Alltag
Stockenten sind die wilden Vorfahren unserer Hausenten: Von diesen anpassungsfähigen Enten stammen all die weißen Enten ab, die als Nutztiere gehalten werden. Oft kann man auch an Seen Stockenten sehen, deren Gefieder weiß gescheckt ist.
Das kommt dadurch zustande, dass sich Stockenten manchmal mit Hausenten paaren, die aus ihren Gehegen entkommen sind und sich an Seen und Flüssen bei den Stockenten niedergelassen haben.
Manchmal leben aber auch Mischlinge von Stock- und Hausente in der Obhut des Menschen.
Stockenten sind sehr soziale Tiere: Sie leben immer gemeinsam in größeren Gruppen. Allerdings bilden sie nicht - wie zum Beispiel viele Gänse - Paare, die ein Leben lang zusammen bleiben.
Sie tun sich immer nur für eine Brutsaison zusammen. Die Männchen kümmern sich auch nicht um die Jungen:
Kurz nachdem das Weibchen die Eier abgelegt hat, ziehen sie davon. Sie mausern sich dann und bilden dabei mit anderen Männchen eine Gruppe.
Auch wenn sie zur Gruppe der Schwimmenten gehören, können Stockenten trotzdem tauchen. Sie kommen allerdings nicht so tief wie die Tauchenten, sondern tauchen höchstens einen Meter tief ins Wasser. Dieses Tauchen, bei dem sie auf dem Gewässergrund nach Nahrung suchen, nennt man "Gründeln".
Freunde und Feinde
Stockenten können Raubtieren wie Füchsen sowie Greifvögeln zum Opfer fallen.
Ihr größter Feind ist jedoch der Mensch: Stockenten zählen zu den beliebtesten Jagdtieren. Jährlich werden Hunderttausende von ihnen von Jägern erschossen.
Die Weibchen haben eine raffinierte Taktik, um ihre Eier zu schützen: Werden sie von Feinden vom Nest verjagt, bespritzen sie die Eier rasch mit übelriechendem Kot, der die Angreifer vertreiben soll.
Nachwuchs
Stockenten suchen sich jedes Jahr einen neuen Partner, mit dem sie nur für eine Brutsaison zusammen bleiben. Die Paarungszeit beginnt schon im Herbst.
An den Park-Seen kann man das Paarungsritual gut beobachten: Zunächst schütteln die Männchen sich, putzen scheinbar ihr Gefieder und lassen dann den so genannten "Grunzpfiff" hören, wobei sie den Kopf und Körper in die Höhe recken.
Sie schwimmen um die Weibchen herum und Nicken dabei mit dem Kopf. Hat ein Entenweibchen ein Männchen - Erpel genannt - erwählt, schwimmt es neben ihm her und zeigt mehrmals mit dem Kopf über die Schulter nach hinten. Dieses Paarungsritual kann sich mehrmals wiederholen.
Vor der Paarung entfernt sich das Entenpaar von den anderen Enten und verbeugt sich im Wasser mehrere Minuten lang voreinander. Erst dann findet die Paarung statt, bei der der Erpel die Ente mit dem Schnabel am Hals festhält. Anschließend baden beide und schütteln das Wasser aus dem Gefieder.
Ihre Nester bauen Stockenten meist auf dem Boden in der Nähe des Wassers, manchmal aber auch weit davon entfernt.
Die Eier werden zwischen März und Juni gelegt. Ein Weibchen legt sieben bis elf hell bräunlich grüne Eier, die matt glänzen und 25 bis 30 Tage bebrütet werden.
Ihre Mutter erkennen die Stockenten-Jungen an einem Lockruf, den die Mutter hören lässt, sobald die Küken schlüpfen.
Stockenten-Küken sind Nestflüchter: Sie verlassen das Nest gleich am ersten Tag und werden von der Mutter geführt.
Nach 50 bis 60 Tagen sind die Kleinen selbstständig.
Anders als die Küken von Hausenten, die ein gelbes Daunenkleid tragen, sind die Küken von wilden Stockenten schwärzlich-braun gefärbt.
Sprache
Das laute Quaken der Stockenten kennt jeder. Die Männchen quaken vom Herbst bis zum Frühjahr. Während der Balz lassen sie ein hohes Pfeifen hören, das wie "fihbib" klingt. Die Weibchen rufen das ganze Jahr über "quak quak".