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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schlangen

Alltag
Jemand hält eine Boa (Bild: SWR)Schlangen sind fast ausschließlich Einzelgänger. Sie sind je nach Art zu den unterschiedlichsten Zeiten aktiv - manche am Tag, andere in der Nacht.
Dank ihrer hervorragenden Sinnesorgane wissen Schlangen immer genau, was um sie herum vorgeht.
Über die Nase und mithilfe ihrer gespaltenen Zunge nehmen sie Duftstoffe wahr.
Eine "züngelnde" Klapperschlange (Bild: SWR)Mit der Zunge berühren sie dann das so genannte Jacobsonsche Organ in ihrem Maul, mit dem sie die Duftstoffe analysieren können. So können sie Beutetiere aufspüren und verfolgen.
Manche Schlangen, wie die Grubenottern, können sogar mithilfe ihres Grubenorgans infrarote Strahlen, also Wärmestrahlen wahrnehmen.
Sie müssen ihre Beute also nicht sehen, sondern können sie spüren. Ein ähnliches Organ besitzen Riesenschlangen.
Tigerpython (Bild: SWR)Hören können Schlangen nur schlecht. Sie sind aber fähig, mithilfe ihres Innenohrs Erschütterungen des Bodens wahrzunehmen.
Schlangen können hervorragend kriechen. Sie schlängeln sich über den Boden, aber auch hochhinauf in Baumkronen und können sogar schwimmen.
Muster auf dem Rücken eines Tigerpython (Bild: SWR)Im Meer lebende Arten wie die Seeschlangen können bis zu einer Stunde tauchen.
Wie alle Reptilien können Schlangen ihre Körpertemperatur nicht regulieren. Das heißt, die Körpertemperatur ist von der Temperatur der Umgebung abhängig.
Deshalb können Schlangen nicht in sehr kalten Gebieten überleben.
Rücken einer Kobra mit der typischen Zeichnung  (Bild: SWR)In gemäßigten Regionen verbringen sie den Winter meist in Verstecken in einer Kältestarre.
Die meisten Menschen haben Angst vor Schlangen. Doch Schlangen beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Und meist warnen sie zuvor - schließlich wollen sie ihr Gift nicht verschwenden:
Klapperschlange mit "Schwanzrassel" (Bild: SWR)Die Kobra etwa stellt ihr Nackenschild auf und zischt, die Klapperschlange klappert mit der Rassel an ihrem Schwanzende.
Doch wenn immer es möglich ist, fliehen Schlangen, wenn ein Mensch oder ein tierischer Angreifer ihnen zu nahe kommen.
Wird man doch einmal von einer Schlange gebissen, kann ein sogenanntes Antiserum helfen, das aus dem Schlangengift gewonnen wurde.
OLI mit einer roten Königsnatter um den Hals (Bild: SWR)Manche Schlangen täuschen auch vor, dass sie giftig und gefährlich sind:
Die Königsnatter hat eine rote Ringelzeichnung und sieht so der giftigen Korallenschlange täuschend ähnlich.
So trickst sie Feinde aus und hält sie auf Abstand.
Freunde und Feinde
Vor allem junge Schlangen werden leicht Opfer von Greifvögeln oder kleinen Raubtieren. Aber auch größere Schlangen sind für große Raubtiere oder Greifvögel eine Beute.
Jagd
Eine Hornviper (Bild: SWR)Schlangen haben unterschiedliche Jagdtechniken:
Würgeschlangen wie die Boa, aber auch kleinere ungiftige Schlangen, lauern auf ihre Opfer, beißen sich in ihm fest, umschlingen und erwürgen sie.
Giftschlangen töten ihre Beute mit einem Giftbiss. Dann warten sie, bis die flüchtende Beute stirbt und spüren sie mit ihrem Duftsinn auf. Anschließend verschlingen sie die Beute - auch wenn sie viel dicker als die Schlange ist - in einem Stück.
Dies ist möglich, weil Ober- und Unterkiefer der Schlangen nicht miteinander verwachsen sind. So können Schlangen ihr Maul sehr weit öffnen und auch große Tiere verschlingen.
Nachwuchs
Die Schlangenweibchen legen nach der Paarung an einem geschützten, warmen Ort ihre Eier ab. Einige Arten bewachen diese Eigelege, andere nicht. Nachdem Schlüpfen müssen die jungen Schlangen aber alleine zurechtkommen.
Bei einigen Schlangenarten reifen die Eier im Körper der Weibchen heran und die Jungen kommen lebend zur Welt.
Autorin: Barbara Kiesewetter