OLIs Wilde Welt
Ein Marienkäfer sitzt auf einem Blatt (Bild: dpa Picture-Alliance)

Marienkäfer


Coccinellidae

Die rot-schwarzen Marienkäfer sind nicht nur hübsch, sondern gelten obendrein als Glücksbringer für uns Menschen.
Sie werden deshalb auch Glückskäfer genannt.
Aussehen
Marienkäfer (Bild: SWR)
Marienkäfer sind etwa sechs bis acht Millimeter große Käfer mit rundem, halbkugelförmigem Körper.

Es gibt sie in verschiedenen Farben wie gelb, rot oder schwarz mit jeweils andersfarbigen Punkten. Je nach Art tragen sie mehr oder weniger Punkte auf dem Rücken.
Bei den Siebenpunkt-Marienkäfern, die es in Deutschland häufig gibt, sitzen je drei Punkte auf den beiden Deckflügeln; der siebte sitzt in der Rückenmitte am Übergang vom Halsschild zum Rücken. Kopf, Halsschild und Beine sind schwarz gefärbt. Der winzige Kopf trägt zwei kurze Fühler.
Marienkäfer-Larve (Bild: SWR)
Marienkäfer besitzen vier Flügel: zwei Hautflügel, die zum Fliegen dienen und zwei harte Deckflügel, die die dünnen Hautflügel schützen, wenn die Käfer nicht fliegen.
Mit ihren sechs Beinen sind sie ziemlich flink.
Die Larven der Siebenpunkt-Marienkäfer sind lang gestreckt, bläulich gefärbt und mit hellgelben Flecken gemustert.
Heimat
Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist sehr weit verbreitet: Er kommt in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika vor.
Lebensraum
Marienkäfer sind überall zu finden: An Waldrändern, auf Wiesen und natürlich auch in Gärten. Dort leben sie auf Pflanzen. Ab und zu verirren sie sich auch in unsere Häuser und Wohnungen.
Rassen und Arten
Marienkäfer (Bild: SWR)
Auf der Welt gibt es rund 4000 verschiedene Marienkäfer-Arten.
Bei uns in Europa kommen aber gerade mal 100 verschiedene Arten vor, in Deutschland sind es etwa 80 Arten.

Sie alle haben einen runden, halbkugelförmigen Körper.


Australischer Marienkäfer (Bild: SWR)
Ein bekannter Verwandter unserer Marienkäfer ist der Australische Marienkäfer.

Der kleine Kerl hat allerdings keine schwarzen Punkte, sondern gleich einen schwarzen Körper.
Sein Kopf ist orange gefärbt und seine Flügel sind braun und leicht behaart.
Lebenserwartung
Die unterschiedlichen Marienkäfer-Arten können unterschiedlich alt werden. Im Durchschnitt leben Marienkäfer ein bis zwei Jahre, maximal können sie drei Jahre alt werden.
Alltag
22-Punkt-Marienkäfer (Bild: SWR)
Viele Menschen glauben, dass die Anzahl der Punkte auf dem Rücken der Marienkäfer etwas über ihr Alter verrät, doch das ist falsch.

Die Anzahl der Punkte hängt vielmehr davon ab, zu welcher Art der Marienkäfer gehört; sie bleibt das ganze Leben des Käfers gleich.
Der Siebenpunkt-Marienkäfer trägt sieben Punkte, andere Arten, wie der Zweipunkt-Marienkäfer nur zwei, wieder andere wie der 22-Punkt-Marienkäfer besitzen 22 Punkte.
Marienkäfer zwischen Blattläusen (Bild: SWR)
Forscher vermuten, dass die leuchtenden Farben der Marienkäfer und die Punkte Feinde vor den Giftstoffen warnen sollen, die sie bei Gefahr absondern.
Marienkäfer sind auch sehr nützliche Insekten. Die erwachsenen Käfer, vor allem aber die Marienkäfer-Larven haben einen gewaltigen Appetit auf Blattläuse.

Eine Larve kann pro Tag etwa 30 dieser Pflanzenschädlinge fressen, ein erwachsener Käfer sogar bis zu 90.
Marienkäfer frisst eine Blattlaus (Bild: SWR)
So frisst eine Larve in ihrer Entwicklungszeit etwa 400 Blattläuse, ein Käfer während seines Lebens bis zu 5000.

Wird es im Herbst kalt, überwintern Marienkäfer im Laub oder Moos.
Wenn es im Frühjahr wieder warm wird, krabbeln sie aus ihren Verstecken.
Freunde und Feinde
Die Marienkäfer-Larven sind, wenn sie frisch geschlüpft sind, eine leichte Beute für Vögel und Insekten.

Die erwachsenen Käfer werden manchmal von den so genannten Marienkäfer-Brackwespen befallen. Sie legen ihre Eier unter die Flügeldecken der Käfer. Aus ihnen schlüpft eine Larve, bohrt sich in den Hinterleib des Marienkäfers und ernährt sich dort von seinen Körpersäften. Schließlich frisst sie auch die lebenswichtigen Organe des Käfers, so dass er stirbt.

Gefressen werden erwachsene Käfer selten, da sie bei Gefahr eine übel riechende und bitter schmeckende Flüssigkeit abgeben.
Nachwuchs
Marienkäfer-Larve zwischen Blattläusen (Bild: SWR)
Die Entwicklung eines Marienkäfers vom Ei über die Larve und Puppe bis zum fertigen Käfer dauert in unserem Klima etwa ein bis zwei Monate. Die weiblichen Käfer legen nach der Paarung mehrere hundert etwa 1,3 Millimeter lange Eier einzeln oder in Klumpen von 20 bis 40 Stück auf der Unterseite von Blättern ab.
Meist suchen sie für die Eier einen Platz in der Nähe von Blattlauskolonien, damit der Nachwuchs nach dem Schlüpfen schnell etwas zu fressen findet.

Wenn die Larven aus dem Ei schlüpfen, fressen sie zunächst die Ei-Schalen auf. Ab dann verbringen sie ihr Leben hauptsächlich damit, Blattläuse zu fressen. Wenn sie wachsen, wird ihre alte Haut zu eng und sie müssen sich häuten. Nach der dritten oder vierten Häutung verpuppen sich die Larven.

Aus einer Puppe schlüpft der Käfer (Bild: SWR)
Sie hören auf zu fressen und kleben ihren Hinterleib mit Hilfe einer Körperflüssigkeit an ein Blatt oder einen Pflanzenstängel.
So bleiben sie bis zu zwei Tage still sitzen und verwandeln sich in eine Puppe.

Beim Siebenpunkt-Marienkäfer ist diese Puppe zunächst gelb gefärbt, wird im Laufe ihrer Entwicklung langsam orange und bekommt schwärzliche Flecken.
Frisch geschlüpfter Marienkäfer mit leerer Puppenhülle (Bild: SWR)
Schließlich schlüpft der Käfer aus der Puppe. Er ist zunächst noch ziemlich hell gefärbt und bekommt erst nach ein paar Stunden seine typische rote Farbe mit den schwarzen Punkten.

Meist pflanzen sich Marienkäfer einmal im Jahr fort; wenn es sehr warm ist allerdings auch zweimal.
Ernährung
Marienkäfer frisst eine Blattlaus (Bild: SWR)
Marienkäfer und ihre Larven sind Räuber: Sie ernähren sich von Insekten. Ihre Lieblingsbeute sind Blattläuse und Schildläuse.

Der Appetit der Marienkäfer wird in der biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt: Einheimische Marienkäfer machen sich vor allem als Blattlausvertilger nützlich.

Australische Marienkäfer setzt man dagegen gezielt gegen Schädlinge wie Woll- und Schildläuse ein. Die Käfer werden extra gezüchtet und in Gewächshäusern ausgesetzt.
Dort fühlen sie sich sehr wohl, weil sie von ihrer Heimat Australien an hohe Temperaturen gewohnt sind.