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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Murmeltier, Alpenmurmeltier

OLI füttert Murmeltiere

Redaktion: Oliver Neitzel
In den Bergen, beim Murmeltier-Wirt Herbert, kommt OLI den Murmeltieren ganz nahe - die kleinen Nager lassen sich sogar von OLI füttern.
Zwei Murmeltiere (Bild: picture alliance / dpa)

Marmota marmota

Murmeltiere sind unverkennbar, wenn sie hoch aufgerichtet vor ihrem Bau sitzen. Die großen Nagetiere halten aufmerksam Ausschau nach Feinden. Wer die Gefahr zuerst sieht, warnt die anderen Mitglieder der Gruppe mit einem lauten Pfiff.
Aussehen
Ein Alpenmurmeltier sitzt geduckt  im Gras (Bild: SWR)Das Alpenmurmeltier gehört zur Ordnung der Nagetiere und dort zur Familie der Hörnchen und zur Gattung der Murmeltiere. Es hat einen lang gestreckten, sehr kräftigen Körper. Es misst von der Schnauze bis zum Po 40 bis 50 Zentimeter, dazu kommt der zehn bis 20 Zentimeter lange Schwanz.
Damit ist das Alpenmurmeltier das drittgrößte Nagetier in Europa nach dem Biber und dem in Süditalien vorkommenden Stachelschwein. Die Männchen sind ein größer und wiegen mindestens drei Kilogramm, die Weibchen sind etwas kleiner und leichter.
Auffällig sind die muskulösen Schultern. Die Vorderbeine sind etwas kürzer als die Hinterbeine und als Grabpfoten ausgebildet. Die Vorderfüße haben vier Zehen, die Hinterfüße fünf. Die Fußsohlen besitzen dicke Ballen.
Ein Murmeltier sitzt geduckt im GRas. (Bild: SWR)Das Alpenmurmeltier hat ein sehr dichtes Fell aus der kurzen Unterwolle und längeren, kräftigen Grannenhaaren. Die Farbe kann recht unterschiedlich sein, das Spektrum reicht von grau über hellbraun bis rötlichbraun auf dem Rücken, der Bauch ist meist gelblich.
Das Fell mancher Tiere erscheint fast schwarz. Der Kopf ist dunkel bis grau, die Schnauze ist heller. Murmeltiere können sehr gut sehen und hören, der Geruchssinn ist dagegen nur schwach ausgeprägt.
Heimat
Ein Murmeltier steht aufrecht an einem Felsen und hält Ausschau. (Bild: SWR)Alpenmurmeltiere sind in den Alpen, den Karpaten und der Hohen Tatra verbreitet. Allerdings leben Murmeltiere nicht überall in diesen Gebirgen, sondern immer nur in einigen Regionen.
In einigen Gebieten wurden Murmeltiere auch angesiedelt, zum Beispiel in den Ostalpen, den Pyrenäen und in einem kleinen Gebiet im Schwarzwald.
Lebensraum
Drei Murmeltiere tummeln sich auf einer Wiese, eines schaut direkt in die Kamera. (Bild: SWR)Das Alpenmurmeltier kommt nur von der Baumgrenze bis etwa 200 Höhenmeter darüber vor. Maximal leben sie in 3000 Metern Höhe. Unter einer Höhe von 800 Metern sind sie nie zu finden.
Murmeltiere bevorzugen die Südhänge der Berge, weil diese im Frühjahr als erste frei von Schnee sind. Sie brauen Lebensräume mit sogenannten alpinen Rasen, weil sie nur dort ihre Nahrungspflanzen finden. Außerdem muss der Boden dort so dick sein, dass sie ihre Baue graben können.
Rassen und Arten
Zur Gattung der Murmeltiere gehören 14 verschiedene Arten. Sie sind alle in Eurasien und Nordamerika verbreitet. Neben dem Alpenmurmeltier gibt es zum Beispiel das Steppenmurmeltier. Es kommt von Osteuropa bis Zentralasien vor. Das Sibirische Murmeltier lebt im südlichen Sibirien und in der Mongolei. Das Waldmurmeltier ist in Kanada und den USA zu Hause, das Alaska- Murmeltier im nördlichen Alaska und das Gelbbauchmurmeltier im südwestlichen Kanada.
Lebenserwartung
Alpenmurmeltiere werden in der freien Natur bis zu zwölf Jahre alt.
Autorin: Barbara Kiesewetter