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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Smaragdeidechse

Alltag
Eine Smaragdeidechse in einer Felsspalte (Bild: SWR)Smaragdeidechsen sind nur selten zu beobachten: Erstens sind sie bei uns sehr selten, und zweitens sind sie sehr scheu und fliehen sofort, wenn sie hören, dass sich Feinde oder Menschen nähern.

Smaragdeidechsen leben in Revieren, die sie gegen Artgenossen verteidigen.
Smaragdeidechse mit offenem Maul (Bild: SWR)Dabei benehmen sie sich wie kleine urzeitliche Drachen: Mit erhobenem Vorderkörper und gesenktem Kopf gehen die beiden Gegner mit ruckartigen Schritten aufeinander zu und schlagen dabei seitlich mit dem Schwanz.

Aber sie drohen sich nicht nur und versuchen den Gegner einzuschüchtern, sondern beißen sich gegenseitig so stark in den Hinterkopf, dass sie sich ernsthaft verletzen.
Eine Smaragdeidechse, die ein Bein angehoben hat (Bild: SWR)Schließlich ergreift das schwächere Tier die Flucht.
Manchmal zeigt ein unterlegenes Tier der stärkeren Eidechse, dass es sich freiwillig ergibt: Dazu tritt es auf der Stelle von einem Vorderbein auf das andere. Dieses Verhalten wird "Treteln" genannt.
Die stärkere Eidechse hört dann auf zu beißen, da sie weiß, dass die andere aufgibt.

Smaragdeidechse (Bild: SWR)Wenn Smaragdeidechsen von Feinden wie Mardern oder Greifvögeln am Schwanz gepackt werden, können sie dennoch oft überleben: Sie werfen ihren Schwanz ab.
Und weil sich der Schwanz noch bis zu 20 Minuten bewegen kann, wird der Angreifer meist von der Eidechse abgelenkt, bleibt mit dem Schwanzende zurück und die Eidechse kann fliehen.
Das ist möglich, weil die Schwanzwirbel von Natur aus Bruchstellen haben.
Zieht die Eidechse an diesen Stellen ihre Muskeln kurz und kräftig zusammen, wird der Schwanz an der Bruchstelle abgeworfen und wächst später wieder nach.
Allerdings hat dieser nachgewachsene Schwanz dann keine richtigen Wirbel aus Knochen, sondern nur einen Knorpelstab als Stütze.
Freunde und Feinde
Smaragdeidechse (Bild: SWR)Kleine Raubtiere wie Marder oder Wiesel sowie Greifvögel sind die größten Feinde der Smaragdeidechsen.

Vom Menschen werden sie zwar nicht direkt bedroht, aber ihre Lebensräume sind in Gefahr.
Außerdem können Schädlings-Bekämpfungsmittel aus der Landwirtschaft für Eidechsen giftig sein.
Nachwuchs
Die Paarungszeit der Smaragdeidechsen beginnt Ende April und dauert bis in den Mai hinein. Dabei geht es etwas ruppig zu: Das Männchen verbeißt sich in die Flanke des Weibchens und schiebt dann seine Körperöffnung - die so genannte Kloake - unter die des Weibchens.
Mit einem Hinterbein klammert es sich über der Schwanzwurzel des Weibchens fest.
Eine Smaragdeidechse schlüpft aus ihrem Ei (Bild: SWR)Etwa vier Wochen später, zwischen Mai und Juni, legt das Weibchen nachts etwa elf weiße, weichschalige Eier in kleinen, selbst gegrabenen Höhlen ab - und zwar an Stellen, die nicht von Pflanzen bedeckt sind. Das ist wichtig, weil solche Plätze tagsüber von der Sonne beschienen werden, so dass sie schön warm sind und sich die Eier im Boden gut entwickeln können.
Eine Smaragdeidechse schlüpft aus ihrem Ei (Bild: SWR)Wie lange es dauert, bis dann die jungen Eidechsen schlüpfen, hängt von der Temperatur ab:
In wärmeren Regionen vergehen nur etwa 50 Tage, in kühleren bis zu 90 Tage, bis der Eidechsen-Nachwuchs aus den Eiern schlüpft.
Die kleinen Smaragdeidechsen sind gleich nach dem Schlüpfen selbstständig und kommen ohne die Hilfe ihrer Eltern zurecht.
Autorin: Barbara Kiesewetter