Alltag

Termiten leben niemals allein, sondern sind sehr gesellige Lebewesen, die riesige Staaten mit bis zu mehreren Millionen Tieren bilden. Diese Staaten haben eine ausgeklügelte soziale Struktur: Neben einem oder mehreren fortpflanzungsfähigen Paaren bestehen sie aus verschiedenen "Kasten", nämlich den Arbeitern und Soldaten.
Die Arbeiter sind geschlechtlich unterentwickelte Weibchen und Männchen. Die Arbeiter sind auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert: Es gibt Brutpfleger, Nestbauer und Tiere, die nur dazu da sind, Nahrung herbeischaffen.

Die Soldaten haben die Aufgabe, den Termitenbau zu bewachen. Sie besitzen einen besonders großen quadratischen Kopf und sehr kräftige Kiefer, mit denen sie Angreifer wie etwa Ameisen abwehren können. Diese Kiefer sind so stark, dass sie sogar einen Menschen heftig in den Finger kneifen können.
Bei manchen Arten tragen die Soldaten Fortsätze mit Drüsen auf dem Kopf, aus denen sie eine klebrige Flüssigkeit auf Angreifer spritzen, sodass sich diese nicht mehr bewegen können.

Weil sich Termiten von totem Holz ernähren und mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen alles klein raspeln können, können sie Bauwerke aus Holz wie Häuser oder Brücken zerstören.
Es sind aber nur wenige Arten, die solche Schäden anrichten.
Freunde und Feinde
Weil Termiten sehr viel Eiweiß und Fett enthalten, sind sie für viele Tiere von Ameisen bis zu den hyänenähnlichen Erdwölfen ein begehrter Leckerbissen. Auch Schimpansen lieben Termiten und angeln sie mit langen Stöckchen aus ihrem Bau heraus.

Einer der größten Feinde südamerikanischer Termiten ist der Ameisenbär: Mit seinen mächtigen Klauen reißt er die steinharten Termitenbauten auf. Dank seiner dünnen, röhrenförmigen Schnauze und der langen, klebrigen Zunge kann er die Termiten mühelos aus den Gängen holen.
In Afrika und Südamerika werden Termiten sogar von einigen eingeborenen Völkern gegessen.
Nachwuchs

Anders als bei den Ameisen, bei denen die Königin sich nur einmal paart, müssen sich die weiblichen Geschlechtstiere der Termiten immer wieder paaren, um Eier legen zu können. Deshalb besitzt ein Termitenstaat eine Königin und einen König, während im Ameisenstaat nur eine Ameisenkönigin lebt.
Die Königin legt walzenförmige Eier, aus denen die Larven schlüpfen. Diese müssen sich mehrfach häuten, bis sie zu richtigen Termiten herangewachsen sind.
Am Anfang erledigt die Königin die nötigen Arbeiten im Bau, später übernehmen die vielen Tausenden von Nachkommen diese Aufgaben.
Männliche und weibliche Geschlechtstiere finden sich auch beim Hochzeitsflug zusammen. Dann baut das Paar eine Hochzeitskammer, paart sich und gründet einen neuen Staat.
Sprache
Termiten besitzen ein ausgeklügeltes Informationssystem: Sie verständigen sich mit Duftsignalen. So hinterlassen sie beispielsweise Duftspuren, die andere Termiten zum Futter führen. Andere Duftstoffe auf ihrem Körper zeigen ihren Artgenossen Gefahr an.
Außerdem erkennen sich die Mitglieder eines Staats an ihrem ganz speziellen Duft. Termiten aus anderen Staaten, die anders riechen, werden heftig bekämpft.
Diese Duftstoffe nehmen Termiten mit ihren Fühler wahr. Die Tiere betasten sich deshalb gegenseitig mit den Fühlern, um zu erfahren, was ihnen ihre Artgenossen mitteilen wollen.