Alltag
Der Lachende Hans gehört zu den beliebtesten Vögeln Australiens und ziert sogar eine Briefmarke.
Die Eingeborenen Australiens, die Aborigines, nennen den Lachenden Hans Kookaburra. Schon vor langer Zeit erzählten sie sich Legenden um diesem auffälligen Vogel.
Demnach soll der Gott Bayame dem Kookaburra, als die Sonne zum ersten Mal aufging, befohlen haben, sein lautes Gelächter hören zu lassen, damit die Menschen aufwachen und den wunderschönen Sonnenaufgang nicht versäumen.
Nach dem Glauben der Aborigines bringt es Kindern auch Unglück, wenn sie einen Kookaburra beleidigen: Dann wächst ihnen angeblich ein Zahn schief aus dem Mund.
Die Vögel sind gesellig: Sie leben immer in Paaren und haben ein festes Territorium.
Haben sich ein Männchen und ein Weibchen gefunden, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Manchmal tun sich aber auch mehrere Paare zu kleinen Gruppen zusammen.
In der Nähe menschlicher Siedlungen können die Tiere auch ziemlich zahm werden: Sie lassen sich füttern und kommen manchmal sogar in die Häuser hinein.
Unüberhörbar sind die Vögel durch ihr typisches Geschrei: Vor allem bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang lassen sie Rufe hören, die an sehr lautes Lachen erinnern.
Weil sie so regelmäßig immer um die gleiche Zeit rufen, werden sie in Australien auch "Buchsmanns-Uhr" genannt.
Das Gelächter beginnt zunächst leise, wird dann immer lauter und endet mit dröhnendem Getöse. Das Geschrei dient den Vögeln dazu, ihr Territorium abzugrenzen und anderen Artgenossen zu verkünden: Das ist unser Revier!
Freunde und Feinde
Dank seines kräftigen Schnabels ist der Lachende Hans ziemlich wehrhaft: Nähert sich ein Feind, wie Greifvögel oder Reptilien, zum Beispiel seinem Nest mit dem Jungen, verteidigt er sich und sein Jungen mit heftigen Schnabelhieben.
Nachwuchs
Meistens baut der Lachende Hans sein Nest in die Höhlen alter Gummibäume, manchmal aber auch in die alten Nester von Baumtermiten.
Paarungszeit ist zwischen September und Dezember. Ein Weibchen legt zwei bis vier weiß gefärbte Eier. Männchen und Weibchen brüten abwechselnd. Will das Weibchen abgelöst werden, reibt es mit dem Schnabel am Baum und lockt mit diesem Geräusch das Männchen herbei.
Nach 25 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Sie sind noch nackt und blind und ganz auf die Versorgung durch ihre Eltern angewiesen.
Nach 30 Tagen sind sie soweit entwickelt, dass sie das Nest verlassen. Sie werden aber noch etwa 40 Tage von den Eltern gefüttert.
Oft bleiben sie noch bis zu zwei Jahren oder länger bei ihren Eltern und helfen ihnen bei der Aufzucht der nächsten Jungen. Ihre jüngeren Geschwister verteidigen sie heftig gegen Feinde.
Mit etwa zwei Jahren werden die Vögel geschlechtsreif.