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Grünes Buch - das Tier-Archiv

Tierlexikon

Steckbrief
Verhalten
Pflege

Ratte

Alltag
Eine Ratte auf einem Tisch schnuppert an einem Teller mit Essen (Bild: SWR)Wanderratten sind perfekte Überlebenskünstler. Wo immer Menschen leben, gibt es auch Ratten.
Egal, welche Kontinente die Europäer in den letzten Jahrhunderten entdeckten: die Ratten waren dabei.
Weil sie nicht auf einen bestimmten Lebensraum spezialisiert sind, haben sie blitzschnell die neue Heimat erobert.

Eine Ratte kommt schnuppernd hinter einem Käfig hervor, vor ihr liegen Salamibrote (Bild: SWR)Ratten haben schon früh gelernt: wo Menschen sind, gibt es auch was zum Fressen!
Wann genau sich die Wanderratten dem Menschen angeschlossen haben, weiß man nicht: es kann vor ein paar tausend, vielleicht aber auch erst vor einigen hundert Jahren gewesen sein.
Ratten werden erst am Abend richtig munter und sind in der Nacht aktiv.

Etwa 40 Prozent der Wanderratten in Deutschland leben im Freiland. Sie legen große, unterirdische Gänge und Baue mit Wohn- und Nahrungskesseln an, die mit Laub und trockenem Gras ausgepolstert sind.
Eine weiße Ratte auf einem Ast (Bild: SWR)Die übrigen Ratten wohnen in Häusern, Kellern oder zum Beispiel in der Kanalisation. Auch dort legen sie Nester an.

Diese Wohnbereiche sind die Reviere der Ratten und werden von ihnen heftig gegen fremde Tiere verteidigt.
Zur Nahrungssuche machen Ratten oft richtige Ausflüge: Sie wandern bis zu drei Kilometer weit, um Nahrung zu finden.
Ratten können gut klettern, sehr gut schwimmen und tauchen.

Hausratten am Futternapf (Bild: SWR)Ratten haben einen hervorragenden Geruchssinn, mit dem sie feststellen können, ob die Nahrung zum Fressen geeignet ist oder nicht.
Verweigert ein Tier die Nahrung - zum Beispiel, weil sie giftig ist - lassen auch die anderen Rudelmitglieder das Futter liegen.
Ratten sind sehr soziale Tiere. Sie mögen Gesellschaft und leben in großen Familienverbänden, in denen sich 60 und bis 200 Tiere tummeln.

Mehrere Ratten in einem Käfig (Bild: SWR)Dort geht es nicht immer sanft und ruhig zu: Ratten haben eine strenge Rangordnung, die oft in heftigen Kämpfen festgelegt wird.

Ratten können sich sehr schnell vermehren. Deshalb leben in manchen Großstädten mehr Ratten als Menschen.
Schon mit drei Monaten können sich die Männchen fortpflanzen, die Weibchen etwas später. Bis zu sieben mal im Jahr bekommen sie Junge.
Freunde und Feinde
Rotfüchse, Marder, Iltisse, Hunde, Katzen oder Eulen können den Ratten gefährlich werden.
Jagd
Manchmal werden Ratten zu Raubtieren: Sie können Vögel und sogar Wirbeltiere bis zur Größe eines Kaninchens jagen. Das tun aber nicht alle Wanderratten. Meist sind es nur bestimmte Rudel, die irgendwann beginnen, auf die Jagd zu gehen.
Nachwuchs
Ratten-Männchen und -Weibchen leben nicht als Paare zusammen. Meist wird ein Weibchen von vielen Männchen begattet - und das ist das ganze Jahr über möglich. Nach 22 bis 24 Tagen bringt ein Weibchen sechs bis neun, manchmal auch 13 Junge zur Welt. Oft gebiert ein Weibchen seine Jungen in einem Gemeinschafts-Nest, und die Rattenbabys werden von den verschiedenen Rattenmüttern gemeinsam aufgezogen. Junge Ratten, die ihre Mutter verloren haben, werden von den übrigen Rattenmüttern versorgt.

Rattenbabys sind richtige Nesthocker: Sie sind blind und nackt und haben eine pinkfarbene, faltige Haut. Erst wenn sie 15 Tage alt sind, öffnen sie die Augen. Nun ist auch ihr Fell gewachsen. Langsam beginnen sie, ihre Umgebung zu entdecken. Mit drei Wochen verlassen sie zum ersten Mal den Bau. Junge Ratten sind sehr verspielt und tollen viel miteinander herum.
Sprache
Meist hört man von Ratten nur ein Fiepen und Quietschen; sie können aber auch knurren und fauchen. Untereinander "sprechen" Ratten im sogenannten Ultraschall-Bereich. In diesem Bereich können Menschen allerdings nichts hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter

 
 
 
 
 
 
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