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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Murmeltier, Alpenmurmeltier

Alltag
Eine Murmeltier-Familie auf einer Wiese (Bild: SWR)Alpenmurmeltiere sind wie die anderen Murmeltier-Arten sehr soziale Tiere. Sie leben in Familienverbänden von bis zu 20 Tieren. Die Gruppen bestehen aus einem Paar und dessen Nachkommen, das heißt, die Jungen aus mehreren Jahren bleiben zunächst bei der Familie.
Die Tiere einer Gruppe spielen viel miteinander und pflegen sich gegenseitig das Fell.
Ein Murmeltier steht aufrecht zwischen Felsen und hält Ausschau. (Bild: SWR)Murmeltiere leben in Revieren, die sie streng überwachen. Die Männchen markieren die Reviergrenzen mit einem Sekret aus ihren Wangendrüsen. Zudem laufen sie häufig an den Reviergrenzen entlang und bewegen dabei ihren Schwanz auf und ab.
Und da Männchen und Weibchen ihre eigene Rangordnung haben, verteidigt das ranghöchste Männchen das Revier nur gegenüber fremden Männchen, das ranghöchste Weibchen vertreibt nur weibliche Eindringlinge.
Murmeltier-Bau (Bild: SWR)Es gibt drei Typen von Bauten: Der wichtigste ist der Winterbau, seine Nestkammern liegen bis zu siebeneinhalb Meter unter der Erdoberfläche. Dort verbringen die Tiere geschützt den Winter. Die Sommerbaue liegen nur bis zu eineinhalb Meter unter der Erde.
Hier ruhen die Murmeltiere während der warmen Jahreszeit oder suchen Schutz, wenn die Hitze außerhalb des Baus für sie zu stark wird. Außerdem haben Murmeltiere in ihrem Revier sogenannte Fluchtröhren, in die sie sich bei Gefahr zurückziehen und die nur ein oder zwei Ausgänge haben.
Ein Murmeltier sitzt auf der Wiese vor seinem Bau. (Bild: SWR)Alpenmurmeltiere halten von Oktober bis März einen sechs bis sieben Monate dauernden Winterschlaf. Dabei schlafen die Tiere eines Familienverbands gemeinsam in ihrem Bau. In der Zeit vor dem Winterschlaf bringen sie trockenes Pflanzenmaterial ist ihre Nestkammern, um diese auszupolstern und gegen die Kälte zu isolieren.
Wenn es dann endgültig Zeit für den Winterschlaf ist, verschließen sie den Eingang mit einem ein bis zwei Meter langen Gemisch aus Erde, Steinen, Gras und Kot.
Während des Winterschlafs leben die Tiere von ihren Fettreserven, die sie sich den Sommer über angefressen haben, sie verlieren dabei etwa ein Drittel ihres Körpergewichts, und die Körpertemperatur sinkt auf fünf Grad Celsius. Sie wachen nur alle drei bis vier Wochen kurz auf, um Kot und Harn abzusetzen.
Freunde und Feinde
Hauptfeind der Alpenmurmeltiere ist der Steinadler. Jungen Tieren können auch Füchse, Steinmarder und Kolkraben gefährlich werden. Murmeltiere halten deshalb aufmerksam Wache, wenn sie sich außerhalb ihres Baus befinden. Wenn ein Tier einen Feind sieht, stößt es einen schrillen Pfiff aus, der die anderen warnt.
Nachwuchs
Zwei kleine Murmeltier-Kinder spielen im Gras (Bild: SWR)Murmeltier-Weibchen pflanzen sich nicht jedes Jahr fort, manchmal vergehen von einem Wurf bis zum nächsten vier Jahre. Paarungszeit ist während zwei Wochen im April und Mai. Nur das ranghöchste Weibchen pflanzt sich fort. Nach etwa fünf Wochen Tragzeit kommen zwei bis sechs Junge zur Welt.
Sie sind nackt, blind und taub und wiegen nur 30 Gramm. Nach etwa 24 Tagen öffnen sie die Augen. Sie werden von der Geburt an von der Mutter etwa sechs Wochen lang gesäugt.
Mit etwa 40 Tagen wiegen sie rund 240 Gramm und verlassen zum ersten Mal den Bau. Jetzt beginnen sie auch, Gras zu fressen und werden nur noch ab und zu gesäugt.
Mit etwa drei Jahren werden Murmeltiere geschlechtsreif. Sie verlassen dann ihren Familienverband, suchen sie ein eigenes Revier und gründen einen eigenen Familienverband. Manchmal bleiben die Jungen aber auch noch länger bei ihrer Familie.
Sprache
Ein Murmeltier sitzt auf einer Wiese und schaut neugierig in die Kamera. (Bild: SWR)Murmeltiere sind für ihre lauten Pfiffe bekannt. Ein einzelner Pfiff warnt vor einer Gefahr, die bereits sehr nah ist – etwas wenn ein Adler bereits herabfliegt.
Eine Serie mehrerer Pfiffe bedeutet dagegen, dass sich Feinde oder Menschen im Revier befinden oder sich dem Revier nähern, dass aber noch keine unmittelbare Gefahr droht.
Autorin: Barbara Kiesewetter