Alltag
Normalerweise führen Strahlen-schildkröten ein gemächliches Leben, doch wenn die Zeit der Fortpflanzung kommt, lässt sich ihr faszinierendes Verhalten beobachten. Die Männchen fechten dann miteinander so genannte Kommentkämpfe aus. Das sind Scheinkämpfe, die nach festen Regeln ablaufen. Die Tiere verletzen sich dabei so gut wie nie.
Diese Kämpfe sind bei den Strahlenschildkröten so kompliziert, dass die jungen Männchen sie erst von ihren älteren Kollegen lernen müssen.
Hat ein Männchen gesiegt und will sich mit einem Weibchen paaren, läuft das typische Balzverhalten ab und es beginnt die Paarung, die über eine Stunde dauern kann.
Zunächst hakt das Männchen seinen Kehlschild - den vorderen Teil des Bauchschilds - in die Beinöffnung des Weibchens ein und hebt das Weibchen an. Kippt das Weibchen dabei um, wird es vom Männchen wieder aufgerichtet. In dieser Phase versucht das Weibchen, das Männchen abzuwehren. Schließlich kommt es aber doch zur Paarung.
Manchmal kommt es auch vor, dass zur Paarung bereite Weibchen zu junge Männchen umwerben. Sie umkreisen dann dieses Männchen und setzen Duftmarken ab.
Bleibt alles ohne Erfolg, wird das unwillige Männchen schließlich mit heftigen Angriffen vertrieben.
Freunde und Feinde
Andere Tiere können erwachsenen Strahlenschildkröten kaum gefährlich werden. Der größte Feind dieser hübschen Schildkröten ist der Mensch: Weil für Strahlenschildkröten extrem hohe Preise bezahlt werden (etwa 1500 Euro), werden immer noch Tiere gefangen und verkauft.
Ab und zu werden sie auch von den Inselbewohnern gefangen und gegessen.
Nachwuchs
Schildkröten sind langsame Tiere, deshalb beginnen sie auch relativ spät damit, sich fortzupflanzen: die Männchen etwa mit sieben Jahren, die Weibchen mit neun bis zehn Jahren. Die Tiere sind dann etwa 30 Zentimeter groß.
Nach der Paarung legt jedes Weibchen drei bis zwölf Eier ab.
Je nach Temperatur schlüpfen die Jungen nach 145 bis 230 Tagen. Sie sind dann drei bis vier Zentimeter groß.
Ihr Panzer ist noch sehr viel heller gefärbt als bei erwachsenen Tieren, aber das strahlenförmige Muster ist bereits deutlich zu erkennen.