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Pferd

Alltag
Die Ohren eines Wildpferdes (Bild: SWR)Pferde sind wie alle Einhufer Herdentiere. Das Leben in der Herde bietet den Tieren Schutz, da sich die Mitglieder einer Herde gegenseitig vor Gefahren warnen.

Dabei hilft ihnen ihr ausgezeichneter Geruchs- und Gehörsinn. Sehen können sie dagegen nicht besonders gut.

Zu einer in der Wildnis lebenden Herde gehören mehrere Stuten mit ihren Fohlen, junge Hengste sowie ein Leithengst.
In einer Gruppe Wildpferde streiten zwei Tiere miteinander (Bild: SWR)In jeder Herde gibt es eine genaue Rangordnung. Pferde haben einen sehr guten Orientierungssinn. Es gibt viele Geschichten, die berichten, dass Pferde auch ohne einen Reiter oder Kutscher von weit her nach Hause fanden.
Weil es zahlreiche Fossilienfunde gibt, ist die Entwicklungsgeschichte des Pferdes sehr gut bekannt. Man weiß, dass die urzeitlichen Vorfahren unserer heutigen Pferde aus Nordamerika stammen. Sie waren nur so groß wie ein Fuchs, fraßen aber schon wie die heutigen Pferde Gras und waren an das Leben in der Steppe angepasst.

Ihre Nachfolger ähnelten bereits sehr stark unseren Pferden und entstanden vor 10 bis 3 Millionen Jahren.
Drei Wildpferde (Bild: SWR)Diese Tiere legten große Strecken zurück und kamen so über die damals noch bestehende Landbrücke zwischen Asien und Amerika nach Asien, Europa und Afrika.

In Nordamerika starben sie vor etwa 2,5 Millionen Jahren aus, weil sich dort das Klima verschlechterte.
Aber in Zentralasien entstanden schließlich in der Altsteinzeit vor etwa 70.000 Jahren die Stammformen unserer Pferde - die Wildpferde.
Pferde werden als Arbeitstiere eingesetzt. (Bild: SWR)
Es wird vermutet, dass die Menschen etwa 5500 vor Christus in Mesopotamien und China damit begannen, Pferde als Nutztiere zu verwenden.

Im 3. Jahrtausend vor Christus schließlich wurden Pferde als Fleisch- und Milchlieferanten sowie als Last- und Zugtiere genutzt.
Seit rund 3500 Jahren wurden sie auch als Reittiere eingesetzt. Erst diese gezähmten und domestizierten Pferde kamen im 16. Jahrhundert mit den Spaniern nach Nordamerika.
Freunde und Feinde
Zu den Feinden der Pferde zählen Raubtiere. Gefährdet sind aber meist nur junge oder kranke Tiere. Erwachsene, gesunde Pferde können entweder rasch fliehen oder sich mit Bissen und Huftritten gegen Angriffe verteidigen.
Nachwuchs
Die Pferde-Mutter schleckt ihr Fohlen ab (Bild: SWR)
Die Stuten, bringen nach einer Tragzeit von elf bis zwölf Monaten meist nur ein einziges Junges zur Welt, ganz selten gibt es auch Zwillinge.

Meist kommen die Fohlen nachts zur Welt. Zuerst schieben sich der Kopf und die Vorderbeine aus dem Mutterleib, dann folgt der Rest des Körpers nach.
Neugeborene Fohlen sind richtige "Nestflüchter". Sobald sie von der Mutter trocken geleckt sind, stehen sie auf ihren langen, noch etwas wackeligen Beinen. Das ist etwa 15 bis 30 Minuten nach der Geburt der Fall.

Nach kurzer Zeit kann das Fohlen aufstehen. (Bild: SWR)
Wenn sie eine bis drei Stunden alt sind, trinken sie zum ersten Mal bei der Mutter.
Meist saugen sie alle 10 bis 15 Minuten ein paar Züge. Während der ersten zwei bis drei Lebensmonate ist die Muttermilch die Hauptnahrung für sie. Erst nach und nach beginnen sie, etwas Heu und Gras zu knabbern.

Fohlen dürfen schon am ersten Tag auf die Weide.
Zunächst haben Fohlen im Verhältnis zum Körper noch viel zu lange Beine. Durch die Muttermilch können sie manchmal sogar richtig pummelig wirken.

Mit der Zeit entwickeln sich die Proportionen eines erwachsenen Pferdes: Der Körper wird länger und kräftiger, die Beine wachsen im Verhältnis dazu weniger stark. Kaltblutfohlen sind am Ende des dritten Lebensjahres fast ausgewachsen, Warmblutfohlen brauchen etwas länger.
Als Fohlen werden junge Pferde bis zum Alter von einem Jahr bezeichnet. Danach nennt man sie Jungpferde.
Sprache
Jeder kennt das typische Wiehern eines Pferdes.
Autorin: Barbara Kiesewetter