Alltag

Steinböcke sind tagaktive Tiere. Sie fressen vor allem am frühen Morgen und abends. Tagsüber ruhen sie meist und wiederkäuen ihr Futter.
Dafür suchen sie sich schattige Plätze und Überhänge an Felswänden, da sie Hitze nicht gut vertragen. Kälte halten sie dagegen dank ihres dichten Fells sehr gut aus.

Im Sommer leben Männchen und Weibchen getrennt in Gruppen von bis zu 30 Tieren.
Manche Steinbock-Männchen ziehen auch allein umher. Zur Paarungszeit im Winter gesellen sich die Männchen zu den Weibchen.

Wenn sich Männchen um ein Weibchen streiten, kommt es zu heftigen Kämpfen: Beide richten sich auf den Hinterbeinen auf, lassen sich nach vorne fallen und prallen mit lautem Krachen mit den Hörnern aufeinander.
Steinböcke sind sehr flinke Kletterer und können auch geschickt und sicher von Fels zu Fels springen.
Freunde und Feinde
Wölfe, Bären und Luchse können Steinböcken gefährlich werden, aber da es sie bei uns kaum noch gibt, haben erwachsene Steinböcke bei uns keine natürlichen Feinde. Junge oder kranke Tiere können Geiern, Adlern oder Kolkraben zum Opfer fallen.

Der größte Feind der Steinböcke ist jedoch der Mensch: Steinböcke wurden bei uns fast bis zur Ausrottung gejagt.
Ihre Hörner waren begehrte Jagd-Trophäen, außerdem galten die gemahlenen Hörner und das Blut der Tiere früher als Heilmittel gegen viele Krankheiten.
Nachwuchs
Paarungszeit ist bei den Steinböcken im Dezember und Januar. Nach etwa fünfeinhalb Monaten werden im Mai oder Juni die Jungen geboren. Meist kommt nur ein Steinbock-Baby zur Welt, nur ganz selten sind es zwei.

Sie können von Anfang an laufen, und schon mit vier Wochen üben sie in kleinen Gruppen klettern und springen. Junge Steinböcke werden sechs Monate von der Mutter gesäugt, danach sind sie selbstständig.
Die Töchter bleiben im Rudel der Mutter, weshalb meist alle weiblichen Tiere eines Rudels miteinander verwandt sind.
Der männliche Nachwuchs verlässt mit zwei Jahren das Rudel der Mutter und schließt sich einer Gruppe von männlichen Steinböcken an. Mit drei Jahren werden sie geschlechtsreif.
Wie oft sich Steinböcke fortpflanzen, hängt von der Zahl der Tiere ab: Leben sie in kleinen Gruppen, bekommen sie früher und häufiger Junge, leben sie in großen Gruppen, pflanzen sie sich später und seltener fort. So ist dafür gesorgt, dass nicht zu viele Steinböcke auf die Welt kommen und alle in ihrem kargen Lebensraum genug Nahrung finden.