SWR Kindernetz
ProgrammvorschauNewsletter

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Nasenbär

Alltag
Ein Nasenbär schnuppert an einem Futternapf - eine Plastiktonne mit Löchern (Bild: SWR)Anders als die meisten anderen Kleinbären sind Nasenbären am Tag aktiv. Zur Futtersuche halten sie sich überwiegend auf dem Boden auf.
Ihre lange Nase dient ihnen dabei als Werkzeug: Mit ihr können sie sehr gut riechen und sie ist so beweglich, dass sie mit ihr auch hervorragend im Boden nach Futter wühlen und graben können.
Wenn sie sich ausruhen und schlafen, klettern sie auf Bäume. Bei diesen Klettertouren ist ihr Schwanz eine gute Hilfe: Mit ihm halten die Nasenbären die Balance, wenn sie auf den Ästen entlang turnen.
Nasenbären sind außerdem ausgezeichnete Schwimmer.
Mehrere Nasenbären auf einer Wiese (Bild: SWR)Nasenbären leben recht gesellig: Mehrere Weibchen leben mit ihren Jungtieren in Gruppen von vier bis 25 Tieren zusammen.
Die Männchen sind dagegen Einzelgänger und ziehen meist allein durch den Wald. Sie bewohnen eigene Reviere, die sie vehement gegen männliche Artgenossen verteidigen.

Dabei drohen sie zunächst, indem sie die Nase hochziehen und ihre Zähne zeigen. Weicht der Konkurrent nicht zurück, beißen sie auch zu.
Freunde und Feinde
Ein Nasenbär schnüffelt an einem Rucksack, der auf dem Boden liegt (Bild: SWR)Vor allem Greifvögel, Riesenschlangen und größere Raubtiere wie Jaguare, Jaguarundis und Pumas machen Jagd auf Nasenbären.
Weil Nasenbären ab und zu auch Hühner aus Ställen stehlen oder Vorratskammern leer fressen, machen auch Menschen Jagd auf sie.
Sie sind aber immer noch sehr weit verbreitet und nicht gefährdet.
Nachwuchs
Nasenbären in einer Gruppe (Bild: SWR)Nur zur Fortpflanzungszeit erlauben die Weibchen-Gruppen, dass sich ihnen ein Männchen nähert. Es muss sich seinen Platz in der Gruppe aber erst verdienen:
Nur wenn es den Weibchen das Fell pflegt und sich unterordnet, wird es in der Gruppe akzeptiert. Männliche Konkurrenten vertreibt es unerbittlich.

Schließlich darf es sich mit allen Weibchen paaren. Danach wird das Männchen jedoch wieder aus der Gruppe vertrieben.
Für die Geburt baut sich jedes Weibchen hoch oben in den Bäumen ein Nest aus Blättern. Dorthin zieht es sich zurück und bringt nach 74 bis 77 Tagen Tragzeit drei bis sieben Junge zur Welt. Die Jungen wiegen etwa 100 Gramm und sind zunächst blind und taub: Erst am vierten Tag können sie hören und am elften Tag öffnen sich ihre Augen.
Ein junger und ein erwachsener Nasebär beim Fressen (Bild: SWR)Nach fünf bis sieben Wochen schließen sich die Weibchen zusammen mit ihren Jungen wieder der Gruppe an.
Vier Monate werden die Kleinen von der Mutter gesäugt, danach fressen sie feste Nahrung. Wenn sie auf Futtersuche sind, fiepen die Weibchen, um die Jungen bei sich zu halten.
Nasenbären sind mit etwa 15 Monaten ausgewachsen, Männchen werden mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif, Weibchen mit drei Jahren.
Sprache
Wenn sich Nasenbären bedroht fühlen, geben sie Grunz-Laute von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter