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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Seeadler

Alltag
junger Seeadler (Bild: SWR)
Jeder von Euch hat schon einmal einen Seeadler gesehen - wenn auch nur im Bild: Es ist nämlich der Vogel, der im Wappen der Bundesrepublik Deutschland abgebildet ist.

Lange Zeit waren sie in Mitteleuropa sehr verbreitet - noch um das Jahr 1800 waren sie bei uns häufig zu sehen.
Amerikanischer Weißkopf-Seeadler hat etwas im Wasser gefangen (Bild: SWR)
Seeadler fangen Fische. Die Menschen dachten damals deshalb, die Tiere seien schädlich und jagten sie.
Schließlich waren Seeadler in Westeuropa ausgestorben und Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland kaum noch zu finden. Erst als die Jagd auf sie nach dem Zweiten Weltkrieg nachließ, breiteten sie sich wieder aus.
Allerdings mussten sie dann unter anderen Bedrohungen leiden: Weil sie über ihre Nahrung giftige Pestizide aufnahmen, starben die Küken in ihren Eiern.
Seit etwa 1970 werden Seeadler aber stark bewacht und haben sich auch wieder vermehrt.
Seeadler mit ausgebreiteten Flügeln über seiner Beute (Bild: SWR)
Seeadler gehören zu den größten und kräftigsten Greifvögeln, die bei uns zu finden sind: Sie sind die größten Adler Europas.

Sie haben so viel Kraft, dass sie Fische bis zu einem Gewicht von acht Kilogramm fangen und sogar einen Fuchs oder Hasen überwältigen können.
Seeadler sind sehr treue Vögel: Sie leben ihr ganzes Leben mit einen Partner zusammen. Sie bauen mehrere Horste, die sie abwechselnd bewohnen.

Weil sie die Horste immer wieder ausbessern und an ihnen bauen, können sie bis zu zwei Meter breit und fünf Meter hoch werden. Meist errichten sie die Horste auf hohen Bäumen, manchmal auch auf Felsen.
Freunde und Feinde
Seeadler haben kaum natürliche Feinde - nur der Mensch und die Zerstörung ihres Lebensraums kann ihnen gefährlich werden.
Jagd
Seeadler watet im flachen Wasser zu seiner Beute (Bild: SWR)
Seeadler lauern von einem Ansitz aus auf ihre Beute oder streifen im Suchflug umher.
Im flachen Wasser waten sie, um Fische und Krebse oder Muscheln zu fangen.

Sie jagen aber auch Wasservögel, so lange, bis die Tiere zu erschöpft sind, um weiter zu fliehen.
Nachwuchs
Seeadler werden erst mit fünf Jahren geschlechtsreif. Zur Balzzeit kreisen sie mit ihrem Partner in der Luft, zeigen Sturzflüge und berühren sich in der Luft mit den Krallen. Im Frühjahr wählen sie einen ihrer Horste für die Brut aus.

Im Süden brüten sie ab März, im Norden erst ab Juni.
Nach der Paarung legt das Weibchen ein bis drei Eier ab. Beide Eltern brüten abwechselnd, das Weibchen aber meistens etwas mehr. Nach 39 bis 42 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Sie sind noch nackt und hilflos. In dieser Zeit besorgen beide Eltern Nahrung.
junger Seeadler (Bild: SWR)
Erst im Alter von 90 Tagen sind die Jungen soweit, dass sie das Nest verlassen können.
Sie werden aber noch weitere ein bis zwei Monate von den Eltern betreut.

Erst wenn sie selbstständig sind, verlassen die Jungen das Revier der Eltern und unternehmen weite Wanderungen.
Sprache
Seeadler lassen laut gellende Rufe hören, die wie "Kjau" klingen.
Autorin: Barbara Kiesewetter