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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Sumpfbiber-Nutria

Ein Nutria nahe einer Wasserstelle beim Fressen (Bild: picture-alliance/ dpa)

Myocastor coypus

Die aus Südamerika stammenden Sumpfbiber werden auch Nutria oder Biberratte genannt. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Biber und Bisamratte.
Aussehen
Gruppe Sumpfbiber  (Bild: SWR)
Trotz ihres Namens Sumpfbiber gehören diese Tiere weder zu den Bibern noch zu den Bisamratten.

Sie sind vielmehr mit den Meerschweinchen verwandt und zählen zur Familie der Biberratten und damit zu den Nagetieren.
Sumpfbiber werden von der Nasenspitze bis zum Po 43 bis 64 Zentimeter lang, der Schwanz misst 25 bis 42 Zentimeter. Sie wiegen bis zu neun Kilogramm.

Schwanz eines Sumpfbibers  (Bild: SWR)
Ihr Körperbau gleicht dem eines Bibers oder eines großen Bisamratte: Der Kopf ist lang und hat eine stumpfe Schnauze mit langen Schnurrhaaren.
Der Hals ist kurz und dick, die Ohren sind klein. Die Männchen der Sumpfbiber sind meistens größer als die Weibchen.
Zwischen den fünf Zehen der Hinterfüße besitzen die Sumpfbiber Schwimmhäute als Zeichen für ihre Anpassung an ein Leben im Wasser.
Anders als beim Biber, der einen flachen, breiten Schwanz hat, ist der Schwanz des Sumpfbibers außerdem rund und nackt.
Nagezähne der Sumpfbiber  (Bild: SWR)Wie alle Nagetiere besitzen auch Sumpfbiber große Nagezähne, die von einer orangefarbenen Schutzschicht überzogen sind und ein Leben lang nachwachsen.

Das Fell der Nutrias ist rotbraun und hat samtig weiche Unterhaare sowie lange raue Deckhaare. Wegen ihres Fells sind Sumpfbiber als Pelztiere beliebt und werden auf Farmen gezüchtet. Durch die Züchtungen entstanden auch andere Fellfarben, zum Beispiel das strahlend weiße Fell.
Heimat
Sumpfbiber  (Bild: SWR)
Sumpfbiber stammen aus Südamerika. Sie leben in Bolivien, Südbrasilien, Chile und Argentinien. Dort sind sie aber nicht in den tropischen, sondern in den gemäßigten Klimazonen zuhause.

Heute werden sie weltweit in Pelztierfarmen gezüchtet. Sie kommen jedoch auch in der freien Natur vor:
Zum Teil wurden sie ausgesetzt, zum Teil sind einzelne Tiere aus Pelztierfarmen entkommen und haben sich vermehrt.
In Südfrankreich wurden sie sogar in Fischteiche ausgesetzt, um diese von übermäßigem Pflanzenwachstum frei zu halten.
Lebensraum
Sumpfbiber bewohnen Flüsse und Bäche  (Bild: SWR)
Sumpfbiber bewohnen Flüsse und Bäche, deren Ufer dicht bewachsen sind und in denen reichlich Wasserpflanzen wachsen.

In Europa und Nordamerika können Sumpfbiber nur in Regionen überleben, in denen die Winter mild sind und die Gewässer so gut wie nie zufrieren.

In Deutschland kann man sie am ehestem am Oberrhein und Kaiserstuhl finden. Strenge Winter, in denen die Gewässer zufrieren, überleben sie kaum.
Rassen und Arten
Innerhalb der Familie der Biberratten ist der Sumpfbiber die einzige Gattung und einzige Art. Am nächsten sind sie mit den Trugratten und den Baum- und Ferkelratten verwandt, die ebenfalls alle in Südamerika leben.
Lebenserwartung
Sumpfbiber werden etwa sechs bis zehn Jahre alt.
Autorin: Barbara Kiesewetter