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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Süßwasser - Stechrochen

Pfauenauge-Stechrochen  (Bild: SWR)

Potamotrygonidae

Süßwasser-Stechrochen sind in Südamerika gefürchteter als Piranhas: Mit ihrem Giftstachel können sie schmerzhafte Verletzungen hervorrufen!
Aussehen
Pfauenauge-Stechrochen  (Bild: SWR)
Süßwasser-Stechrochen sind, wie ihr Name sagt, Süßwasserfische. Sie gehören wie die Haie zu den so genannten Knorpelfischen.

Das sind sehr urtümlich Fische, die kein Skelett aus Knochen, sondern nur aus Knorpeln besitzen.

Süßwasser-Stechrochen sind fast rund und sehr flach geformt. Je nach Art hat ihr Körper einen Durchmesser von 25 Zentimeter bis zu etwa einem Meter.
Leopold-Stachelrochen  (Bild: SWR)
Der Leopold-Stachelrochen zum Beispiel hat im Durchschnitt einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern, Weibchen werden ca. 50 Zentimeter groß.

Vom Maul bis zur Schwanzspitze messen Süßwasser-Stechrochen bis zu 90 Zentimeter.

Die Männchen der Süßwasser-Stechrochen unterscheiden sich von den Weibchen durch einen Anhang hinter der Geschlechtsöffnung, der bei den Weibchen fehlt.
Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen am Körperende einen Schwanz mit einem aus Kalk bestehenden, etwa acht Zentimeter langen Giftstachel, der alle paar Monate ausfällt, und durch einen neuen, nachwachsenden Stachel ersetzt wird.

Die Haut der Süßwasser-Stechrochen ist sehr rau und fühlt sich wie Sandpapier an. Das kommt von den winzigen Schuppen auf der Haut, die auch Placoidschuppen genannt werden. Sie bestehen ähnlich wie Zähne aus Zahnbein und Zahnschmelz.
Unterseite des Pfauenauge-Stechrochens  (Bild: SWR)
Süßwasser-Stechrochen sind unterschiedlich gefärbt. Die olivgrüne bis graubraune Körperoberseite der Leopold-Stachelrochen ist mit weißen, gelben oder orangefarbenen, dunkel umrandeten Flecken getupft.

Auf der Bauchseite ist der Rochen aber hell gefärbt.
Augen des Leopold-Stachelrochen  (Bild: SWR)
Oben am Kopf sitzen die erhöhten Augen, die auch eingezogen werden können.

Süßwasser-Stechrochen können sehr gut sehen, auch wenn das Licht nur schwach ist. Das liegt daran, dass ihre Augen ähnlich wie Katzenaugen so genannte Restlichtverstärker besitzen.

Mund, Nasenöffnungen und die Kiemenschlitze liegen auf der Körperunterseite.
Sie besitzen als besondere Anpassung an das Leben am Gewässergrund und im Schlamm jedoch eine zusätzlich Atemöffnung: Damit sie Atemwasser, das frei von Schlick und Sand ist, einsaugen können, haben sie außer den Kiemen noch das sogenannte Spritzloch hinter den Augen auf der Oberseite des Kopfes. Die Zähne der Rochen wachsen ein Leben lang nach; das heißt, dass alte, abgenutzte Zähne laufend von neuem ersetzt werden.
Heimat
Die Heimat der Süßwasser-Stechrochen ist das tropische Südamerika. Der Leopold-Stachelrochen kommt jedoch zum Beispiel nur in Brasilien in einem ziemlich kleinen Gebiet vor und ist auch recht selten: Man findet ihn nur im Einzugsgebiet der Flüsse Xingu und Fresco.
Lebensraum
Süßwasser-Stechrochen leben in den großen südamerikanischen Flüssen, vor allem im Orinoco und im Amazonas.
Rassen und Arten
Insgesamt gibt es auf der Welt mehr als 500 verschiedene Rochenarten, die meisten von ihnen leben im Meer, also im Salzwasser.
 Der Leopolds Stachelrochen ist eine so genannte endemische Art  (Bild: SWR)
In der nur im Süßwasser vorkommenden Familie der Süßwasser-Stechrochen gibt es etwa 28 verschiedene Arten.

Der Leopold-Stachelrochen ist eine so genannte endemische Art, das heißt, er kommt ausschließlich in einem ganz kleinen, abgegrenzten Verbreitungsgebiet vor.
Eine andere Art, der nah verwandte Pfauenaugen-Stechrochen, hat ein größeres Verbreitungsgebiet. Er kommt in weiten Regionen in den großen Flüssen wie zum Beispiel dem Orinoco, Amazonas und La Plata vor.
Diese Art hat meist eine hellere Grundfarbe und ist größer als Leopolds-Stachelrochen. Je nach Region kennt man etwa 20 verschieden gefärbte Varianten des Pfauenaugen-Stechrochens.
Autorin: Barbara Kiesewetter