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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schmetterling

Alltag
Schmetterling (Bild: SWR)
Schmetterlinge flattern von Blume zu Blume, um nach Nahrung zu suchen.

Manche Schmetterlinge, die echten Tagfalter, tun dies am Tag, manche gehen in der Dämmerung auf Nahrungssuche und manche in der Nacht.

Andere wiederum, wie die Bananenfalter, gehören zwar zu den Tagfaltern, mögen aber das grelle Sonnenlicht nicht und sind deshalb vor allem Morgens und am Abend während der Dämmerung aktiv. Den Tag verbringen sie auf Stämmen und Zweigen sitzend, wobei sie in typischer Haltung die Flügel zusammenklappen.
Schmetterling auf einer Blüte (Bild: SWR)
Mit ihren Facettenaugen können sie ultraviolettes Licht sehen. Dieses Licht können wir Menschen nicht wahrnehmen. Damit sehen Blüten für Schmetterlinge ganz anders aus als für uns.

Aber ein Schmetterling weiß sowieso gleich, ob ihm eine Blüte schmeckt, wenn er darauf landet. Denn Schmetterlinge haben sehr empfindliche Geschmacksorgane an den Vorderbeinen. Damit "riechen" sie mehr als 1000mal besser als wir Menschen.

Weiße Baumnymphe  (Bild: SWR)
Vor Feinden schützen sich manche Schmetterlinge, indem sie Gifte produzieren. So enthält der Körper der Weißen Baumnymphe so stark giftige Alkaloide, dass er von Feinden wie zum Beispiel von Vögeln nicht gefressen wird.

Die auffällig hübsch gemusterten Schmetterlinge haben eine Flügelspannweite von über 15 Zentimetern und kommen von Südchina und Malaysia bis zu den Philippinen und Thailand vor.
Schmetterling auf einer Blume  (Bild: SWR)
Bei ihrem Flug von Blüte zu Blüte und von Blume zu Blume transportieren Schmetterlinge wie andere Insekten auch Blütenstaub von einer Pflanze zur nächsten.

Diese Bestäubung ist für viele Pflanzen wichtig, damit sie sich vermehren können. Oft kann man Schmetterlinge dabei beobachten, wie sie mit gespreizten Flügeln in der Sonne sitzen. Manche Tagfalter wärmen so ihren Körper auf.

Puppen machen gar nichts. Sie fressen nicht. Sie bewegen sich nicht. In diesem Stadium der Entwicklung der Schmetterlinge wird die plumpe, wurstförmige Raupe zum zarten, flugfähigen Falter umgebaut. Doch das passiert, ohne dass man es von außen sehen könnte.
Schmetterlingsraupe  (Bild: SWR)
Raupen sind reine Fressmaschinen. Sie müssen sehr schnell die Nährstoffe zusammensammeln, die sie brauchen, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln.
In kurzer Zeit steigern sie ihr Gewicht um das Tausendfache. Deshalb bleibt ihnen keine Zeit, etwas anderes zu tun als zu fressen.
Nachwuchs
Die verschiedenen Schmetterlinge verhalten sich unterschiedlich bei der Partnersuche. Beim Pfauenauge und Admiral belegen die Männchen ein Revier und vertreiben Eindringlinge. Schwalbenschwänze belegen dagegen Aussichtplätze und warten dort darauf, dass ein Weibchen vorbeiflattert. Viele Schmetterlinge geben Duftstoffe ab, wenn sich ein Partner nähert. An den Fühlern befinden sich sehr feine Geruchsorgane.
Eier eines Bananenfalters (Bild: SWR)
Nach der Paarung legt das Weibchen Eier, aus denen sich über verschiedene Stadien Schmetterlinge entwickeln.

Die Larven, die aus den Eiern der Schmetterling schlüpfen, heißen Raupen. Sie haben zwölf kleine Punktaugen und winzige Fühler am Kopf.

An ihrem wurstförmigen Körper sitzen kurze Stummelbeine, mit denen die Raupe umherkrabbelt.
winzige Bananenfalter-Raupen (Bild: SWR)
Damit sie keine Nahrung suchen müssen, legen die Schmetterlings-Weibchen ihre Eier direkt an der Futterpflanze der Raupen ab.

Für die Verwandlung zum Schmetterling muss die Raupe sich verpuppen.
Sie spinnt aus ihrem Körper einen langen Faden und hüllt sich vollständig ein.

Bananenfalter-Kokon (Bild: SWR)
"Kokon" nennt man diese Hülle und "Puppe" das Stadium in der Verwandlung zum Schmetterling.

Aus den Kiefern der Raupe wird der Rüssel, aus den Stummelbeinen entstehen die langen Beine der Schmetterlinge und aus den Punktaugen entwickeln sich die Facettenaugen.

Wenn der Umbau zum Schmetterling fertig ist, platzt die Hülle der Puppe, und der Schmetterling schlüpft aus. Er kann aber nicht gleich losfliegen, weil die Flügel noch verknittert sind. Deshalb muss der Schmetterling sie mit Hämolymphe - so wird das Blut der Insekten genannt - aufpumpen. Dadurch entfalten sich die Flügel. Außerdem sind sie anfangs noch ganz weich und müssen erst an der Luft hart werden. Bis der Schmetterling davon flattern kann, vergehen einige Stunden.
Autorin: Barbara Kiesewetter