OLIs Wilde Welt
Ein Totenkopfäffchen läuft über ein Drahtseil (Bild: picture alliance / dpa)

Totenkopfäffchen


Salimiri sciureus

Der Name "Totenkopfäffchen" hört sich ziemlich gruselig an. Dabei sind die kleinen Affen in Wirklichkeit sehr niedlich - wie zum Beispiel Herr Nilsson, der Haus-Affe von Pippi Langstrumpf.
Aussehen
Totenkopfäffchen (Bild: SWR)
Totenkopfäffchen gehören zur Familie der Kapuzinerartigen Affen und sind sehr klein: Sie werden gerade mal 23 bis 37 Zentimeter groß. Mit dem Schwanz messen sie 35 bis 45 Zentimeter. Die Weibchen wiegen bis zu 750 Gramm, die Männchen bis zu 1100 Gramm. Sie haben ein sehr helles Gesicht mit dunklem Maul.

Totenkopfäffchen (Bild: SWR)Daher kommt auch ihr Name, denn die Zeichnung des Gesichts erinnert ein wenig an einen Totenkopf.
Oben ist der Kopf grau bis schwarz gefärbt, die Halsseiten sind weiß. Am Rücken ist ihr Fell goldoliv und schwarz meliert. Bauch und Beine sind gelblich bis orange gefärbt.
Ein paar Totenkopfäffchen klettern auf einem Kasten herum (Bild: SWR)Der lange Schwanz ist ebenfalls olivfarben und hat eine schwarze Spitze. Die Ohren der Totenkopfäffchen sind hell und ziemlich spitz.

Totenkopfäffchen gehören zu den so genannten Neuweltaffen. Im Gegensatz zu den Altweltaffen aus Asien und Afrika kommen sie nur in Amerika vor und sind eine sehr ursprüngliche, alte Affen-Art.
Heimat
Totenkopfäffchen leben in vielen Gebieten Mittel- und Südamerikas.
Lebensraum
Totenkopfäffchen halten sich vor allem in den mittleren Baumregionen der Wälder Südamerikas auf. Das heißt, dass sie nur selten auf den Boden hinabsteigen, aber auch nicht bis in die höchsten Wipfel der Urwaldbäume klettern. Wälder mit Flüssen und Seen mögen sie besonders gerne. Dort kommen sie in Höhen bis zu 1500 Metern vor.
Rassen und Arten
Von den Totenkopfäffchen gibt es in Südamerika mehrere Unter-Arten, die sich vor allem in der Farbe ihres Fells voneinander unterscheiden.
Lebenserwartung
Totenkopfäffchen können über 20 Jahre alt werden.
Alltag
Ein Totenkopfäffchen (Bild: SWR)Totenkopfäffchen sind tagaktive und sehr gesellige Tiere.

Sie leben im dichten Wald in Gruppen mit mehreren Weibchen und Männchen zusammen. Dort sind sie zwischen den Blättern oft kaum zu sehen; man entdeckt sie meist nur durch die lauten Geräusche, die sie von sich geben.

Totenkopfäffchen sind geschickte Turner (Bild: SWR)
Manchmal ziehen sie aber auch lautlos durch die Baumkronen und sind dann kaum zu entdecken. Meist sind es zehn bis 50 Tiere, manchmal aber sogar bis zu 100 oder 300 Äffchen, die eine Gruppe bilden.
Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine strenge Rangordnung.
Drei Totenkopfäffchen nebeneinander (Bild: SWR)Für Totenkopfäffchen ist es sehr wichtig, zu einer Gruppe zu gehören.
Damit die Tiere einer Gruppe sich erkennen, verreiben sie Urin auf ihrem Fell. An diesem charakteristischen Geruch können sie riechen, ob ein Artgenosse wirklich zu ihrer Familie gehört oder nicht.

Totenkopfäffchen auf einem Baum (Bild: SWR)
Anders als die Altweltaffen kennen die Totenkopfäffchen keine gegenseitige Fellpflege: jedes Tier putzt und reinigt sich selbst.
Totenkopfäffchen turnen geschickt durch die Urwaldbäume. Dabei können sie aber nicht wie viele andere Affen ihren langen Schwanz zum Greifen verwenden; er dient ihnen nur zum Balancieren.
Totenkopfäffchen sind ganz schön neugierig (Bild: SWR)
Totenkopfäffchen sind sehr neugierig und verlieren rasch ihre Scheu. Sie werden deshalb auch gegenüber Menschen sehr schnell zutraulich.

Von allen Primaten - dazu gehören alle Affen und auch der Mensch - haben Totenkopfäffchen im Verhältnis zu ihrem Gesamtgewicht das größte Gehirn:
Totenkopfäffchen (Bild: SWR)Es macht 1/17 ihres Gewichts aus. Zum Vergleich: Unser Gehirn wiegt nur 1/35 unseres Körpergewichts. Totenkopfäffchen sind deshalb nicht unbedingt viel schlauer als andere Affen, sie können aber schnelle Bewegungen besonders gut erkennen. Dadurch gelingt es ihnen sogar, Vögel im Flug zu fangen.

In manchen Gegenden Südamerikas gelten die Totenkopfäffchen als Urahn aller Affen. Deshalb werden sie dort Monkey-monkey Monkeys, auf deutsch also "Affe-Affe Affen" genannt.
Freunde und Feinde
Neben Raubtieren ist der Mensch ein Feind der Totenkopfäffchen: Sie werden bei uns oft als Labortiere gehalten und für medizinische Versuche eingesetzt.
Nachwuchs
Totenkopfäffchen werden mit zwei bis fünf Jahren geschlechtsreif. Fortpflanzen dürfen sich aber nur die ranghöchsten Männchen der Gruppe.

Nach der Paarung im Frühjahr dauert es 152 bis 172 Tage, bis die Jungen geboren werden. Dabei gibt es ein interessantes Phänomen: In einer Gruppe kommen die Jungen alle fast zur gleichen Zeit auf die Welt. Jedes Weibchen bekommt jeweils nur ein Junges, das winzig klein ist: Es wiegt gerade mal 70 bis 140 Gramm, wird von der Mutter auf dem Rücken herumgetragen und klammert sich bei ihr im Fell fest.

In den ersten sechs Monaten werden die Jungen von der Mutter gesäugt, danach fressen sie Früchte und Insekten.
Sprache
Totenkopfäffchen lassen laute Geräusche mit quietschenden, zwitschernden und pfeifenden Lauten hören.
Ernährung
Ein Totenkopfäffchen auf  Futtersuche (Bild: SWR)
Totenkopfäffchen fressen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Sie ernähren sich vor allem von Insekten sowie von Früchten und Knospen. Aber auch Schnecken, Spinnen oder ab und zu Frösche verschmähen sie nicht.

Totenkopfäffchen vertragen überhaupt keinen Zucker.

Sie dürfen deshalb, wenn sie in Gefangenschaft gehalten werden, auf keinen Fall mit Süßigkeiten gefüttert werden.
Haltung
Als Futter gibt es hier Würmer, Obst und Gemüse (Bild: SWR)
Totenkopfäffchen, die in Gefangenschaft gehalten werden, sind sehr anspruchsvoll: Sie brauchen neben Pflanzennahrung auch ganz bestimmtes tierisches Eiweiß.
Außerdem sind sie empfindlich gegenüber Würmern und anderen Parasiten und benötigen zusätzlich viele Vitamine, damit sie keine Mangelkrankheiten bekommen.