das sie ihr Sperma abgeben. Dieses nehmen sie dann mit den sogenannten Tastern (Pedipalpen) auf.
Eine Kreuzspinne baut ihr Netz (Bild: SWR)Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, spinnt es einen Werbefaden zu ihrem Netz. Um zu prüfen, ob das Weibchen paarungsbereit ist, zupft es in einem bestimmten Rhythmus an diesem Faden. Außerdem weiß das Weibchen dann, dass es sich um ein Männchen handelt und nicht um Beute. Will es sich paaren, läuft es zum Männchen und präsentiert ihm seinen Bauch mit der Geschlechtsöffnung. Schnell springt das Männchen auf das Weibchen und führt seine Taster mit dem Sperma ein. Nach wenigen Sekunden entfernt es sich rasch. Die Paarung wird meist mehrere Male wiederholt.
Ab September legt das Weibchen dann jeweils 40–50 Eier in mehreren umsponnenen gelblichen Kokons ab, die sie zum Beispiel unter Blättern versteckt. Die Jungspinnen schlüpfen zwar noch vor dem Winter, sie bleiben jedoch über Winter noch in ihrem schützenden Kokon und verlassen ihn erst im folgenden Frühjahr. Die nur stecknadelkopfgroßen Jungspinnen halten sich dann erst in gemeinsam in einem Gespinst auf, bevor sie etwa Mitte Mai auseinander gehen und jede Jungspinne ihre eigenes kleines Netz spinnt. Bis sie zum ersten Mal Beute machen, ernährt sich jede Jungspinne von ihrem Dottervorrat.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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