Alltag
Sumpfbiber sind sehr elegante Schwimmer: Ihre Bewegungen im Wasser erinnern an die eines Fischotter. Daher kommt auch ihre spanischer Name "Nutria", der nichts anderes bedeutet als "Fischotter".
Tauchen können sie nicht besonders gut, sie können aber bis zu zehn Minuten unter Wasser bleiben, ohne dass sie Luft holen müssen.
Sumpfbiber sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Dann sind sie mit der Nahrungssuche und Körperpflege beschäftigt.
Dabei setzen sie sich hin, kämmen ihr Fell mit ihren Krallen und fetten es mit einem Fett aus speziellen Drüsen an den Mundwinkeln ein.
Tagsüber ruhen sie in ihren Bauten, die sie in der Uferböschung anlegen. Diese Tunnel sind ziemlich kurz und haben keine Seitengänge.
Anders als bei den Bauten des Europäischen Bibers liegt der Eingang zu den Sumpfbiber bauten immer über und nicht unter Wasser.
Manchmal bauen Sumpfbiber einfach am Ufer Nester aus Schilf.
Sumpfbiber leben in kleinen Kolonien. Dort wohnen bis zu 13 Tiere zusammen. Meist sind es erwachsene Weibchen, die miteinander verwandt sind, sowie deren Nachwuchs und ein großes Männchen. Junge Sumpfbiber-Männchen leben oft allein. Sumpfbiber sind ziemlich wehrhaft: Wenn sie sich bedroht fühlen, beißen sie mit ihren großen Nagezähnen kräftig zu.
Freunde und Feinde
Fischotter, Dachs oder andere große Marder können den Sumpfbibern gefährlich werden. Ebenso zählen Braunbären, Wölfe, Luchse und Füchse zu ihren Feinden.
Einer der größten Feinde des Sumpfbibers war jedoch der Mensch: Im 19. Jahrhundert wurden die Tiere wegen ihres Fells so stark gejagt, dass sie teilweise unter Schutz gestellt werden mussten. Schließlich ging man aber dazu über, sie in Farmen zu züchten.
Nachwuchs
Ein Sumpfbiber-Weibchen kann sieben, manchmal sogar bis zu 13 Junge bekommen. Nach der Paarung dauert es 130 Tage, bis die kleinen Sumpfbiber geboren werden.
Das ist eine ziemlich lange Tragzeit - aber dafür sind die Sumpfbiber-Babys auch schon weit entwickelt. Bei der Geburt sind sie komplett behaart und haben schon offene Augen.
Bereits wenige Stunden nach der Geburt wagen sie sich ins Wasser und können schwimmen.
Weil die Zitzen der Mutter besonders hoch an den Seiten des Körpers sitzen, können die Kleinen sogar gesäugt werden, während Mutter und Kinder im Wasser schwimmen.
Die Nasenspitze schaut immer über die Wasseroberfläche, so dass die Sumpfbiber-Babys atmen können, während sie trinken.
Sprache
Werden Sumpfbiber von Feinden in die Enge getrieben, lassen sie ein Knurren oder Brummen hören. Auch wenn ein Männchen um ein Weibchen wirbt, gibt es fauchende und brummende Laute von sich.