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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Orang-Utan

Steckbrief: Orang-Utans

Redaktion: Oliver Neitzel
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Orang-Utans gehören zu den Menschenaffen, genauso wie Gorillas und Schimpansen.
Neugierig beäugt dieser Orang-Utan seine Umgebung (Bild: picture-alliance/ dpa)

Pongo pygmaeus, Pongo abelii

Sie sind scheu, aber schlau, und ihr sympathisches Wesen fasziniert uns: Die Orang-Utans mit ihrem roten, langen Fell sind die einzigen Menschenaffen Asiens.
Aussehen
Sumatra Orang-Utan steht aufrecht auf dem Boden (Bild: SWR)Orang-Utans gehören zusammen mit den in Afrika lebenden Gorillas und Schimpansen zu den Menschenaffen.
Weil sie sich aber stärker von ihren afrikanischen Verwandten unterscheiden, bilden sie eine eigene Unterfamilie. Vom Kopf bis zum Po messen Orang-Utans 115 bis 150 Zentimeter.

Männchen und Weibchen werden unterschiedlich schwer: Während männliche Orangs 50 bis 90 Kilogramm auf die Waage bringen - manche sogar mehr - wiegen die zierlicheren Weibchen nur 30 bis 50 Kilogramm.
Sumatra Orang-Utan beim Fressen (Bild: SWR)Wie alle Menschenaffen haben sie keinen Schwanz.
Unverwechselbar ist ihr langes, zotteliges und rot bis bräunlich gefärbtes Fell. Besonders an Schultern und Armen hängt das Fell in bis zu 50 Zentimeter langen Fransen herab.
Diese dienen einem besonderen Zweck: An ihnen läuft das Regenwasser ab, sodass die Haut der Tiere auch bei starkem Regen möglichst trocken bleibt.
Der Kopf der Orang-Utans ist weniger von Wülsten über den Augen geprägt als der der afrikanischen Menschenaffen, und ihre Schnauze ragt relativ weit vor.
Sumatra Orang-Utan beim Fressen (Bild: SWR)Die Männchen besitzen einen ziemlich langen Bart und einen Kehlsack. Wenn sie älter werden, entwickeln sie sogenannte Backenwülste.

Das sind feste Hautfalten an beiden Seiten des Gesichts. Diese Backenwülste sind ein Zeichen für die Gesundheit der Tiere: Je dicker die Backenwülste sind, umso fitter ist ein Orang-Utan-Männchen.
Bei kranken und schwachen Tieren sind die Backenwülste klein.
Orang-Utans sind perfekt an das Leben auf Bäumen angepasst: Ihre Beine sind relativ kurz und ihre Füße gleichen fast einer Hand.
Hände eines Orang-Utans (Bild: SWR)Die Arme sind dafür extrem lang: Ein erwachsener Orang-Utan kann eine Spannweite von 2,25 Metern haben.
Die Hände sind lang und etwas gekrümmt, der Daumen ist kurz - so können Orang-Utans sehr gut greifen.

Dank ihrer kurzen Beine und der langen Arme sind Orangs geschickte Kletterer, die sich kraftvoll von Ast zu Ast hangeln.
Heimat
Orang-Utans gibt es heute nur in Südostasien auf den beiden indonesischen Inseln Sumatra und Borneo. Auf Sumatra leben die Orangs in Nordwesten und an einigen Teilen der Westküste, auf Borneo sind sie vor allem im Süden und Osten zu finden. Früher, so zeigen Fossilien, waren sie viel weiter über Südostasien verbreitet.
Lebensraum
Orang-Utans sind Baumbewohner: Sie leben in tropischen Regenwäldern. Dort kommen sie von den Meeresküsten bis in etwa 1500 Meter Höhe vor. Oft findet man sie in der Nähe von Sümpfen und Flüssen.
Rassen und Arten
Sumatra Orang-Utan hinter einem Ast mit Blättern (Bild: SWR)Die auf Borneo und Sumatra lebenden Orang-Utans unterscheiden sich etwas voneinander. Während man sie früher für zwei Unterarten hielt, werden sie heute meist als zwei verschiedene, aber sehr nah verwandte Arten betrachtet.
Die auf Sumatra wohnenden Orang-Utans heißen mit wissenschaftlichem Namen Pongo abelii, die auf Borneo Pongo pygmaeus. Die Borneo-Orang-Utans sind etwas zierlicher und haben ein kürzeres und dunkleres Fell, das Fell der Orang-Utans auf Sumatra ist länger und rötlicher.
Lebenserwartung
In der Natur können Orang-Utans bis zu 50 Jahre alt werden, in Gefangenschaft etwa 60 Jahre.
Autorin: Barbara Kiesewetter