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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Springbock

Alltag
Ein junger Springbock auf der Wiese in seinem Gehege (Bild: SWR)Springböcke sind gesellige Tiere und sowohl tag- als auch nachtaktiv. Zur heißen Mittagszeit ruhen sie sich meist im Schatten aus. Sie leben in der Trockenzeit in kleinen Gruppen. Diese bestehen aus Weibchen und ihren Jungen. Junge Männchen bilden eigenen kleine Herden. In der Regenzeit bilden die kleinen Gruppen große Herden von mehreren Tausend Tieren.

Sie wandern gemeinsam zu neuen Weidegebieten. Oft tun sich Springbock-Herden auch mit den Herden anderer Gazellen oder mit Zebra-Herden zusammen. Manchmal mischen sie sich auch unter die Herden von Straußen, den großen afrikanischen Laufvögeln.
Ein Springbock springt auf der Weise (Bild: SWR)Seinen Namen hat der Springbock von einem typischen Verhalten: Wenn die Tiere erschrecken, springen sie aus dem Stand mit gekrümmten Rücken und steifen Beinen bis zu dreieinhalb Meter hoch in die Luft. Der Kopf hängt dabei fast bis zu den Füßen herab. Diese Verhalten nennt man "Prunken". Wenn ein Tier damit beginnt, machen es ihm die anderen oft nach.

Durch das Krümmen des Rückens öffnen sich zwei parallel zum Rücken verlaufende Hautfalten und es werden lange weiße Haare sichtbar.
Ein Springbock in seinem Gehege auf der Weide (Bild: SWR)Was dieses Sprünge bedeuten, ist nicht ganz klar. Manche Forscher meinen, dass die Springböcke damit ihre Artgenossen warnen, wenn sie ein Raubtier entdeckt haben. Andere vermuten, das sie einem Raubtier zeigen wollen, dass sie es entdeckt haben und dass ein Angriff sinnlos ist. Doch selbst wenn sie von Raubtieren angegriffen werden, sind Springböcke nicht schutzlos.

Die schlanken Tiere gehören nach den Geparden zu den drei schnellsten Säugetieren. Sie erreichen ein Tempo von bis zu 90 Kilometern pro Stunde, und schon zwei Sekunden nach dem Start sind sie bis zu 62 Kilometer pro Stunde schnell.
Ein junger Springbock steht auf einer Wiese (Bild: SWR)Springböcke wurden früher stark gejagt, weil ihr Fleisch gegessen wurde und weil sie als Schädlinge angesehen wurden, die die Felder der Farmer abfressen. In Südafrika waren sie im 19. Jahrhundert sogar ausgestorben.

Sie wurden aber im 20. Jahrhundert wieder angesiedelt. Es gibt Versuche in Südafrika, Springböcke als Wild zu halten und ihr Fleisch zu vermarkten.
Freunde und Feinde
Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen zählen zu den Feinden der Springböcke.
Nachwuchs
Ein junger Springbock steht vor einem Busch (Bild: SWR)Paarungszeit ist im Mai. Dann versucht jedes Männchen, eine Gruppe von bis zu 30 Weibchen um sich zu scharen. Solche Gruppen nennt man Haremsverbände. Der Bock markiert sein Revier und vertreibt alle Rivalen, die sich seiner Herde nähern. Nach knapp sechs Monaten Tragzeit bringt jedes Weibchen ein Junges zur Welt, nur ganz selten gibt es auch Zwillinge.

Neugeborene Springböcke können schon nach wenigen Stunden laufen. Sie werden ein Jahr lang von der Mutter gesäugt. Dann sind sie erwachsen und werden geschlechtsreif. Die Männchen kümmern sich nicht um die Aufzucht der Jungen.
Sprache
Springböcke können pfeifende oder prustend-schnaubende Laute von sich geben.
Autorin: Barbara Kiesewetter