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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Totenkopfäffchen

Alltag
Ein Totenkopfäffchen (Bild: SWR)Totenkopfäffchen sind tagaktive und sehr gesellige Tiere.

Sie leben im dichten Wald in Gruppen mit mehreren Weibchen und Männchen zusammen. Dort sind sie zwischen den Blättern oft kaum zu sehen; man entdeckt sie meist nur durch die lauten Geräusche, die sie von sich geben.

Totenkopfäffchen sind geschickte Turner (Bild: SWR)
Manchmal ziehen sie aber auch lautlos durch die Baumkronen und sind dann kaum zu entdecken. Meist sind es zehn bis 50 Tiere, manchmal aber sogar bis zu 100 oder 300 Äffchen, die eine Gruppe bilden.
Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine strenge Rangordnung.
Drei Totenkopfäffchen nebeneinander (Bild: SWR)Für Totenkopfäffchen ist es sehr wichtig, zu einer Gruppe zu gehören.
Damit die Tiere einer Gruppe sich erkennen, verreiben sie Urin auf ihrem Fell. An diesem charakteristischen Geruch können sie riechen, ob ein Artgenosse wirklich zu ihrer Familie gehört oder nicht.

Totenkopfäffchen auf einem Baum (Bild: SWR)
Anders als die Altweltaffen kennen die Totenkopfäffchen keine gegenseitige Fellpflege: jedes Tier putzt und reinigt sich selbst.
Totenkopfäffchen turnen geschickt durch die Urwaldbäume. Dabei können sie aber nicht wie viele andere Affen ihren langen Schwanz zum Greifen verwenden; er dient ihnen nur zum Balancieren.
Totenkopfäffchen sind ganz schön neugierig (Bild: SWR)
Totenkopfäffchen sind sehr neugierig und verlieren rasch ihre Scheu. Sie werden deshalb auch gegenüber Menschen sehr schnell zutraulich.

Von allen Primaten - dazu gehören alle Affen und auch der Mensch - haben Totenkopfäffchen im Verhältnis zu ihrem Gesamtgewicht das größte Gehirn:
Totenkopfäffchen (Bild: SWR)Es macht 1/17 ihres Gewichts aus. Zum Vergleich: Unser Gehirn wiegt nur 1/35 unseres Körpergewichts. Totenkopfäffchen sind deshalb nicht unbedingt viel schlauer als andere Affen, sie können aber schnelle Bewegungen besonders gut erkennen. Dadurch gelingt es ihnen sogar, Vögel im Flug zu fangen.

In manchen Gegenden Südamerikas gelten die Totenkopfäffchen als Urahn aller Affen. Deshalb werden sie dort Monkey-monkey Monkeys, auf deutsch also "Affe-Affe Affen" genannt.
Freunde und Feinde
Neben Raubtieren ist der Mensch ein Feind der Totenkopfäffchen: Sie werden bei uns oft als Labortiere gehalten und für medizinische Versuche eingesetzt.
Nachwuchs
Totenkopfäffchen werden mit zwei bis fünf Jahren geschlechtsreif. Fortpflanzen dürfen sich aber nur die ranghöchsten Männchen der Gruppe.

Nach der Paarung im Frühjahr dauert es 152 bis 172 Tage, bis die Jungen geboren werden. Dabei gibt es ein interessantes Phänomen: In einer Gruppe kommen die Jungen alle fast zur gleichen Zeit auf die Welt. Jedes Weibchen bekommt jeweils nur ein Junges, das winzig klein ist: Es wiegt gerade mal 70 bis 140 Gramm, wird von der Mutter auf dem Rücken herumgetragen und klammert sich bei ihr im Fell fest.

In den ersten sechs Monaten werden die Jungen von der Mutter gesäugt, danach fressen sie Früchte und Insekten.
Sprache
Totenkopfäffchen lassen laute Geräusche mit quietschenden, zwitschernden und pfeifenden Lauten hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter