Alltag

Schweine gehören zu den ältesten Haustieren - sie wurden aber später zu Haustieren gemacht als Hunde, Schafe und Ziegen. In Ostasien haben schon vor 10.000 Jahren Steinzeitmenschen Wildschweine gezähmt. In Europa dauerte es etwas länger: seit etwa 8000 vor Christus gibt es hier Schweine, die bei den Menschen leben.
In manchen Gebieten, wie in Südostasien, gibt es auch halbzahme Schweine, die tagsüber selbständig im Wald nach Nahrung suchen und abends von selbst wieder in die Dörfer zu den Menschen zurückkehren.
Das weibliche Schwein wird Sau genannt, das männliche Eber - er trägt kleine spitze Stoßzähne.
Jungtiere bis fünf Kilogramm Gewicht heißen Ferkel, wiegen sie zwischen fünf und fünfundzwanzig Kilogramm, nennt man sie Läufer. Ferkel, die noch gesäugt werden, nennt man Spanferkel.
Schweine sind extrem gesellige Tiere und leben immer im Rudel. Sie lieben es, in der Erde nach Nahrung zu wühlen und sich im Schlamm zu suhlen. Das kühlt sie an heißen Tagen nicht nur ab, sondern hält die Tiere auch sauber: Ist der Schlamm getrocknet, reiben sie die Kruste ab und entfernen dabei gleichzeitig Ungeziefer.
Moderne Schweinerassen sind oft sehr anfällig für Stress und bekommen - ähnlich wie Menschen - Herz- und Kreislaufkrankheiten. Weil auch ihre übrigen Organe denen des Menschen sehr ähnlich sind, werden sie oft als Labor- und Versuchstiere gehalten.
Dagegen sind die meisten alten Rassen viel widerstandsfähiger. Weil auch ihr Fleisch oft besser schmeckt, werden einige dieser Rassen heute wieder gezüchtet. Ein Beispiel ist das Bunte Bentheimer Schwein. Diese Tiere sind sehr anspruchslos und ihr Fleisch hat eine ganz besonders gute Qualität.
Freunde und Feinde
Das Hausschwein hat nur einen Feind - den Menschen. Wildschweine können Raubtieren wie Wölfen und Bären zum Opfer fallen, allerdings sind erwachsene Tiere sehr stark, und sowohl Eber als auch Sauen können sehr angriffslustig sein, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Jungen verteidigen.