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Rind / Kuh


Bos
Alltag
Limpurger Kühe (Bild: SWR)Hausrinder gibt es seit etwa 8.000 bis 10.000 Jahren; in Europa sind sie seit dem 6. Jahrtausend vor Christus zu finden. Damit gehören Rinder zu den ältesten Haustieren überhaupt.
Die frühesten Spuren stammen aus dem vorderen Orient, wo die ersten Rinder durch Züchtung zu Nutztieren wurden und als Milch- und Fleischlieferanten genutzt wurden. Außerdem dienten sie als Last- und Zugtiere.
Zebu Mutter mit ihrem Kind (Bild: SWR)
Neben den Hausrindern, die im Nahen Osten gezüchtet wurden, entstand in Indien das Zebu. Es wird auch Buckelrind genannt, weil es einen höckerartigen Buckel im Nacken hat.

Das Zebu stammt wahrscheinlich von einer Unterart des Wildrinds ab, die sich vor 300.000 Jahren von den Vorfahren unserer Hausrinder getrennt hat.

Junge Stiere in Kampfhaltung (Bild: SWR)
Wildrinder sind gesellige Herdentiere. Sie leben in kleinen Gruppen, in denen eine strenge Rangordnung herrscht. Diese wird durch Kämpfe zwischen den männlichen Tieren festgelegt.
Ihre Stimmung drücken Rinder vor allem durch die Haltung von Kopf und Körper aus: Wenn sie drohen oder beeindrucken wollen, halten sie Kopf und Hörner gesenkt. Außerdem scharren sie mit den Hufen im Boden.

Hausrinder (Bild: SWR)Rinder können nicht besonders gut sehen, aber sie hören gut und haben einen guten Geruchssinn. So erkennen sich zum Beispiel die Tiere einer Herde untereinander am Geruch.
Ursprünglich waren Rinder vor allem in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Heute sind die Hausrinder fast den ganzen Tag über aktiv.
Zwei Kälber (Bild: SWR)
Dass Rinder soziale Tiere sind, zeigen schon die Kälber: Bereits einige Tage nach der Geburt schließen sie sich innerhalb der Herde zu "Spielgruppen" zusammen. Nur zum Trinken kehren sie zu ihren Müttern zurück. Zwischen Muttertier und Kalb besteht eine enge Bindung: Eine Kuh lässt nur ihr eigenes Kalb an ihrem Euter saugen.

Ein Kuhfladen auf einer Wiese (Bild: SWR) Der Mist von Rindern, auch Kuhfladen genannt, ist für die Felder der Bauern ein wichtiger Dünger.
In manchen Ländern wird er getrocknet sogar als Brennmaterial verwendet.
Freunde und Feinde
Im Schutz der Herde sind Rinder vor Feinden meist sicher. Außerdem sind sie stark und können sich mit ihren Hörnern gut zur Wehr setzen.
Nachwuchs
Eine Kuh und ihr Junges auf der Weide (Bild: SWR)
Kühe können ein Kälbchen pro Jahr bekommen. Meist ist es nur ein Junges, ganz selten kommen Zwillinge zur Welt. Eine Kuh ist etwa 27 Monate alt, wenn sie das erste Mal ein Kalb bekommt.

Sechs bis acht Wochen vor dem Geburtstermin wird die Mutterkuh nicht mehr gemolken.

In dieser Zeit kann das Kalb sein Gewicht verdoppeln. Es wiegt, wenn es zur Welt kommt, zwischen 35 und 45 Kilogramm.
Kuh und Kälbchen liegen auf der Weide  (Bild: SWR)
Kurz vor der Geburt sondern sich die Kühe von der Herde ab und bringen an einem versteckten Platz ihr Junges zur Welt. Bei der Geburt sind als Erstes die Vorderbeine zu sehen, dann folgt der Kopf und schließlich Körper und Hinterbeine. Wenn es bei seiner Mutter aufwachsen darf, trinkt es in den ersten beiden Tagen die so genannte Biestmilch an ihrem Euter.
Kälbchen trinkt am Euter seiner Mutter  (Bild: SWR)
Nach ein paar Wochen fängt es an, auch Heu oder Gras zu fressen.

Heute bekommen Kälbchen aber oft schon nach einer Woche einen Ersatz für die Muttermilch, damit die Kuh wieder gemolken werden kann. Diese Ersatz-Milch besteht aus Milchpulver und warmem Wasser.
Kälbchen  (Bild: SWR)
Ein männliches Kälbchen nennt man Bullenkalb, ein weibliches Kuhkalb. Ist ein Kälbchen zwischen fünf Monaten und einem Jahr alt, wird es Fresser genannt.
Das kommt daher, weil die Tiere in dieser Zeit besonders schnell wachsen und deshalb auch sehr viel fressen.
Mit 18 Monaten ist aus dem Kälbchen ein erwachsenes Rind geworden.

Ist es ein Weibchen, wird es zur Milchkuh. Ist es ein Männchen, wird es gemästet und später dann geschlachtet. Übrigens: Nur Kühe, die jedes Jahr ein Kalb bekommen, geben auch regelmäßig Milch. Bekommt eine Kuh kein Kalb, produziert sie auch keine Milch mehr.
Sprache
Jeder kennt das laute »Muh« einer Kuh.