Alltag

Quallen gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Erde: Sie besiedeln seit 500 bis 650 Millionen Jahre die Meere und haben sich seitdem kaum verändert. Sie sind also - trotz ihres einfachen Körperbaus - wahre Überlebenskünstler.
Quallen bewegen sich, indem sie ihren Schirm zusammenziehen und wieder loslassen.

Dadurch können sie sich, ähnlich wie Tintenfische, mit einer Art Rückstoßprinzip schräg nach oben fortbewegen. Anschließend sinken sie wieder ein Stück nach unten.
Quallen sind sehr stark den Meeresströmungen ausgesetzt und lassen sich oft von diesen treiben.
Die schnellsten Quallen sind die Kreuzquallen - sie bewegen sich mit bis zu 10 Kilometer pro Stunde zurück.

Quallen jagen mit ihren Tentakeln. Verfangen sich Beutetiere in den Tentakeln, "explodieren" die Nesselzellen und schleudern winzige Nadeln in ihr Opfer. Durch diese winzigen Giftharpunen gelangt das lähmende Nesselgift in die Beute.
Der ganze Vorgang passiert blitzschnell, er dauert nur eine hunderttausendstel Sekunde.
Kommen wir Menschen mit einer Qualle in Berührung, brennt dieses Nesselgift ähnlich wie Brennnesseln und die Haut färbt sich rot. Bei den meisten Quallen wie zum Beispiel den Feuerquallen ist das für uns zwar schmerzhaft, aber nicht wirklich gefährlich.
Manche Quallen sind jedoch eine Gefahr: Zum Beispiel die Pazifische oder die Japanische Kompassqualle.
Am giftigsten ist die australische Seewespe, ihr Gift kann sogar Menschen töten. Sie besitzt 60 Tentakeln, die zwei bis drei Meter lang sind. Ebenfalls sehr schmerzhaft und manchmal tödlich wirkt das Gift der sogenannten Portugiesischen Galeere.

Kommt man mit einer Qualle in Kontakt, sollte man die Haut niemals mit Süßwasser reinigen, sonst platzen die Nesselkapseln erst richtig auf.
Besser ist es, die Haut mit Essig zu behandeln oder mit feuchtem Sand zu reinigen.
Nachwuchs
Quallen pflanzen sich auf unterschiedliche Arten fort. Sie können sich ungeschlechtlich vermehren, indem sie Teile ihres Körpers abgeben. Aus den Teilstücken wachsen dann ganze Quallen heran.
Sie können sich aber auch geschlechtlich fortpflanzen: Dann geben sie Eizellen und Spermazellen ins Wasser ab, die dort miteinander verschmelzen.

Daraus entsteht die Planulalarve. Sie setzt sich am Boden fest und wächst zu einem sogenannten Polyp heran. Der sieht aus wie ein Bäumchen und besteht aus einem Stiel und Tentakeln.
Der Polyp vermehrt sich ungeschlechtlich, indem er von seinem Körper Miniquallen abschnürt, die zu Quallen heranwachsen.
Den Wechsel von der geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Vermehrung bezeichnet man als Generationswechsel.