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Tierlexikon

Steckbrief
Verhalten
Pflege

Maikäfer


Melolontha melolontha
Alltag
Engerlinge (Maikäferlarven) (Bild: SWR)
Hauptflugzeit der Maikäfer ist, wie ihr Name schon sagt, der Mai. Maikäfer waren früher gefürchtet, weil sie in manchen Jahren in großen Mengen auftraten. Und weil die Käfer und die Engerlinge - so werden die Larven der Maikäfer genannt - einen gewaltigen Appetit haben, konnten sie große Schäden in den Wäldern und in der Landwirtschaft anrichten.

Engerlinge können ganze Gemüseäcker und Getreidefelder vernichten, weil sie alle Pflanzenwurzeln abknabbern.
Maikäfer können Bäume kahl fressen  (Bild: SWR)
Erwachsene Käfer können sogar ganze Bäume kahl fressen.

Früher gab es richtige "Maikäferjahre": So wurden 1911 in einem Wald in der Rheinpfalz etwa 22 Millionen Käfer eingesammelt und getötet - anders konnte man diese riesigen Mengen Käfer nicht bekämpfen.
Weil Maikäfer drei bis fünf Jahre brauchen, bis sich aus einem Ei ein fertiger Käfer entwickelt hat, kommen Maikäfer alle drei bis vier Jahre häufiger vor.
Viele Maikäfer auf einem Baum (Bild: SWR)
Und etwa alle 30 bis 45 Jahre kann es zu Massenvermehrungen kommen. Warum das so ist, konnten die Forscher bisher noch nicht herausfinden.

Seit in der modernen Landwirtschaft Gifte gegen Insekten verwendet werden und durch moderne Pflüge die Engerlinge beim Pflügen an die Erdoberfläche geholt werden und dort sterben, kommen Maikäfer kaum noch in großen Mengen vor.

Nur in kleinen Gebieten wie etwa in der Oberrheinebene und in Thüringen wurden 1997 wieder 20 bis 80 Käfer pro Quadratmeter gezählt.
Abflug (Bild: SWR)
Maikäfer haben eine interessante Flugtechnik: Zuerst pressen sie über die Atemöffnungen an der Körperseite Luft in den Körper; sie pumpen sich richtig auf. Dann heben sie ab.

Beim Flug dienen die harten Deckflügel als Tragflächen, die dünnen Hautflügel wirken wie Propeller.

Doch besonders schnell sind die dicken Brummer nicht: Sie erreichen gerade mal acht Kilometer pro Stunde, andere Insekten schaffen über 50! Die Flügel schlagen Maikäfer nur 45 bis 50 Mal pro Sekunde, andere Insekten wie Stechmücken dagegen bis zu 310 Mal.
Freunde und Feinde
Maikäfer und ihre Larven werden vor allem von Vögeln wie Krähen und Möwen sowie von Fledermäusen gefressen. Den Engerlingen werden vor allem Maulwürfe sowie Igel, Spitzmäuse und Wildschweine gefährlich.
Zwischen 1950 und 1970 wurden Maikäfer intensiv vom Menschen bekämpft und fast ausgerottet: Wo Maikäfer auftraten, wurden von Hubschraubern aus Insektengifte versprüht, um zu verhindern, dass sie sich massenhaft vermehren.
Nachwuchs
Kurz nach der Paarung sterben die Männchen. Die Weibchen müssen noch neun bis 21 Tage fressen. Erst nach diesem so genannten Reifungsfraß sind die Eier fertig zur Ablage.
Maikäfereier (Bild: SWR)
Das Weibchen gräbt mit den Vorderbeinen in der Nähe eines Baums ein zehn bis 40 Zentimeter tiefes Loch in die Erde und legt dort zehn bis 30 ovale weiße Eier hinein. Das wiederholt sie noch ein- oder zweimal.

Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Larven, die man bei allen Blatthornkäfern Engerlinge nennt. Sie sind weiß bis gelblich gefärbt und besitzen eine harte Kopfkapsel.

Sie leben drei oder vier Jahre unter der Erde und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. In dieser Zeit wachsen sie und häuten sich mehrmals, bis sie etwa fünf Zentimeter groß sind.
Ein junger Maikäfer krabbelt aus der Erde (Bild: SWR)
Im Sommer des letzten Entwicklungsjahres verpuppen sie sich schließlich und aus den Puppen schlüpfen noch im Herbst die fertigen Maikäfer.

Sie bleiben aber vorerst noch im Boden, überwintern dort und krabbeln erst im nächsten Frühjahr an die Erdoberfläche.

Meist kommen sie dann gegen Abend aus der Erde und fliegen auf dunkle Silhouetten am Horizont zu. Dabei landen sie automatisch auf den nächsten Laubbäumen.